20.07.10: Das Gesundheitsministerium hat die Entwicklung der Krankentage im ersten Halbjahr 2010 veröffentlicht. Mit 3,58 Prozent ist der Krankenstand weiterhin niedrig, aber so hoch wie seit 2005 nicht mehr. Damit setzt sich der Trend aus 2009 fort (3,4 Prozent) und setzt eine eigentlich etablierte Regel außer Kraft, wonach der Krankenstand im Aufschwung hoch und in der Rezession niedrig ist. Weiter zugenommen haben Fehltage aufgrund psychischer Leiden. Nach Angaben der AOK waren psychische Erkrankungen im Jahr 2009 für 8,6 Prozent aller krankheitsbedingten Fehltage verantwortlich. Die meisten Fehltage gingen allerdings im vergangenen Jahr auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen (23 Prozent). Es folgen Krankheiten der Atemwege (14 Prozent) und Verletzungen (12,3 Prozent). Psychische Erkrankungen folgen auf dem vierten Platz, gefolgt von Herz-Kreislaufleiden (6,8 Prozent). Allerdings sorgt eine psychische Krankheit im Schnitt für besonders viele Fehltage. Die Fehlzeit war mit im Schnitt 22,6 Tagen je Fall so lang wie bei keiner anderen Erkrankung. Und sie nehmen dramatisch zu: seit 1998 haben psychische Erkrankungen um 82,6 Prozent zugenommen.