19.02.2015: Nachdem 60 von gut 300 Beschäftigten des Reisemobilherstellers Eura Mobil im rheinhessischen Sprendlingen in der ersten Februarwoche in einen Warnstreik getreten waren, sperrte sie die Firmenleitung für den Rest des Tages aus. Weil „wir die Reaktion des Arbeitgebers als eine Provokation empfanden“, die nach seiner Meinung auch verfassungswidrig war, so der Erste Bevollmächtigte der IGM in Bad Kreuznach, Edgar Brakhuis laut einer Pressemeldung, wurde Tage darauf erneut zum Warnstreik aufgerufen. Dieses mal mit einer Demonstration in der 4.000-Einwohner-Gemeinde.
Wirtschaft
IGM Küste: Im März Streik?
13.02.2015: Die Unternehmen vom Gesamtmetall provozieren die Beschäftigten in der Metall – und Elektrobranche. Magere 2,2 % mehr Lohn sind ihr „Angebot“. Statt mehr, soll es um 50% weniger Möglichkeiten für Bedürftige zur Altersteilzeit geben. Nur noch maximal 2 % der Beschäftigten sollen diese Möglichkeit nutzen können. Die Forderung nach Bildungsteilzeit wird gänzlich abgelehnt. Gegen diese arrogante Provokation streikten 10 000 Metaller in Warnstreiks in Betrieben an der Küste, am Donnerstag den 12.2.
Siemens: Profite vor Menschenrechten
27.01.2015: Viel Aktionärskritik musst Siemens-Chef Joe Kaeser auf der heutigen Hauptversammlung in der Olympiahalle in München einstecken. Den Finanzinvestoren geht der Konzernumbau zu langsam. Zudem bringt sie der Gewinneinbruch in Rage. Andere Akzente setzten die Kritischen AktionärInnen: Sie prangerten die Verwicklung des Unternehmens in Menschenrechtsverletzungen in Brasilien, Honduras und Mexiko an.
IG-Metall – Küste: Tarifkampf 2015
19.01.2015: Die IG – Metall Küste teilt mit, dass die Tarifverhandlungen für die 140 000 Beschäftigten in der Metall – und Elektroindustrie am 16.01. in Hamburg ergebnislos vertagt wurden. Die IG- Metall Küste fordert 5,5 % mehr Geld für eine Laufzeit von 12 Monaten, eine Neuregelung der Altersteilzeit sowie tariflichen Anspruch auf Weiterbildung. Begleitet wurden die Verhandlungen von 1300 Kolleginnen und Kollegen aus dem Bezirk Küste. Lautstark wurden die Forderungen durch eine Demonstration und Kundgebung unterstützt.
Die Story der Regio Kliniken Kreis Pinneberg: Korruption, Privatisierung, Auslagerungen, Gehaltskürzungen
13.01.2015: Die Regio-Kliniken, das sind die Akut-Krankenhäuser in Elmshorn, Pinneberg und Wedel. Das Unternehmen beschäftigt 2.070 Mitarbeiter. Jetzt sollen alle 340 Kollegen aus dem Servicebereich,-Küche, Handwerker, Technik, Empfang, Archiv, Pflege-, in Tochterunternehmen der Eigentümerin Sana Kliniken AG ausgegliedert werden. Sie sollen raus aus dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes rein in untere Lohngruppen und Werkverträge. Ein Koch muss dann mit rund 800 € Gehaltsverlust rechnen, eine Diätassistentin mit 1000 €. Kündigungen können derzeit nicht ausgeschlossen werden (so die Gewerkschaft ver.di, Bezirk Nord).
Finanztransaktionssteuer vor dem Aus?
27.12.2014: Die Finanzminister der elf Euro-Staaten, die die Absicht verkündet hatten, ab 2016 eine Finanztransaktionssteuer (FTS) zu erheben, haben sich bei ihrer jüngsten Zusammenkunft am 9. Dezember in Brüssel erneut nicht auf konkrete Schritte einigen können und das Vorhaben weiter hinausgeschoben. Im Mai war angekündigt worden, dass spätestens im Dezember dieses Jahres die nötigen Beschlüsse gefasst werden, damit die Steuer am 1.1.2016 Wirklichkeit werden kann. Es sieht alles danach aus, dass damit ein Verschiebebahnhof bis zum Sankt-Nimmerleinstag installiert wird.
Schöne Bescherung: Fendt-Traktoren kündigt 570 Beschäftigten
22.12.2014: Als Weihnachtsüberraschung haben 570 Beschäftigte von AGCO-Fendt in Marktoberdorf im Allgäu und Asbach-Bäumenheim bei Donauwörth ihre Kündigung zum 1.Januar 2015 erhalten. Der zum US-amerikanischen AGCO-Landmaschinenkonzern gehörende Traktorenbauer hat derzeit etwa 3200 Beschäftigte in Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu und 1000 in Asbach-Bäumenheim im bayerischen Kreis Donau-Ries. Von diesen sollen nun 450 Leiharbeiter, die aber großenteils schon jahrelang im Betrieb arbeiten, und 120 Festangestellte gehen. Der Kahlschlag soll sich über alle Unternehmensbereiche einschl. Verwaltung erstrecken.
Sonntag geschützt - Bundesverwaltungsgericht kippt Hessische Bedarfsgewerbeverordnung
22.12.2014: „Videothek öffnet wie gewohnt“, so berichtete das Darmstädter Echo über den 30. November 2014, dem ersten Sonntag nach der für die Bedarfsgewerbeverordnung in Hessen neuen Zeitrechnung. Das Bundesverwaltungsgericht hatte nämlich vier Tage zuvor untersagt, dass in Videotheken sonntags Beschäftigte eingesetzt werden dürften. Das scheint die Geschäftsleitung der Video-Profis in Darmstadt wenig beeindruckt oder überzeugt zu haben, gab sie doch offenbar in Kenntnis der geänderten Gesetzeslage ihren Angestellten dennoch die Anweisung, man öffne am Sonntag wie gewohnt.




