03.04.2026: In seiner Rede an die Nation bekräftigt der US-Präsident seine Fixierung auf den "gewonnenen Krieg". ++ USA und Israel eskalieren mit Angriffen auf zivile iranische Infrastruktur ++ Iran antwortet mit Gegenschlägen
Donald Trumps Rede an die Nation wirkte eher wie eine Zusammenstellung seiner seit Kriegsbeginn auf Truth Social veröffentlichten Beiträge als wie ein Update zum Kriegsverlauf im Iran oder die Darstellung einer Strategie. Der Präsident wiederholte die übliche Liste der von ihm beanspruchten Erfolge, spielte die durch den Krieg verursachten Rückschläge herunter und betonte, dass die Vereinigten Staaten auf dem besten Weg seien, alle ihre militärischen Ziele "in Kürze, sehr bald" zu erreichen, wobei er die Absicht bekräftigte, die amerikanische Militärintervention "innerhalb von zwei oder drei Wochen" zu beenden, ohne jedoch zu erklären, wie dies geschehen soll, oder zu präzisieren, was heute die endgültigen Ziele sind: Eindämmung, Abschreckung oder Regimewechsel.
Trump hat zudem jegliches langfristige Engagement der USA für die Sicherheit der Straße von Hormus ausgeschlossen, einem entscheidenden Knotenpunkt für etwa 20 % des weltweiten Öls und Flüssiggases, und argumentiert, dass die USA diese Passage nicht benötigen: Es sei daher nicht ihr Problem, und für die Wiederöffnung würden diejenigen sorgen, die für ihre Versorgung von der Meerenge abhängig sind.
Trump rief andere Länder dazu auf, etwas für die Öffnung der Straße von Hormus zu tun - vor allem diejenigen, die, anders als die USA, Energie aus der Region beziehen. Diese müssten sich um die Passage kümmern, so Trump. "Sie müssen sie sich sichern und wertschätzen", so Trump. "Das können sie leicht bewerkstelligen. Wir werden ihnen dabei helfen, aber sie sollten die Führung übernehmen, wenn es darum geht, das Öl zu schützen, von dem sie so dringend abhängig sind."
Diesen Ländern rate er ohnehin: "Erstens: Kauft Öl aus den Vereinigten Staaten von Amerika - wir haben reichlich davon", so der Präsident. "Und zweitens: Fasst endlich Mut - das hättet ihr schon früher tun sollen, ihr hättet es gemeinsam mit uns tun sollen, wie wir es verlangt haben: Geht zur Meerenge und erobert sie einfach!"
Der Präsident versicherte jedoch, dass sich die Straße von Hormus irgendwann "von selbst wieder öffnen" werde, so wie er zu Beginn der Pandemie gesagt hatte, dass Covid "eines Tages wie durch ein Wunder verschwinden" werde.
"dass wir alle ihre Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise auch alle Wasserentsalzungsanlagen!) in die Luft jagen und vollständig zerstören"
Donald Trump
Zu Wochenbeginn hatte Trump noch anders geklungen: Wenn die Straße von Hormus nicht "umgehend" geöffnet werde, würden die USA "alle ihre Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise auch alle Wasserentsalzungsanlagen!) in die Luft jagen und vollständig zerstören, die wir bisher bewusst noch nicht 'angetastet' haben. ( 30.3.2026, https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116317880658472708)
Trump scheint rhetorisch von einer Offensiv- zu einer Defensivhaltung gewechselt zu haben, wobei viele Passagen selbst seinen treuesten Anhängern der extremen Rechten schwach und verwirrend erschienen.
Am 28. März hatte er sogar geäußert, dass der Krieg verloren gehen könnte: "Ich hielt das Risiko nicht für groß, aber Kriege bergen immer Überraschungen. Und es kann sehr schlimme Überraschungen geben. Ich meine, Kriege gehen verloren, die man eigentlich gewinnen sollte. Viele Kriege gehen verloren … Man denkt, ein Land wird jemanden auslöschen, und am Ende wird es selbst ausgelöscht. Es ist also immer riskant." (https://x.com/FurkanGozukara/status/2037671132275376138)
"Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken, wo sie hingehören."
Donald Trump
In seiner Ansprache an die Nation vom Mittwoch war auch der Beistand für die Befreiung der Iraner verschwunden, der noch zu Kriegsbeginn eine große Rolle spielte. Jetzt droht er der gesamtem iranischen Nation: "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken, wo sie hingehören."
Trump konnte mit seiner Rede die "Märkte" nicht beruhigen. Nachdem Trumps Äußerungen die Hoffnungen der Anleger auf einen raschen Konfliktabschluss zunichte gemacht hatten, fielen die Aktien-Futures und der Ölpreis stieg weiter an. Brent-Rohöl stieg um 7,4 % und überschritt 108 Dollar pro Barrel, während die US-Benchmark um 7 % zulegte und sich bei rund 107 Dollar einpendelte, wobei die Aktienmärkte ihre zuvor erzielten Gewinne wieder einbüßten. Benzin hat mittlerweile die 4-Dollar-Marke pro Gallone überschritten.
Trump versuchte, die US-Amerikaner zu beruhigen, indem er den Anstieg der Benzinpreise als "vorübergehendes" Phänomen bezeichnete, das die Solidität der US-Wirtschaft nicht beeinträchtigen werde und ohnehin nichts mit dem Konflikt zu tun habe. Es fällt jedoch schwer, dieser Darstellung zu folgen und den Krieg mit dem Iran nicht als Hauptursache für die wirtschaftliche Instabilität zu sehen.
