Linke / Wahlen in Europa

alt17.05.2014: "Mit gerade einmal 63 Jahren wurde uns ein Kämpfer für die internationale ArbeiterInnensolidarität und ein Mensch mit tiefer politischer Überzeugung und Integrität genommen. Babis wird in Erinnerung bleiben für seine starke Entschlossenheit im Kampf gegen den Kapitalismus, seine Verpflichtung zu Frieden und Gerechtigkeit wie auch für seine Herzlichkeit und Freundschaft." Mit diesen Worten gedachte Gabi Zimmer für die Fraktion der Vereinten Europäischen Linken (GUE/NGL) dem Abgeordneten der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) im Europäischen Parlament  und Genossen Charalampos (Babis) Angourakis.

Am 12. Mai, mitten im Wahlkampf, ist Babis Angourakis in einem Krankenhaus in Athen verstorben. Am 14. Mai wurde er im Friedhof von Kesariani beigesetzt.

Babis Agourakis wurde 1951 in Bukarest, Rumänien, geboren. Seine Eltern mussten nach dem Ende des Bürgerkriegs fliehen und in die politische Emigration. 1968 ubersiedelte die Familie – den Vater hatte er 1967 durch einen Verkehrsunfall verloren - in die DDR, wo Babis sein Studium als Ingenieur absolviert. Er wurde Mitglied der Koordinierungsbüros des Kommunistischen Jugendverbandes Griechenlands (KNE) und der Studentenbewegung in den sozialistischen Ländern und in Westeuropa. Bereits aus dieser Zeit rühren die ersten Kontakte von westdeutschen MarxistInnen und KommunistInnen mit Babis Angourakis.

Erst Ende 1979 hob die griechische Regierung das Rückkehrverbot auf. Babis konnte nach Griechenland zurückkehren und dort in der KNE und der KKE aktiv werden. In den Jahren 1992 bis 2009 war er Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen des ZK der KKE. In dieser Funktion vertrat er seine Partei u.a. bei den Treffen des »Forum von Sao Paolo«, wo er sich vehement für die Autonomie der kommunistischen Parteien und die breite Zusammenarbeit der Linkskräfte einsetzte.

In den Jahren 1997 bis 2000 war er Abgeordneter des griechischen Parlaments für den Athener Wahlkreis 1, 2009 wurde er zum Abgeordneten des Europäischen Parlaments gewählt.

Als der deutsche Bundespräsident Gauck im März 2014 Athen besuchte, war Babis unter den Demonstranten, die vor dem Finanzministerium ein – vorab von Gewerkschaften vereinbartes – Gespräch mit Arbeitsminister Giannis Vroutsis forderten. Beim brutalen Vorgehen der Polizei wurden drei Gewerkschafter schwer verletzt und auch Babis wurde, obwohl die Polizei ihn als Europaabgeordneten erkannte, niedergeschlagen und am Kopf verletzt.

Babis Angourakis gehörte zu den ersten Unterzeichnern eines Aufrufs gegen das geplante Freihandels- und Investitionsschutzabkommen TTIP zwischen der EU und den USA.

Bei Veranstaltungen der DKP informierte er über die Krise in Griechenland und die Politik der KKE.

In einer Erklärung des ZK der KKE wird darauf verwiesen, dass Babis Angourakis auf vielen verantwortungsvollen Stellen für die kommunistische Bewegung gearbeitet hat. Er engagierte sich für die Entwicklung der internationalen Solidarität, u.a. für die Entsendung von Solidaritätsbrigaden in das sandinistische Nicaragua. Nach dem Untergang des Sozialismus trat er Auflösungsversuchen entgegen und beteiligte sich aktiv am Wiederaufbau und der Stärkung der KKE. „Sein ganzes Leben hat er dem Kampf, der KKE, der Arbeiterklasse und unserem Volkes gewidmet, für eine bessere Zukunft, für den Sozialismus.“

Das Zentralkomitee von SYRIZA erklärte: „Die Nachricht von verfrühten Tod Babis Angourakis hat alle die ihn kannten in Trauer versetzt. Babis Angourakis war ein selbstloser, edler Kommunist und ethisches Vorbild.“

Mit dem Tod von Babis haben auch die KommunistInnen und MarxistInnen in Deutschland einen Genossen und Freund verloren.

Leo Mayer

 

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Es referieren:
Nicole Mayer-Ahuja, Professorin für Soziologie, Uni Göttingen
Frank Deppe, emer. Professor für Politikwissenschaft, Marburg

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Bettina Jürgensen, Frank Deppe, Heinz Bierbaum, Heinz Stehr, Ingar Solty

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