Kämpferischer Auftakt in München zur Tarifrunde öffentlicher Dienst
29.02.2012: Etwa 500 Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes in München kamen am 29. Februar mittags auf den Münchner Marienplatz zu einem kämpferischen Auftakt für die bevorstehenden Tarifrund im öffentlichen Dienst. Kollegen von der Straßenreinigung und der Abfallwirtschaft in ihren orangen Jacken, Kolleginnen der Verkehrsleittechnik oder der städtischen Bestattung und vielen weiteren städtischen Betrieben mit Trillerpfeifen und Transparenten demonstrierten ihre Kampf- und Streikbereitschaft für die bevorstehende Tarifrunde.
28.02.2012: Die Rundfunkanstalt Flanderns VRT berichtet über einen ungeheuerlichen Vorgang im Zweigwerk Sprimont bei Lüttich des deutschen Autozulieferers Meister. Die Direktion des Unternehmens hatte am Sonntag eine 15köpfige bewaffnete Schlägerbande auf das Werksgelände geschickt, um einen Arbeitskampf zu Gunsten des Unternehmens zu lösen.
27.02.2012: Nach mehr als einjähriger Auseinandersetzung gibt es nun ein Bündel von Sicherungsvereinbarungen, das bis Ende 2014 gilt und betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Und das, obwohl ein Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen geplant war und die Fabrik nur rund zur Hälfte ausgelastet ist. Zu verdanken ist dies der klugen Strategie und Taktik des Käfertaler Betriebsrats, der Kampfbereitschaft der Belegschaft sowie der massiven Unterstützung durch andere ALSTOM-Standorte.
17.02.2012: Bei Nokia Siemens Networks lassen die Beschäftigten nicht nach im Widerstand gegen die Abbau- und Schließungspläne. Nachdem die Kolleginnen und Kollegen bei NSN München in den zurückliegenden zwei Wochen bei klirrender Kälte fast täglich auf der Straße waren - Mahnwachen, Menschenketten, Demonstrationen - war heute der "Red Tshirt Day - alle tragen rot". Am Montag gingen die Beitrittserklärungen zur IG Metall aus, so groß ist der Andrang. „Wir haben kapiert, dass wir die Gewerkschaft brauchen“, sagt einer. Alle gehen davon aus, dass nächste Woche ein Organisationsgrad von 50 Prozent und damit die Streikfähigkeit erreicht wird. Der Betrieb wird inzwischen mit seinen kreativ gestalteten Plakaten (siehe Fotos) zum Objekt der Fotografen und der Nachbarschaft. Die wachsende Solidarität kommt aus allen gesellschaftlichen Bereichen.
16.02.2012: Für unbefristete Übernahme, gegen Leiharbeit und für höhere Löhne demonstrierten am gestrigen Mittwoch weit über 3.000 MetallerInnen in München. Mittendrin der Block der Nokia-Siemens-Beschäftigten. Für sie war es die fünfte Demonstration innerhalb von zwei Wochen. Trotz eisiger Kälte und Schneesturm war die Stimmung kämpferisch.
03.02.2012: „Liquid“ , zu deutsch „flüssig“, nennt sich das neue Arbeitsorganisations-Programm von IBM, das zuvorderst in der deutschen Landesgesellschaft von IBM getestet werden soll. Wie das Handelsblatt berichtet, sollen dadurch mittelfristig tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland liquidiert (verflüssigt) werden. Einige IBM-Führungsmitglieder erwarten einen regelrechten Kahlschlag. „Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, so ein Mitglied der IBM-Führungsmannschaft (zitiert nach HB). Die Firmenleitung gab dazu keinen Kommentar ab, man diskutiere die „Beschäftigungsplanung nicht öffentlich“.
01.02.2012: Mehr als 2.000 Beschäftigte von Nokia Siemens Networks demonstrierten heute in München gegen die beabsichtigte Schließung des Betriebes. Im Anschluss an eine Betriebsversammlung zogen die KollegInnen bei eisiger Kälte zu einer Kundgebung vor das NSN-Vorstandsgebäude.
22.01.2012: Am Freitagabend ging die Pleite-Meldung durch die Tagesschau: Die Drogeriekette Schlecker will für die insgesamt rund 7200 Filialen Insolvenz anmelden. 30.000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Schlecker ist der Inbegriff für Ausbeutung und prekäre Arbeitsverhältnisse im Einzelhandel. Schlecker machte viele Fehler. Das Image des Unternehmens war ramponiert: Alle Kunden wussten: “Billig” geht hier auf Knochen der beschäftigten Frauen. Erst 1996 wurden Betriebsräte zugelassen. 1998 gab es Bewährungsstrafen für Anton und Christa Schlecker. Grund: Verstoß gegen den Manteltarifvertrag. Zwei Millionen D-Mark mussten für gemeinnützige Zwecke gezahlt werden.