"Wir können uns nicht um die Kinderbetreuung kümmern. Wir sind ein großes Land. Wir führen Kriege. Es ist uns nicht möglich, uns um Kinderbetreuung, Medicaid, Medicare und all diese individuellen Dinge zu kümmern. Wir müssen uns um eine einzige Sache kümmern: militärischen Schutz."
(1. April 2026, während eines Easter Luncheon (Oster-Empfangs) im Weißen Haus)
https://x.com/ProjectLincoln/status/2039730936158249141
Angriffe auf iranische Infrastruktur
"Als nächstes kommen Brücken, dann Kraftwerke"
Donald Trump
Inzwischen haben die USA und Israel den Krieg weiter eskaliert. Am heutigen Freitag (3.4.) hat Trump Iran mit der weiteren Zerstörung von wichtiger Infrastruktur gedroht und damit begonnen. "Unsere Streitkräfte, die größten und stärksten der Welt, haben noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig ist. Als nächstes kommen Brücken, dann Kraftwerke", schrieb der US-Präsident in den sozialen Medien. (https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116338464010194156)
So wurde bei neuen Angriffen auf Iran eine große Autobahnbrücke getroffen und teilweise zerstört. Iran berichtet, dass zwei Angriffen auf die Brücke erfolgten. Bei dem ersten Angriff habe es zwei zivile Opfer gegeben. Der zweite Angriff sei erfolgt, als Einsatzkräfte zu Hilfe gekommen seien. Insgesamt wurden acht Menschen getötet und 95 weitere verletzt.

Das Stahlwerk Mobarakeh bei Isfahan musste nach Bombenangriffenn den Betrieb einstellen. Das Werk ist der größte Stahlproduzent des Landes und ein wichtiger Pfeiler der inländischen Versorgung.
Institut Pasteur in Teheran schwer beschädigt
In Teheran wurde das Institut Pasteur bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Das Pasteur-Institut ist das älteste und angesehenste Forschungs- und Gesundheitszentrum im Iran und im gesamten Nahen Osten. Es wurde 1920 durch ein Abkommen zwischen dem Pasteur-Institut in Paris und der iranischen Regierung gegründet. "Der Angriff gegen das Institut Pasteur des Iran, ein hundertjähriger Pfeiler der Weltgesundheit und Mitglied des internationalen Pasteur-Netzwerks, ist eine direkte Attacke gegen die internationale Gesundheitsversorgung", teilte der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, im Online-Netzwerk X mit. Er veröffentlichte Bilder des stark beschädigten Gebäudes.

Im Westen Teherans wurde die Daro-Bakhsh-Pharmazeutische Fabrik bombardiert. Sie ist eines der renomiertesten Produktionszentren für Arzneimittel im Iran und stellt einen erheblichen Teil der inländischen Arzneimittelversorgung des Landes her, darunter Antibiotika, Herz-Kreislauf-Medikamente und intravenöse Flüssigkeiten, die bei Krankenhausoperationen verwendet werden.
Iran antwortet mit Gegenschlägen.
Iranische Raketenangriffe zielten wieder auf die US-Militärbasen in den Golfstaaten, Kuwait und Irak.
Nach Angaben der iranischer Nachrichtenagentur Tasnim griff Iran auch Niederlassungen von US-Firmen in Abu Dhabi, Amazon-Rechenzentrum und die Aluminiumindustrie in Bahrain, die Waffenfabriken von Rafael in Israel, US-Soldaten in der Nähe von Manama (Bahrain), die israelischen Luftwaffenstützpunkte Tel Nof, Palmachim und Ben Gurion sowie militärische Stellungen in Tel Aviv, Haifa, Eilat und weiteren Orten an. Bei den Raketenangriffen auf Tel Aviv sei in der Nacht auf Freitag das Hauptquartier des israelischen Geheimdienstes Mossad schwer beschädigt worden.
Schwer beschädigt durch iranische Raketen wurde die Fabrik von Aerosol Aviation Solutions, einem Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung kleiner taktischer Drohnen und Quadcopter, die u.a. zum Töten der Bevölkerung von Gaza eingesetzt werden, spezialisiert hat. Das Unternehmen ist auch strategischer Zulieferer für große israelische Rüstungsunternehmen wie Rafael, Elbit Systems und Israel Aerospace Industries (IAI).
Das kuwaitische Ministerium für Elektrizität und Wasser teilte mit, dass am Freitagmorgen ein Kraftwerk und eine Meerwasserentsalzungsanlage vom Iran angegriffen wurden, was zu "materiellem Schaden" führte. Zuvor war auch die kuwaitische Ölraffinerie Mina al-Ahmadi mit Drohnen angegriffen worden, die in mehreren Betriebseinheiten Brände auslösten. Raffinerien sind für Kuwaits Ölförderung von entscheidender Bedeutung, denn ohne sie müssten die Ölquellen stillgelegt werden. Eine Abschaltung und Wiederinbetriebnahme der Raffinerien wäre äußerst zeitaufwendig.
Der Sprecher des iranischen Militärs warnte, dass demnächst sieben strategisch wichtige Brücken angegriffen werden (Brücke Saudi Arabien–Bahrain, Brücken in Dubai und Jordanien).
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