Wer zuletzt lacht…. / Wie wenige viel erreichen können
13.07.2013: „Sie rauben mit dem Füller und sie rauben mit dem Colt“, heißt es schon bei Woody Guthrie über die Ausbeuter und ihre Spießgesellen in Regierung und Polizei. Der jahrelange Widerstand gegen die räuberischen Hartz-IV-Gesetze bietet Stoff für mindestens einen Roman. Das soeben erschienene Erstlingswerk des Journalisten Peter Hetzler „Hartz V“ ist eine Art „Hartz-IV-Roman“ im Zeitraffer geworden. Die große Stärke dieser 153 Seiten umfassenden Erzählung aus „Facts“ und „Fiction“, wie der Autor schreibt, ist ihre Authentizität, verbunden mit hingetupfter Detailfreude und Leichtigkeit der Darstellung. Als langjähriger Kopf einer Erwerbsloseninitiative weiß Peter Hetzler, wovon er redet. (Übrigens: Wer sich in der politischen Landschaft Südhessens auskennt, erkennt mit Freude einiges wieder.)
Nicht die brutal-naturalistischen Milieuschilderungen eines Charles Dickens oder Emile Zola haben literarisch Pate gestanden, eher der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt. In dieser Erzählung über „die im Dunkeln“ kommt das moderne Doppel-Elend aus Bedürftigkeit und Entmündigung ganz unspektakulär daher. Wir erhalten Einblicke in die Praxis einer kleinen, aber agilen und findigen Selbsthilfegruppe namens „Hartz V“.
24.06.2013: Angela Davis: "Wir fechten dieselben Kämpfe jedes Jahr neu aus. Sie werden nie für die Ewigkeit gewonnen, aber in dem Prozess, in dem wir gemeinsam kämpfen, lernen wir neue Möglichkeiten zu erkennen, die wir sonst nie gesehen hätten, und so bereichern wir unsere Vorstellung von Freiheit."
07.06.2013: Ein Aufschrei! Erst Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Mali – und bald auch noch Iran? „Neuerliche Kriege und Bürgerkriege, neuerliche Schlachten und Massaker, Exekutionen und weitere Menschenrechtsverletzungen schlimmster Art werden folgen, wenn die Weltgemeinschaft nicht endgültig handelt.“ Das steht geschrieben auf Seite 573 in dem soeben veröffentlichten Buch von Jürgen Grässlin mit dem Titel „Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient“.
05.06.2013: Beim Laika-Verlag ist ein neues Buch von Steffen Vogel erschienen: »Europas Revolution von oben - Sparpolitik und Demokratie in der Eurokrise«.
07.05.2013: Cetin Oraner ist türkischer Protest-Sänger, Liedermacher und Musiker seit 1982. Sein erstes Album erschien 1992 in Istanbul. Bisher hat er 5 Musik-Alben produziert. Im März 2013 erschien sein letztes Album 'Daglardan Yildizlara' (Von den Bergen zu den Sternen). Cetin ist Mitglied der DKP. Mit ihm sprach Kerem Schamberger
28.04.2013: Die Mauer muß fallen. Eine Mauer, die seit der Antike für das größte marktbeherrschende Eigentumsrecht, das Privateigentum an Produktionsmitteln, vor dem Zugriff des Volkes zu schützen hat. Es ist eine Mauer um das Big Business, wie man in den USA sagt. Ein Schutzwall, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder durch Volksrevolutionen unter Beschuss geriet und sich doch noch hält, durchlöchert zwar, aber immerhin. Angeblich unzerstörbar…
16.04.2013: Ein Bild eines Arbeitskampfes Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Bayern: Eine Ansammlung von vielen Menschen mit roten Fahnen, Transparenten und Sandwich-Plakaten, die sich auf einer Anhöhe an einer Landstraße versammeln. Dazu – mittendrin auf einem Feldweg, beginnt ein Liedermacher zu singen, ohne Anlage, und mit lauter Stimme. Es handelt sich um Bernd Köhler, der Ort heißt Sulzbach-Rosenberg, es ist die Stahlstadt in der Oberpfalz, die um das Weiterbestehen ihrer Maxhütte kämpft – und damit um Existenz und Perspektive der Menschen in dieser Stadt. 15 Jahre später werden die Beschäftigten nach der endgültigen Schließung der Hütte in eine Beschäftigungsgesellschaft abgeschoben. Offen blieb lediglich, welche Teile der Maxhütte als Industriedenkmal erhalten werden. – Welche Perspektiven blieben für die Beschäftigten?
06.03.2013: Sie nennen sich schlicht Weber-Herzog Musiktheater, doch der Theatertrupp um Christa Weber (Regisseurin, Texterin, Schauspielerin und Sängerin) und ihren Komponisten und Pianisten Christof Herzog hätte wohl auch gegen die Bezeichnung als Agitproptheater keine Einwände. Weber und Herzog treten seit den späten 1980er Jahren zuerst in München, später in Berlin auf diversen Bühnen, aber auch als Straßentheater bei Demonstrationen mit politisch links engagierten Stücken auf, darunter „Sieben Witwen“, ein Stück über den Bundeswehrkrieg in Afghanistan mit Liedtexten von Erich Mühsam, oder zuletzt 2012 die Kantate „Friede den Hütten – Krieg den Palästen“ nach Georg Büchners Klassiker „Der Hessische Landbote“. Die Besetzung ihrer Stücke rekrutierten die beiden für jede Inszenierung neu, umso mehr erstaunt die hohe Professionalität ihrer oft im a-capella-Gesang vorgetragenen Stücke. In den Berliner Sophiensälen gab es jetzt die Uraufführung ihrer Politkantate „Friederich der Wüterich“, wiederum eine gelungene Mischung aus altem deutschem Kulturgut – diesmal „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“ – und leider allzu brandaktuellem Zeitgeschehen wie dem Treiben der Terroristen des NSU.



