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17.02.2026: Energieblockade der USA: Kuba droht eine humanitäre Katastrophe ++ Trump:  Kuba ist "außerordentliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit der USA ++ Ländern, die Öl nach Kuba liefern, drohen hohe Sonderzölle ++ Russland liefert Öl nach Kuba

 

Die Menschen auf Kuba erleben derzeit die wohl schwierigste Energiekrise in der jüngsten Geschichte der Karibikinsel, seitdem die USA eine de facto totale Erdölblockade gegen den Inselstaat verhängt haben.

Nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang des Monats haben die USA Kuba ins Visier genommen, das laut Trump als Nächstes "zum Fallen bereit" sei.

Geständnis eines Kriegsverbrechens

Cuba Trump kein Oel17.2.2026: Trump erklärt offen, dass er eine "humanitäre Drohung“ ausspricht, um einen Regimewechsel in Kuba zu erzwingen. "Es gibt ein Embargo. Es gibt kein Öl. Es gibt kein Geld. Es gibt gar nichts.“ Ein unmissverständliches Geständnis eines Kriegsverbrechens. 
Video: 
https://x.com/MaxBlumenthal/status/2023586107909189930

Nachdem US-Streitkräfte zu Jahresbeginn den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführten und damit die bis dato unkomplizierte Ölversorgung aus Caracas unterbrachen, verlor Kuba seinen wichtigsten Öl-Lieferanten.

Mit einer am 30. Januar 2026 in Kraft getretenen Executive Order hat US-Präsident Trump die "Politiken, Praktiken und Handlungen der Regierung Kubas“ zu einer "ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung“ für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der USA erklärt.

"Die Vereinigten Staaten dulden die Gräueltaten des kommunistischen kubanischen Regimes in keiner Weise", heißt es in der Anordnung. "Ich stelle fest, dass die Politik, die Praktiken und das Handeln der kubanischen Regierung die Sicherheit, die nationale Sicherheit und die Außenpolitik der Vereinigten Staaten unmittelbar bedrohen."

Mit dem Ziel, den Export von Öl und Kraftstoffen nach Kuba zu unterbinden, droht die US-Regierung allen Staaten mit empfindlichen Sonderzöllen, die direkt oder indirekt Ölprodukte an Kuba verkaufen oder auf anderem Weg zur Verfügung stellen.

Das Weiße Haus wirft Kuba vor, "Russlands größte ausländische Einrichtung für Fernmeldeaufklärung" zu beherbergen. Zudem beschuldigte die US-Administration Havanna, "kommunistischen" Einfluss in der westlichen Hemisphäre zu verbreiten und Feinde der USA sowie transnationale terroristische Netzwerke zu unterstützen, denen es darum ginge, die USA zu zerstören.

Ferner stünde das Handeln der kubanischen Regierung im Widerspruch zu "den moralischen und politischen Werten demokratischer und freier Gesellschaften“ und "im Widerspruch zur Außenpolitik der Vereinigten Staaten, die darauf abzielt, einen friedlichen Wandel in Kuba zu fördern und Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte weltweit zu stärken.“

Die Blockade von Kraftstofflieferungen spitzt die Anfang der 1960er Jahre noch unter Präsident Kennedy begonnene Blockade Kubas extrem zu. Von Beginn an verstieß das Embargo gegen das in der UN-Charta verankerte Prinzip der souveränen Gleichheit der Nationen und das Verbot der Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten. Die Weltgemeinschaft hat diese auf die Monroe-Doktrin gestützte US-Politik in jährlichen, stets beinahe einstimmigen Resolutionen verurteilt – zuletzt am 29. Oktober 2025.

Mexiko leistet nur noch humanitäre Hilfe

Unter der Drohung der Trump-Regierung, hohe Strafzölle gegen Länder zu verhängen, die Öl nach Kuba liefern, knickte Mexiko ein. Mexiko liefert zwar noch humanitäre Hilfe nach Kuba, hat aber seine Rohöllieferungen an die Insel vorerst eingestellt.

"Was bedeutet humanitäre Hilfe? Das Öl in Mexiko wird für Fahrzeuge und Kraftwerke verwendet. Ohne es entsteht eine humanitäre Krise", sagte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. "Mexiko wird nach verschiedenen Alternativen suchen, um dem kubanischen Volk im Einklang mit der Tradition des Völkerrechts humanitäre Hilfe zu leisten. Wir werden nach einer Möglichkeit suchen, die Solidarität mit dem kubanischen Volk aufrechtzuerhalten, ohne Mexiko zu gefährden", sagte sie.

