Der Kommentar

Corona SchutzmaskenEin Kommentar von Franz Garnreiter (isw)      

02.04.2020: "Profiteure der Pandemie" überschreibt die Süddeutsche Zeitung einen Artikel zum Markt für Viren-Schutzausrüstungen. Sie beklagt, dass "Betrüger" (wie sie schreibt) die Knappheit an solchen Ausrüstungen in "Wucherpreise" ummünzen und "Kasse machen wollen".[1] Im zusammengesparten Gesundheitswesen wütet wohl in der Tat ein Hauen und Stechen der Marktstarken gegen die Schwachen, also Wettbewerb in intensivierter Form.

Aber sollte ein marktwirtschaftsfrommes Blatt wie die SZ nicht viel eher begeistert sein über diese Situation? Freie Märkte sind doch die geniale Erfindung der Menschheit überhaupt, wenn man gleichzeitig das persönliche Nutzenmaximum und das gesellschaftliche Wohlfahrtsoptimum erreichen will. Das haben die SZ-Autoren doch wie wir alle in Schule oder Universität ausführlich eingetrichtert bekommen. Und in diesem Sinne schreiben sie ja auch tagtäglich auf den Wirtschaftsseiten. Wo doch die Alternative zum freien Markt Kommandowirtschaft, Staatsbürokratie und Mangel an Allem bedeutet.

Märkte sind doch ideal dafür geeignet, bei einer Störung – egal welcher Auslöser, egal woher sie kommt – hoch effizient und blitzschnell auf eine neue optimale Gleichgewichtslage umzuschalten. Wenn etwas knapp ist, dann gehen – glücklicherweise – die Preise hoch, notfalls sehr hoch, es werden neue Anbieter angelockt, und schwupp-di-wupp gibt’s ein neues Gleichgewicht mit voller Markträumung (also jeder Nachfrager kriegt so viel, wie er zu zahlen bereit ist), und das alles bei maximal möglichem Gesamtnutzen für die Gesamtgesellschaft. Exakt so soll der Preismechanismus wirken: immer das Angebot mit der Nachfrage ausgleichen, alle Zahlungsfähigen befriedigen. Das ist das gesellschaftliche Optimum in der Wirtschaft, marktwirtschaftliche Glückseligkeit.

Oder stimmt da irgendwo irgendetwas nicht so ganz?

Nun: Der Zusammenbruch des sehr unvollkommenen Sozialismus im Osten; die darauf folgende, mit allen propagandistischen Mitteln (z.B. INSM) und mit dem riesigen finanziellen Einsatz der Profiteure dieser Wirtschaftsordnung des Westens geführte Diskreditierung aller marktwirtschaftskritischen Gedanken, Analysen, Überlegungen; der totale Durchmarsch und die Realität-Werdung einer neoliberalen Pro-Großkonzern-, Pro-Großkapital-, Pro-Global-Player-Ideologie; die fortwährende Privatisierung elementarer Daseinsvorsorge, hier insbesondere des Gesundheitswesens, und ihre Unterwerfung unter das Diktat der Profitmaximierung; und schließlich das jahrzehntelange Runterfahren und "Einsparen" aller sozialen Infrastruktur, verbunden mit einem unmenschlichen Druck auf die ärmeren und schwächeren Länder im Süden, auf dass "die Wirtschaft" nicht in Gefahr gerät, womöglich mehr Steuern als nur minimalste Peanuts zahlen zu müssen: Dies alles bereitete die Grundlage dafür, dass wir heute in Form tausender vermeidbarer Corona-Toten für diese Malaise bezahlen, die uns ein auf maximale Kosteneinsparung und maximale Gewinnerzielung getrimmtes Gesundheitssystem beschert.

Marktwirtschaft tötet. Die Markt-Ideologie gibt dafür die Anleitung.

Der Kommentar ist auf der Internetseite des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung isw erschienen https://www.isw-muenchen.de

Anmerkungen:

[1] Süddeutsche Zeitung , 29.3.2020: "Coronavirus: Profiteure der Pandemie"
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-betrug-schutz-masken-kriminalitaet-1.4861095


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mit Rihm Miriam Hamdan von "Palästina spricht"

Wir unterhalten uns über den israelischen Vernichtungskrieg, die Rolle Deutschlands (am 8. und 9. April findet beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag die Anhörung über die Klage Nicaraguas gegen Deutschland wegen Beihilfe zum Völkermord statt), die Situation in Gaza und dem Westjordanland und den "Tag danach".

Onlineveranstaltung der marxistischen linken
Donnerstag, 18. April, 19 Uhr

https://us02web.zoom.us/j/82064720080
Meeting-ID: 820 6472 0080


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Ratschlag marxistische Politik:

Gewerkschaften zwischen Integration und Klassenkampf

Samstag, 20. April 2024, 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr
in Frankfurt am Main

Es referieren:
Nicole Mayer-Ahuja, Professorin für Soziologie, Uni Göttingen
Frank Deppe, emer. Professor für Politikwissenschaft, Marburg

Zu diesem Ratschlag laden ein:
Bettina Jürgensen, Frank Deppe, Heinz Bierbaum, Heinz Stehr, Ingar Solty

Anmeldung aufgrund begrenzter Raumkapazität bis spätestens 13.04.24 erforderlich unter:
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Farkha2023 21 Buehnentranspi

Farkha-Festival 2024 abgesagt.
Wegen Völkermord in Gaza und Staatsterror und Siedlergewalt im Westjordanland.
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UNRWA Gazakrieg Essenausgabe

UNRWA Nothilfeaufruf für Gaza
Vereint in Menschlichkeit, vereint in Aktion

Mehr als 2 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Palästina-Flüchtlinge, zahlen den verheerenden Preis für die Eskalation im Gazastreifen.
Zivilisten sterben, während die Welt zusieht. Die Luftangriffe gehen weiter. Familien werden massenweise vertrieben. Lebensrettende Hilfsgüter gehen zur Neige. Der Zugang für humanitäre Hilfe wird nach wie vor verweigert.
Unter diesen Umständen sind Hunderttausende von Vertriebenen in UNRWA-Schulen untergebracht. Tausende unserer humanitären Helfer sind vor Ort, um Hilfe zu leisten, aber Nahrungsmittel, Wasser und andere lebenswichtige Güter werden bald aufgebraucht sein.
Das UNRWA fordert den sofortigen Zugang zu humanitärer Hilfe und die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern für bedürftige Palästina-Flüchtlinge.
Dies ist ein Moment, der zum Handeln auffordert. Lassen Sie uns gemeinsam für die Menschlichkeit eintreten und denjenigen, die es am meisten brauchen, die dringend benötigte Hilfe bringen.

Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge

Spenden: https://donate.unrwa.org/gaza/~my-donation


 

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