"Dann gehen wieder Gewehre auf Reisen"
02.01.2015: Kurt Tucholsky, dem Pazifisten, Antimilitaristen und Antifaschisten zum 125. Geburtstag
„...es ist gewiss, dass das Land in seiner jetzigen (…) Geistesverfassung wieder in eine Katastrophe hineintaumeln wird, genau wie im Jahre 1914: dummstolz, ahnungslos, mit flatternden Idealen und einem in den Landesfarben angestrichenen Brett vor dem Kopf. Dann gehen wieder Gewehre auf Reisen.“
Diese Worte Kurt Tucholskys von Anfang der 20er Jahre sollten sich keine zwanzig Jahre später bitter bewahrheiten. Und auch hundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges gehen deutsche Soldaten und deutsche Waffen wieder auf Reisen – und nicht wenige davon aus Schleswig- Holstein und Kiel. Insofern ist Tucholsky heute aktueller denn je.
05.11.2014: Bei Konzerten zum Gedenkjahr 2014 rückte der Berliner Hans-Beimler-Chor am 1. und 2. November seine Beteiligung an einem länderübergreifenden künstlerischen Projekt ins öffentliche Licht. Es ist die Performance „WaanVlucht“ – ein flämisches Wortspiel-Plädoyer zur Unterstützung aller Widerstandsformen gegen Kriegswahn, für Fahnenflucht. Sieben Chöre waren bei der Weltkriege-Mahnung am 21. September, dem Internationalen Tag des Friedens, auf Brüsseler Straßen dabei. Regisseur Ruud Gielens und seine Mitarbeiterin Marijs Boulogne rechnen bis 20. September 2015 mit weiteren literarischen, musikalischen und künstlerischen Beiträgen aus dem In- und Ausland. Sie sind dann in geeigneter Form zusammenzuführen.
04.10.2014: Zugegeben: Emerenz Meier ist eine Unbekannte, eine lange Zeit Vergessene. Die literarische Hinterlassenschaft ist, gemessen an Druckauflagen und Werken, nicht allzu umfangreich. Ihr Geburtshaus in Schiefweg bei Waldkirchen im Bayerischen Wald, einst als Dorfwirtshaus der Mittelpunkt der kleinen Gemeinde, stand 1995 vor dem Verfall und schien unrettbar verloren. Es war vorhersehbar, dass sich Emerenz Meiers Spuren, wie das so vieler hoffnungsvoller junger Literaten, im Nebel der Vergessenheit verlieren würden. Warum also ausgerechnet an Emerenz Meier erinnern? Geschichte verläuft jedoch selten linear.
17.08.2014: "Target - Die Brücke von Varvarin", eine Dokumentation eines Nato-Kriegsverbrechens und seiner Folgen, erschien im Juni 2014 im Verlag Wiljo Heinen. In diesem Buch, das man keineswegs nur als 2. Auflage des im Scheunenverlag 2002 erschienenen Buches „Die Brücke von Varvarin“ sehen darf, finden sich die Erinnerungen von Betroffenen über die Bombardierung einer Brücke am Rande des Ortes Varvarin im Jugoslawien-Krieg. Ein militärisch unbedeutender Ort, eine Brücke, welche die kleine Stadt mit umliegenden Dörfern verbindet, ungeeignet für Militärtransporte, weit ab von der Autobahn zum Kosovo, irgendwo in der Weite Serbiens. Wir sehen in die Gesichter der Betroffenen und lernen die Menschen hinter den bloßen Opferzahlen, sogenannte Kollateralschäden, kennen. Wir erfahren von den Motiven der Opfer, die Bundesrepublik Deutschland als NATO-Mitgliedsland auf Schadensersatz zu verklagen. Völkerrechtler nutzen in diesem Buch die Gelegenheit, die Nato-Bombardierung als Kriegsverbrechen zu entlarven und schaffen es in wenigen Worten, geltende Regeln in einem Krieg und die Verstöße dagegen aufzuschreiben. Und wir können das Entsetzen der Familienangehörigen fühlen.
12.06.2014: In einem Beitrag für das „Neue Deutschland“ stellt Hans-Jürgen Urban fest „Auch die deutschen Gewerkschaften konnten (oder wollten?) keinen markanten Beitrag zur Stabilisierung oder gar Reaktivierung einer dezidierten Kapitalismuskritik leisten.“ (1)
07.06.2014: Udo Achten, Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und der Fotograf Klaus Rose haben gemeinsam das Bilderlesebuch "Unser Leben" verfasst. In diesem Buch werden die strukturelle Veränderungen und politischen Auseinandersetzungen von 1965 bis 1989 in zahlreichen Städten des Ruhrgebiets dokumentiert.
25.04.2014: Im Juli jährt sich zum 225. Mal die Erstürmung der Bastille in Paris und damit der Beginn der Französischen Revolution, des „herrlichen Sonnenaufgangs“ (Hegel). Einer, der in einem deutschen Land publizistisch für die Ideen der Aufklärung wirkte und dies auf Geheiß des württembergischen Herzogs mit zehnjähriger Kerkerhaft bezahlen musste war Christian Friedrich Daniel Schubart, dessen 275. Geburtstag ( am 26.3.) kaum zur Kenntnis genommen wurde.




