Kapital & Arbeit

schlecker_ballin_P110073302.04.2012: Im Einzelhandel tobt bei sinkender Massenkaufkraft auf dem Rücken der Beschäftigten ein ruinöser Konkurrenzkampf. Der Drogeriemarkt ist umkämpft u.a. zwischen Roßmann aus Hannover, Werner (dm) aus Karlsruhe und Müller aus Ulm und eben Schlecker aus Ehingen. Auch Anton Schleckers Erfolgsrezept ruhte auf Säulen wie keine Betriebsräte und keine Gewerkschaft. Entsprechend waren die Arbeits- und  Bezahlungsverhältnisse für über 30.000 Beschäftigte, zumeist Frauen.

Seit den neunziger Jahren organisierten die Frauen sich in HBV und DAG, heute ver.di, und wählten gegen massive Widerstände des Unternehmens Betriebsräte. Sie lernten auch, für ihre Forderungen zu streiken. Zuletzt war etwa ein Drittel organisiert, was auch von persönlichem Mut zeugt. Schlecker mußte Tarifverträge anerkennen.

Weiterlesen: Schlecker - Lehrbeispiel für kapitalistische Realität

verdi_mainz_270312_metzroth_0006_30027.03.2012: Mit über 200 Bussen kamen streikende Mitglieder von ver.di, GEW, GdP und vom Beamtenbund nach Mainz. Es waren vielfach die einzigen Busse die fuhren, denn wie die Straßenbahnen blieben die der kommunalen Verkehrsbetriebe Großteils in den Depots. Vom Pfalzklinikum in Kaiserslautern kam das Pflegepersonal ebenso wie Beschäftigte des Wasser- und Schifffahrtsamts in Bingen, Erzieherinnen aus Bad Kreuznach und Polizeiangestellte aus Mainz, Beschäftigte aus Kommunalverwaltungen und von der Bundesnetzagentur, vom Landestheater von den Sparkassen Stadtwerken. Nach übereinstimmenden Angaben von ver.di, den Medien und der Polizei zeigten über 12.000 von insgesamt 15.000 landesweit Streikenden bei der größten Demonstration seit Jahrzehnten in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ihren Unmut über das Angebot der öffentlichen Arbeitgeber.

Weiterlesen: 12.000 bei Streikdemonstration in Mainz

muenchen_igm_270312_wl_06327.03.2012: Über dreitausend Kolleginnen und Kollegen aus Betrieben der Münchner Metall- und Elektroindustrie waren am Dienstag, 27.4. nach München-Milbertshofen gekommen, um den Unternehmern den Marsch zu blasen. Anlässlich der zweiten Verhandlungsrunde, bei der die IG-Metall 6,5% mehr Lohn, die unbefristete Übernahme aller Auzubis und Schluss mit dem Missbrauch der Leiharbeit fordert, zogen die Beschäftigten der großen Münchner Metallfirmen vor das Hotel, in dem die Tarifverhandlungen stattfanden.

Weiterlesen: Metaller in München demonstrieren Kampfbereitschaft

kiel_verdi_260312_gst_DSCN041326.03.2012: Mit einer Demonstration von etwa 12.000 Teilnehmern sind am Montag in Kiel die Warnstreiks des öffentlichen Dienstes fortgesetzt worden. "Damit sind unsere Erwartungen mehr als übertroffen worden", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di . Die Gewerkschaft hatte mit etwa 8.000 Menschen gerechnet. Neben Kitas, Rathäusern und Stadtreinigungen waren ab 6 Uhr auch die Kanalschleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau betroffen. Der Streik traf die Wasserstrasse mitten im Boom; bis zu 100 Schiffe fahren derzeit täglich durch den Kanal. Am Vormittag brachten 60 Busse Streikende nach Kiel. Fünf Demonstrationszüge zogen durch Kiel und vereinigten sich um 12 Uhr auf dem "Platz der Kieler Matrosen" vor dem Hauptbahnhof.

