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23.03.2011: Deutschlands Top-Manager haben die Krise längst hinter sich gelassen. Sie schieben heute Bezüge ein, die größtenteils über dem Vorkrisenniveau liegen. Nach einem kurzen Einbruch 2008, hatten sie im Krisenjahr 2009 bereits wieder um 7 Prozent zugelegt. Jetzt im Boomjahr 2010 schossen nicht nur die Profite der Dax-30-Konzerne in die Höhe, sondern es regnete auch wieder heftig millionenschwere Jahresboni vom Himmel. Nach den 20 Geschäftsberichten die bislang vorliegen, betrugen die durchschnittlichen Zuwachsraten der Verdienste der Vorstandschefs 33,6 % - keine schlechte Vorgabe für die anstehenden Tarifrunden.

Im Durchschnitt kassierte 2010 ein Dax-Boss fast fünf Millionen Euro (4,92 Mio. Euro) im Jahr; soviel wie 175 deutsche Durchschnittsverdiener zusammen. Shooting Star war im vergangenen Jahr VW-Boss Martin Winterkorn. Er legte um 41,4 % zu und führte mit einem Jahresgehalt von 9,33 Millionen Euro das Vorstands-Ranking an. 7,6 Millionen Euro entfallen dabei auf Jahresbonus und andere Prämien. Seiner Belegschaft billigte er in der jüngsten VW-Tarifrunde gerade mal eine Erhöhung der Monatsentgelte von 3,2 % zu (siehe Roter Käfer ….), bei einer Laufzeit von 16 Monaten. Die anderen Autobosse legten prozentual sogar noch stärker zu: Daimler Chef Zetsche + 105 % und 8,69 Millionen Euro (Platz 4) und Norbert Reithofer (BMW) + 66,6 % und 4,3 Millionen Euro. Siemens-Chef gönnte sich 26,1 % mehr und schob 8,98 Millionen Euro ein und kam damit auf Platz 2. Am meisten wurden von der Krise die Vorstandsvorsitzenden der Finanzbranche gebeutelt - aber nur für ein Jahr. 2008 musste Deutschbankier Ackermann musste mit seinem mageren Grundgehalt von 1,3 Millionen Euro über die Runden kommen. Im Jahr drauf raffte er bereits wieder knapp zehn Millionen; 2010 waren es 10,7 % weniger: 8,84 Millionen Euro Jahresgehalt. Das Investmentbanking brummt wie vor der Krise und deshalb schüttet es Boni wie eh und je. Das Hauptgeschäft in diesem Spekulationsbereich sind jetzt Emissionen und Handel mit Staatsanleihen. Anshu Jain, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und deren Top-Investmentbanker kassierte gut ein Drittel mehr als sein Chef: 12 Millionen Euro.

Die guten Geschäfte und der Aufschwung der Profite werden die erfolgsabhängigen Bestandteile der Vorstandsbezüge in diesem Jahr weiter nach oben katapultieren. Aber auch für schlechtere Zeiten sorgen die Bosse bereits vor. Sie arbeiten an Bezahlungssystemen, in denen der der feste Gehaltsanteil erhöht wird. Vorreiter sind hier die Commerzbank und die Deutsche Bank. Ackermann möchte  verdienstmäßig nicht noch einmal in die Nähe eines Hartz-IV-Empfängers kommen.

Text: fresch    Foto: jHayne

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