Wirtschaft

09.03.2011: Wer arm ist, braucht für  Hohn nicht zu sorgen. Gleich zweimal mussten sich die sieben Millionen Hartz-IV-Empfänger im vergangenen Jahr verarschen lassen. Zunächst hatten sie de facto für die Milliarde Euro aufzukommen, die Schwarz-Geld den Hoteliers als Morgengabe in Form einer Senkung der Mehrwertsteuer zusteckte. Denn ebenfalls auf knapp eine Milliarde jährlich summieren sich die Leistungen, die im Rahmen des Sparpakets bei den Armen gestrichen wurden: Abschaffung des Übergangsgeldes von Arbeitslosengeld zu Hartz IV: 200 Millionen Euro; Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger: 450 Millionen Euro; Streichung des Beitrages zur Rente, Streichung der Wohnkostenzuschüsse und andere Restriktionen bei Hartz-IV-Empfängern, Beseitigung des Heizkostenzuschusses für Wohngeldempfänger - zusammen etwa 300 Millionen Euro.

08.03.2011: Der Equal Pay Day fällt dieses Jahr auf den 25. März. Bis zu diesem Tag müssen  Frauen statistisch gesehen arbeiten, um auf das Gehalt von Männern aus dem vergangenen Jahr zu kommen. Durchschnittlich 23 Prozent verdienen Frauen weniger - so genannte Gender Pay Gap -  wie aus der Datenbank des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Männer erzielten 2009 einen durchschnittlichen Verdienst von 19,40 Euro, Frauen von 14,90 (destatis, 31.5.10). Im europäischen Vergleich liegt Deutschland weit hinten. Nur in Estland, Tschechien, Österreich und den Niederlanden ist der Lohnunterschied noch größer als in Deutschland.

23.02.2011: Die Tarifrunde bei VW erbrachte nach drei Verhandlungsrunden eine Erhöhung der Monatsentgelte von 3,2 %, bei einer Laufzeit von 16 Monaten. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten für die Monate Februar bis einschließlich April 2011 ein Prozent ihres Jahresentgeltes - mindestens jedoch 500 Euro. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich entsprechend der prozentualen Anbindung. Bei Beginn des Ausbildungsverhältnisses erhalten Auszubildende einen einmaligen Lernmittelzuschuss in Höhe von 150 Euro.

Die Mitglieder der DKP Betriebsgruppe bei VW und einige Kollegen befassten sich mit diesem Ergebnis auf ihrer Gruppensitzung in der letzten Woche. Es war eine kritische Diskussion zur Einschätzung der Tarifrunde. Bis tief in die Abendstunden, wurde den Fragen nach gegangen: Wie ist die Stimmung in der Belegschaft nach dem Abschluss? Warum kam es nicht zur Mobilisierung der Beschäftigten und welche Rolle spielte die IG Metall bei der Vorbereitung und Durchführung?

16.02.2011: Nach fünf Jahren Reallohnverlust in Folge gibt es erstmals wieder ein spürbares Plus bei Nettolöhnen (+3,4 % je Arbeitnehmer) und realen Nettolöhnen (+ 2,3 %). Die Bruttolöhne/-gehälter sind um 2,2 % gestiegen. Die Lohnzuwächse sind jedoch nicht zurückzuführen auf echte Tariflohnerhöhungen, sondern sind in erster Linie die Folge des Zurückfahrens von Kurzarbeit und der erneuten  Zunahme von Überstunden. Deutlich wird das am Anstieg der Stundenzahl je Arbeitnehmer um 2,3 %  (in der Industrie gar um 5,9 %), was im wesentlichen das Aufholen des im Vorjahr erfolgten Rückgangs ( - 3,1 %; Industrie - 7,0 %) bedeutet.

05.01.2011: Wieder einmal dieser Winter. Eis und Schnee seien verantwortlich für die gestiegene Arbeitslosigkeit, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er nannte jedoch noch zwei weitere Gründe: Viele befristete Arbeitsverträge sind zum Ende des Jahres ausgelaufen. Und schließlich hätten viel Job-Center "Ein-Euro-Jobs" gestrichen, weil in diesem Jahr rund 20 Prozent weniger Mittel für Arbeitsmarktprogramme zur Verfügung stehen. Als aufschlussreich, bezeichnet Volker Metzroth, verantwortlich für den Bereich Arbeit bei der DKP, diese Aussage. Sie zeige wie mit den "Ein-Euro-Jobs" die Arbeitslosenstatistik manipuliert werde, aber auch, dass das sogenannte Jobwunder auf dem Boom von Leiharbeit und Teilzeitarbeit beruht.

23.12.2010: In der ganzen Welt steigen die Löhne. In der ganzen Welt? Nein! Denn in einem kleinen Land im Herzen Europas trotzen Regierung und Unternehmer unbeugsam dem globalen Trend. Sie senken die Löhne und überrollen ihre Nachbarn mit einer Exportwalze.
So oder so ähnlich könnte der jüngste Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zur globalen Lohnentwicklung beginnen.
In diesem Bericht - "Global Wage Report 2010/2011" - kritisiert die ILO, dass Deutschland eine Exportstrategie verfolgt, die auf Niedriglöhnen basiert.

09.12.2010: Im Juni 1990 haben kritische Wirtschafts- und SozialwissenschaftlerInnen zusammen mit GewerkschafterInnen in München das isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. gegründet. Seitdem wurden weit über hundert Studien und Berichte veröffentlicht. Seit 20 Jahren leistet das isw als alternatives Wirtschaftsforschungsinstitut einen Beitrag im Kampf gegen die gewaltige Verdummungsmaschinerie.

Weitere Beiträge …

Neues von der Solidaritätskampagne: Abdeckplanen zum Schutz vor Regen. Gaza wird nicht vergessen!

Gaza Soliaktion Regenplanen 2025 12 2
zum Text hier
++++++++++++++++++++++++++++++++

EBI Assoziierungsabkommen EU Israel"Gerechtigkeit für Palästina" hat eine Europäische Bürgerinitiative gestartet. Ziel: Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel ++ Deutschland blockiert bisher Maßnahmen der EU
weiterlesen und unterzeichnen hier 

++++++++++++++++++++++++++++++++

EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.