Weiterlesen: Kiel: 12.000 bei Warnstreik und Demonstration - Kanalschleusen bleiben dicht

DTAG_mami_322823.03.2012: Zur gleichen Zeit, in der die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, bei der Deutschen Telekom und in der Metall- und Elektroindustrie um bescheidene 6,5% mehr Lohn und Gehalt kämpfen müssen, werden die Aktionäre mit saftigen saftige Dividenden überschüttet. Und wofür? Für´s "Aktienhalte", was der englische Begriff für Aktionär, "Shareholder", wörtlich übersetzt bedeutet. Für´s "Coupon abschneiden" hieß es früher. Zu den üppigen Profiten der Konzerne haben sie jedenfalls keinen Handstrich beigetragen, diese wurden allesamt von den KollegInnen erarbeitet. Nach ersten Berechnungen wollen die Dax-30-Konzerne im Frühjahr 2012 insgesamt gut 27  Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2011 ausschütten. Etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der zweitüppigste Dividenden-Geldregen in der Geschichte des Dax.

Weiterlesen: Dividenden-Füllhorn: Telekom schüttet am meisten aus

verdi_tarifrunde_tkit_201222.03.2012: Nachdem die Arbeitgeberseite auch in der 3. Verhandlungsrunde über Entgelterhöhungen für die Deutsche Telekom AG kein Angebot vorgelegt hat und statt dessen mit Drohungen und Erpressungen versucht, ver.di in Verhandlungen über eine Null-Runde zu zwingen, hat die Verhandlungskommission des ver.di Fachbereichs TK/IT die ursprünglich auf 2 Tage festgelegten Verhandlungen unterbrochen. Mit dem Argument, jede Tariferhöhung würde zwangsläufig zu Überlegungen über Personalabbau und Verlagerungen ins Ausland führen, hat die Kapitalseite die Forderungen nach einem Angebot zurück gewiesen. Angesicht der Ausschüttung von über 3 Mrd. Euro an die Aktionäre in diesem Jahr eine unglaubliche Provokation.

Weiterlesen: Nach Arbeitgeberprovokation bricht ver.di die 3. Verhandlungsrunde ab.

verdi_koeln_210312_KStein_5337a_30021.03.2012: Allein in Köln sind es an diesem Mittwoch, 21. März, 18 500 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst, die in mehreren Zügen bei herrlichem Sonnenschein auf den Heumarkt streben. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten und Auszubildenden der Kölner Verkehrsbetriebe mobilisiert, die der Abfallwirtschaftsbetriebe, der Stadtentwässerungsbetriebe, der Stadtverwaltung, der städtischen Kindertagesstätten, der KölnBäder GmbH, von KölnTourismus, der RheinEnergie AG und der Stadtwerke Köln GmbH, des Städtischen Klinikums, der Sozialbetriebe der Stadt Köln, des Studentenwerkes, der Arbeitsagentur Köln, des Jobcenters Köln, der Bundesbehörden sowie des Landschaftsverbands Rheinland. Dazu gesellen sich mindestens 8.500 Streikende aus der Region Aachen, Düren, Erft, Bonn-Siegburg, Wuppertal und Kreis Mettmann, Remscheid, Solingen, Leverkusen und vom linken Niederrhein. Da kommt was zusammen! In anderen Städten NRWs sind es heute weitere 50 000 Streikende: In Bielefeld wurden 8.000, in Dortmund 30.000, in Duisburg 12.000. Insgesamt in NRW 71 000.

Weiterlesen: Köln - Zweite Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst

muenchen_verdi_streik_200312_wl_003620.03.2012: Zehntausend Streikende kamen am 20.3. um 12 Uhr nach einer Demonstration vom Gewerkschaftshaus zum Münchner Odeonsplatz. Nach dem Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft verdi und den “Arbeitgebern” des öffentlichen Dienstes, war die Stimmung diesmal deutlich kämpferischer und zorniger als vor einer Woche, also sich  “nur” dreitausend Kolleginnen und Kollegen auf dem Münchner Stachus versammelten.

Weiterlesen: Ver.di: Zehntausende Streikende auf dem Münchner Odeonsplatz

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