Energieblockade der USA: Kuba droht eine humanitäre Katastrophe

Unter diesen Umständen ergriff die kubanische Regierung außerordentliche Maßnahmen zur Einsparung von Kraftstoff: Staatliche Unternehmen stellten auf eine Vier-Tage-Woche um, die Unterrichtszeiten in Schulen und Hochschulen wurden verkürzt, der Personenverkehr zwischen den Provinzen und der Betrieb großer touristischer Einrichtungen wurden eingeschränkt. Kubanische Behörden warnten die internationalen Fluggesellschaften, dass das Auftanken auf den Flughäfen der Inselrepublik für den nächsten Monat nicht verfügbar sein wird.

Cuba Lehrerin

Mit dem Ölembargo die gesamte Wirtschaft des Landes, einschließlich der Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch.

Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf das kubanische Gesundheitssystem: Die bestehende Blockade untergräbt das Recht auf Gesundheit der kubanischen Bevölkerung durch gravierende Einschränkungen beim Zugang zu Medikamenten, medizinischen Geräten, Ersatzteilen und moderner Diagnostik. Die Blockade von Kraftstofflieferungen wird diese verheerenden Folgen weiter verschärfen, da ohne gesicherte Energie- und Treibstoffversorgung der Betrieb medizinischer Einrichtungen sowie Notfall- und Präventionsdienste massiv beeinträchtigt werden.

Russland bereitet Öllieferungen nach Kuba vor

Vor diesem Hintergrund berichtete Radio Habana Cuba (RHC) am vergangenen Donnerstag (12.2.), dass es Gespräche mit Russland über die Lieferungen von Öl und Erdölprodukten gibt.

Die russische Botschaft in Kuba hat bereits angekündigt, dass eine Lieferung von Öl und raffinierten Produkten als humanitäre Hilfe vorbereitet werde, um die Energiekrise zu lindern, unter der das karibische Land leidet.

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bestätigte die Gespräche und erklärte, dass Moskau verschiedene Optionen zur Energieversorgung prüfe. Er vermied es jedoch aus "verständlichen Gründen", öffentlich Details zu nennen.

"Wir stehen seit Tagen in Kontakt mit unseren kubanischen Freunden und diskutieren Möglichkeiten, ihnen zu helfen", bekräftigte Peskow und betonte, dass die Zusammenarbeit mit Havanna im Energiebereich Teil einer historischen Solidaritätsbeziehung sei.

Peskow schloss jedoch aus, dass Russland in dieser Frage eine direkte Konfrontation mit den Vereinigten Staaten anstrebt.
"Wir wollen keine Eskalation. Andererseits haben wir derzeit praktisch keinen Handel mit den USA“, stellte er fest und erinnerte daran, dass die bilateralen Beziehungen aufgrund früherer Sanktionen bereits praktisch zum Erliegen gekommen sind. In diesem Zusammenhang betonte der Sprecher, dass Moskau sich zu einem "konstruktiven Dialog“ zur Lösung der Differenzen verpflichtet habe.

Da, wie Pekow sagte, keine nennenswerten Handelsbeziehungen zwischen Washington und Moskau bestehen, sind die Möglichkeiten für direkten Druck auf Russland begrenzt, was die Lieferungen erleichtern könnte.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, äußerte sich deutlicher und bezeichnete die Maßnahmen Washingtons als "Energieblockade“ gegen Kuba. Laut Zakharova zielt die Politik der USA darauf ab, die karibische Nation zu ersticken und ihre Bevölkerung zu bestrafen, was eine "neokoloniale Praxis" darstellt, die gegen grundlegende Prinzipien des Völkerrechts und die Souveränität der Nationen verstößt.

Der Chefredakteur der Zeitschrift Lateinamerika Wiktor Hejfez fügt hinzu: Die Stärkung der Beziehungen zwischen Moskau und Havanna schaffe für die USA eine "Zone strategischer Verwundbarkeit" an ihren Grenzen. "Das ist weniger eine wirtschaftliche als vielmehr eine politische Frage. Denn wenn Russland nichts für seinen Partner unternehme, wer werde dann morgen bereit sein, uns zu vertrauen? Kuba benötigt in erster Linie Öl – die übrige humanitäre Hilfe kann es von anderen Ländern erhalten."

Russland hat keine öffentlichen Details darüber bekannt gegeben, wie die Öllieferung erfolgen soll, aber versichert, dass die Hilfe die Insel erreichen wird.


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