Meinungen

08.05.2026: Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten - zum Jahrstag der Befreiung vom deutschen Faschismus


Es ist erstaunlich, mit welcher Penetranz die politischen Eliten – insbesondere in Europa – immer wieder versuchen, den 8./ 9. Mai umzudeuten. Nachdem der 8. Mai 1945 aus der Erinnerung der Völker nicht mehr zu verdrängen ist, ebenso wenig wie der 25. April aus der Erinnerung in Italien und Portugal, soll nun der 9. Mai wenigstens zum „Europatag“ werden und nicht mehr als „Tag des Sieges“ gefeiert werden, wie er insbesondere in den osteuropäischen Ländern seit Jahrzehnten begangen wird.

Nachdem mit Beginn des Ukraine-Krieges versucht wurde, die Beteiligung offizieller russischer und belorussischer Repräsentanten bei Gedenkveranstaltungen zu verhindern, und die Berliner Landesregierung sogar durch eine Pauschalverfügungen das Zeigen von Symbolen der Sowjetunion an den Ehrenmalen für die Befreiung und die Befreier am 8./ 9. Mai unter Strafe stellt, zeigt sich auch in diesem Jahr, dass das kollektive Gedächtnis der Menschen nicht den politischen Vorgaben der Regierenden folgt. An vielen Orten insbesondere in Deutschland und Österreich fanden in den vergangenen Tagen bereits würdige Gedenkveranstaltungen für die sowjetischen Befreier, die mit einem hohen Blutzoll für die militärische Zerschlagung der nazistischen Barbarei gekämpft haben, statt. Wir danken allen Institutionen und Antifaschisten der Zivilgesellschaft, die solche würdige Erinnerung ermöglicht haben.

Für die FIR und ihre Mitgliedsverbände bleibt es dabei:
Der 8. Mai 1945 war das „Morgenrot der Menschheit“, wie es Peter Gingold, jüdischer Kommunist und deutscher Kämpfer in den Reihen der Résistance und der italienischen Resistenza, in seinen Erinnerungen formulierte. An diesem Tag haben alle Angehörigen der Anti-Hitler-Koalition, die Kämpfer in den militärische Einheiten der alliierten Streitkräfte, die Partisanen in den vom deutschen Faschismus okkupierten Territorien, die Frauen und Männer aus dem antifaschistischen Kampf, in der Illegalität, im Exil oder in den Haftstätten, bewiesen, dass die nazistische Bestie durch das gemeinsame Handeln der Völker besiegt werden konnte. Die bedingungslose Kapitulation war nur der sichtbare Ausdruck für den heroischen Kampf der Völker für ihre Befreiung, für die hohen Blutopfer, die insbesondere die militärischen Verbände der sowjetischen Streitkräfte beim Vormarsch auf die deutsche Reichshauptstadt Berlin erbringen mussten. Im vergangenen Jahr haben wir zudem daran erinnert, dass mit dem 8.Mai 1945 zwar die Zerschlagung des Nazismus erreicht worden war, der gleichermaßen blutige Krieg im asiatischen Raum jedoch erst Anfang September 1945 mit der Kapitulation des japanischen Militarismus zu Ende ging.

Und so erinnern wir an diesem Tag an alle Frauen und Männer, die sich unter Einsatz ihrer Gesundheit, ihrer Freiheit und ihres Lebens in allen Formationen der alliierten Streitkräfte und den gesellschaftlichen Bewegungen für die Niederlage der nazistischen Barbarei und des japanischen Militarismus eingesetzt haben. Wir werden nicht zulassen, dass ihr Andenken aus politischen Erwägungen heute missachtet oder verdrängt wird. Wir protestieren gegen die Schändung und Beseitigung von Gedenkzeichen, wie wir sie in verschiedenen Ländern erleben müssen, sowie gegen Regierungsanweisungen, Vertreter von Nachfolgestaaten der UdSSR von öffentlichen Gedenkveranstaltungen auszuschließen.

Schon im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass es viele Menschen nicht akzeptieren, wenn die Regierenden glauben, aus tagespolitischen Erwägungen zwischen „guten“ und „bösen“ Befreiern unterscheiden zu können. Die Teilnahme aus der Zivilgesellschaft an regionalen Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr zeigt, dass es nicht nur um die Erinnerung an die Opfer, sondern auch um eine Würdigung der Befreier geht.
Das politische Vermächtnis des Jahres 1945: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ haben auch die Überlebenden der Konzentrationslager und Haftstätten in Vermächtnissen formuliert. So versprachen die Häftlinge des KZ Mauthausen sich, als „Denkmal der Soldaten der Freiheit“ „die Welt des freien Menschen“ zu errichten. Dazu riefen sie alle Antifaschisten auf mit der Losung „Es lebe die internationale Solidarität! Es lebe die Freiheit!“ Diese Botschaften besitzen Aktualität für antifaschistisches Handeln heute und morgen.

Daher ist für die FIR und ihre Mitgliedsverbände die Erinnerung an den 8. und 9. Mai 1945 kein historisches Gedenken der Opfer, sondern Verpflichtung, das politische Vermächtnis der Überlebenden, aller Angehörigen der Anti-Hitler-Koalition für heute zu bewahren und für die Zukunft lebendig zu halten.

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