07.09.2011: Lothar Geisler rezensiert für die nächste Ausgabe der Marxistischen Blätter zwei Bücher aus dem PapyRossa Verlag :
Wolfgang Gehrcke (HG.), „Alle Verhältnisse umzuwerfen…“ – Eine Streitschrift zum Programm der Linken
Harald Werner, Offene Fragen in der geschlossenen Abteilung
Das, was zwölf profilierte, mehrheitlich West-Linke und nicht alle Mitglieder der Partei DIE LINKE „in der Tradition marxistischer Gesellschaftsanalyse“ als Streitschrift zum Parteiprogramm der LINKEN zusammengetragen haben, ist höchst lesenswert. Sie „arbeiten offene Fragen heraus, vertiefen andere, beleuchten Unterbelichtetes“. Um nur einige zu nennen: neue oder neu gestellte alte Fragen zum Eigentum, zum Imperialismus, zu Sozialismus und Freiheit, zur Bedeutung der Demokratisierung der Medien für die Demokratisierung der Gesellschaft, zur Funktion der Nationalstaaten im Zeitalter weltumspannender transnationaler Konzernmacht, zum Geschlechterverhältnis, „Grenzen des Wachstums“ und zur Suche nach dem Subjekt der Veränderung.
06.09.2011: Das jahrzehntelange Engagement fortschrittlicher Kieler Bürger, dem großen Sohn der Stadt, Ernst Busch, endlich seine gebührende öffentliche Würdigung zuteil kommen zu lassen, hatte endlich Erfolg. Am 2. September wurde das sog. Wasserplatz am Germaniahafen in der boomenden Kieler City in Ernst-Busch-Platz umbenannt. Unter den Anwesenden der Zeremonie waren viele, die bereits vor 11 Jahren, zu Ernst Buschs 100. Geburtstag gehofft hatten, dass die Stadt über ihren antikommunistischen Schatten springen möge: Allen voran die Mitglieder des Kieler Ernst-Busch-Chores, des Motorradclubs „Kuhle Wampe“, Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Sozialisten (Die LINKE), Kommunisten (DKP). (Auf dem Foto u.a. Ulrich Busch, Sohn von Ernst Busch; Oberbürgermeister Torsten Albig; Bruno Levtzow (Ortsbeiratsvorsitzender, SPD); DKP-Vorsitzende Bettina Jürgensen)
23.08.2011: Das im März im Papy-Rossa Verlag erschienen und durch Wolfgang Gehrcke herausgegebene Buch dient der Vorbereitung des Parteitages der Partei „Die Linke“. Es enthält Beiträge von Elmar Altvater, Christel Buchinger, Dieter Dehm, Frank Deppe, Wolfgang Gehrcke, Ralf Krämer, Christiane Reymann, Reiner Rilling, Eckard Spoo, Sahra Wagenknecht, Andreas Wehr und Harald Werner. Die Autoren zählen sich, soweit sie Mitglieder in der Partei „Die Linke“ sind, zum sozialistischen oder marxistischen Teil der Mitgliedschaft.
10.08.2011: Noch in Hochstimmung nach dem – musikalisch wie inhaltlich – fulminanten Abschlusskonzert der Wader/Wecker-Tournee “Kein Ende in Sicht” auf dem Bonner Museumsplatz am letzten Juli-Samstag, gönnte ich mir am Sonntag einen Nachschlag mit der CD zur Tournee. Dazu griff ich mir vom Bücherstapel neben der Anlage einen dicken Wälzer mit rotem Einband “Der Phonographische Ernst Busch – Eine Discographie seiner Sprach – und Gesangsaufnahmen”. Erschienen im Albis-Verlag Dresden.
20.07.2011: Anlässlich des 100. Geburtstags von Anton (Toni) Tripp am 2.August 2011 würdigen sein Sohn Manfred Tripp, selbst langjähriger UZ - Fotograf, der Neue Impulse Verlag und der Bundesverband Arbeiterfotografie Werk und Wirken des „rasenden Fotoreporters“, Kommunisten und streitbaren Poeten mit einem Sonderheft der Zeitschrift Arbeiterfotografie. Auf dem Pressefest zeigte die Arbeiterfotgrafie die Ausstellung „100 Jahre Toni Tripp“.
28.01.2011: Über dem Eingang zur „Eislaufhalle“ im Wischlinger Revierpark begrüßt dich ein breites Transparent: „Literatur- und Kunsthalle“. Du gehst hinein und bemerkst augenblicklich eine besondere Atmosphäre: das Hallenlicht, nicht grell, gerade ausreichend zum Betrachten der dargebotenen Kunstwerke und Bücher, keine schrillen Töne, quirliges Hallenleben, langsam wandelnde Betrachter vor Bildern oder beharrlich Suchende an den Antiquariatsständen und an den Auslagen von Buchverlagen, still und laut rechnende Interessenten, überall freundliche Gespräche.
23.06.2011: Es gibt wohl keine Rockband, die so für das Lebensgefühl und die hochpolitische Zeit der Friedensbewegung ab Anfang der 80er steht wie die Bots. Die Gruppe bots, (niederländisch botsen: "zusammenstoßen") trat 1974 zusammen und veröffentlichte zunächst nur Lieder in niederländischer Sprache. Die Texte waren überwiegend politisch, sozialkritisch und von der Friedensbewegung der 1970er Jahre beeinflusst. Treibende Kraft war der Sänger und Gitarrist Hans Sanders, der bereits 1967 seine erste Single veröffentlichte. Er starb am 3. November 2007 in Eindhoven.
23.06.2011: „Die Todesnacht in Stammheim“ neu untersucht. - Was bewegt einen gut bürgerlichen IT-Spezialisten, Jahrgang 1964, der mit Frau und Kind in der schön schwarzen Bischofsstadt Limburg wohnt - Tageszeitungsleser und Fernsehkonsument, politisch eher mäßig interessiert –, sich ausgerechnet mit der Todesnacht in Stammheim zu beschäftigen. Zum Zeitpunkt des Todes der RAF-Gefangenen Baader, Ensslin, Raspe in der Nacht von 17./18. Oktober 1977 zählte jener gerade mal 13 Lenze und dürfte den Kopf eher voll mit Fußball, Mädchen oder dem Problem durchschnittlicher Noten gehabt haben.



