Nokia-Siemens: Streikfähig werden
17.02.2012: Bei Nokia Siemens Networks lassen die Beschäftigten nicht nach im Widerstand gegen die Abbau- und Schließungspläne. Nachdem die Kolleginnen und Kollegen bei NSN München in den zurückliegenden zwei Wochen bei klirrender Kälte fast täglich auf der Straße waren - Mahnwachen, Menschenketten, Demonstrationen - war heute der "Red Tshirt Day - alle tragen rot". Am Montag gingen die Beitrittserklärungen zur IG Metall aus, so groß ist der Andrang. „Wir haben kapiert, dass wir die Gewerkschaft brauchen“, sagt einer. Alle gehen davon aus, dass nächste Woche ein Organisationsgrad von 50 Prozent und damit die Streikfähigkeit erreicht wird. Der Betrieb wird inzwischen mit seinen kreativ gestalteten Plakaten (siehe Fotos) zum Objekt der Fotografen und der Nachbarschaft. Die wachsende Solidarität kommt aus allen gesellschaftlichen Bereichen.
16.02.2012: Für unbefristete Übernahme, gegen Leiharbeit und für höhere Löhne demonstrierten am gestrigen Mittwoch weit über 3.000 MetallerInnen in München. Mittendrin der Block der Nokia-Siemens-Beschäftigten. Für sie war es die fünfte Demonstration innerhalb von zwei Wochen. Trotz eisiger Kälte und Schneesturm war die Stimmung kämpferisch.
03.02.2012: „Liquid“ , zu deutsch „flüssig“, nennt sich das neue Arbeitsorganisations-Programm von IBM, das zuvorderst in der deutschen Landesgesellschaft von IBM getestet werden soll. Wie das Handelsblatt berichtet, sollen dadurch mittelfristig tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland liquidiert (verflüssigt) werden. Einige IBM-Führungsmitglieder erwarten einen regelrechten Kahlschlag. „Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, so ein Mitglied der IBM-Führungsmannschaft (zitiert nach HB). Die Firmenleitung gab dazu keinen Kommentar ab, man diskutiere die „Beschäftigungsplanung nicht öffentlich“.
01.02.2012: Mehr als 2.000 Beschäftigte von Nokia Siemens Networks demonstrierten heute in München gegen die beabsichtigte Schließung des Betriebes. Im Anschluss an eine Betriebsversammlung zogen die KollegInnen bei eisiger Kälte zu einer Kundgebung vor das NSN-Vorstandsgebäude.
22.01.2012: Am Freitagabend ging die Pleite-Meldung durch die Tagesschau: Die Drogeriekette Schlecker will für die insgesamt rund 7200 Filialen Insolvenz anmelden. 30.000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Schlecker ist der Inbegriff für Ausbeutung und prekäre Arbeitsverhältnisse im Einzelhandel. Schlecker machte viele Fehler. Das Image des Unternehmens war ramponiert: Alle Kunden wussten: “Billig” geht hier auf Knochen der beschäftigten Frauen. Erst 1996 wurden Betriebsräte zugelassen. 1998 gab es Bewährungsstrafen für Anton und Christa Schlecker. Grund: Verstoß gegen den Manteltarifvertrag. Zwei Millionen D-Mark mussten für gemeinnützige Zwecke gezahlt werden.
29.12.2011: Seit Jahren folgt eine Krise auf die andere. Von der Immobilien- zur Bankenkrise, von der Wirtschafts- zur Krise der Schuldnerländer und der Staatsfinanzen, von der Eurokrise wieder zur Bankenkrise und wieder zurück. Der globale Kapitalismus ist gefangen in ständigen Krisenzyklen und findet keinen Ausweg. Der Betrachter, gerade auch der engagierte und zur Aktivität bereite, steht vor einer Fülle von Begriffen, die in hohem Tempo und mit großer Intensität auf ihn einprasseln. Was gestern noch subprime-Kredite waren, sind heute schon Credit Default Swaps und andere Derivate, sind Leerverkäufe und Treasuries, Kernkapitalquoten und Basel I, II und III. Die isw-Redaktion legt nun ein "ABC" vor, worin über 70 der meistgebrauchten und wichtigsten Stichworte der Schulden- und Finanzkrise erläutert werden. (Redaktionsschluss: Ende November 2011)
21.12.2011: Volkswagen längst die Nr.1 in der Welt
06.12.2011: Um 5 vor 12 versammelten sich am Montag ca. 1000 Beschäftigte der Postbank München vor der Hauptgeschäftsstelle an der Paul-Heyse-Strasse in München (Nähe Hauptbahnhof - im Bahnhofsviertel - ) zum vorläufigen Abschluss ihrer 4-tägigen Aktionen und Warnstreiks gegen den geplanten Stellenabbau von rund 30% sowie diversen zusätzlichen Lohneinbussen, die im Zuge der Fusion/übernahme durch die DeutscheBank düster wie die Unwetterwolken über ihnen hängen. Dabei bemerkte eine junge Rednerin treffend, dass allein die Differenz von 27 Millionen Euro, die das DeutscheBank-Management im laufenden Jahr mehr verdient haben wird als das Management der Postbank, schon zur Sicherung der Postbankbeschäftigten reichen würde.




