Internationales

11.02.2011: Eigentlich wollte ich heute Mittag Magdi anrufen und zur Rede von Mubarak befragen und zu dem neuen Gerücht, dass Mubarak aus Kairo abgereist sei. Aber die Verbindung mit ihm kam nicht zustande. Ich erreichte aber einen Gesprächspartner, der gerade auf dem Platz vor dem staatlichen Fernsehgebäude stand. Er schilderte mir eine Momentaufnahme der Situation auf dem Platz.

"Ich bin auf dem Platz vor dem staatlichen Fernsehgebäude und steige gerade auf einen Panzer. Was hier passiert, ist wirklich hochinteressant.

Mehrere 10.000 Leute sind hier auf der Uferstraße vor dem verhassten staatlichen Fernsehen. Auf der anderen Seite, nur getrennt durch Stacheldraht, die Präsidialgarde, die Garde Mubaraks. Es ist eine brenzlige Situation. Die Menschenmenge hier wird immer größer und drückt mit alle Macht gegen den Stacheldraht. Man konnte gerade beobachten, wie auf der anderen Seite Munitionskisten an die gepanzerten Fahrzeuge verteilt wurden und wie die Hüllen der aufgepflanzten Maschinengewehre entfernt wurden. Die Präsidialgarde wird immer nervöser, was den Schutz des Fernsehgebäudes angeht.

Jetzt reißen Demonstranten den Draht runter, sie reißen den Stacheldraht um. Jetzt wird es wirklich brenzlig. Soldaten der Präsidialgarde versuchen, den Draht wieder zurückzuziehen, aber auf der anderen Seite ziehen die Demonstranten immer wieder den Draht runter. Es ist ein Hin und Her, es ist eine Art Tauziehen. Auf der einen Seite die Demonstranten, auf der anderen Seite die Präsidialgarde, an die scharfe Munition verteilt worden ist.

Hier ist eine wahnsinnige Masse von Leuten, die, sollte sie erst einmal den Stacheldraht überwunden haben, kaum noch kontrolliert werden könnte. Aber jetzt beruhigt sich die Lage wieder etwas. Einige Demonstranten helfen selber mit, den Stacheldraht wieder aufzurichten. Sie schätzen wohl selber ein, was für eine Situation entstanden ist.

Die Lage beruhigt sich nun, aber es ist eine große Nervosität auf beiden Seiten. Die Demonstranten fühlen sich sehr stark, gerade weil sie so viele sind. So viele Menschen haben noch nie vor dem Fernsehgebäude demonstriert. Das hat heute Morgen angefangen, besser gesagt, schon gestern Nacht nach der Rede von Mubarak. Da zogen sie langsam zu dem Fernsehgebäude und haben sich dort häuslich eingerichtet. Sie sind mit Decken hergekommen, die sie vor den Panzern ausgelegt haben, um sich darauf niederzulassen. Sie haben sogar ein kleines Krankenhaus errichtet, haben Zelte aufgebaut, also es entstand eine weitere Basis jenseits vom Tahrir-Platz, der von hier etwa 500 m entfernt liegt.

Jetzt hat sich eine Reihe Soldaten vorne in die erste Reihe gestellt, um so zu verhindern, dass Demonstranten über den Stacheldraht steigen. Und auch die Demonstranten bilden jetzt in den vorderen Reihen eigene Ketten, um selber zu verhindern, dass irgendwelche Leute versuchen, den Stacheldraht zu überwinden. Sie haben selber eingeschätzt, wie gefährlich die Situation hier vor wenigen Minuten war."

Der Bericht wurde gegen 14:00 aufgezeichnet von Michael Maercks

Foto: Mahmoud Saber

Farkha Festival Komitee ruft zu Spenden für die Solidaritätsarbeit in Gaza auf

CfD communist solidarity dt
zum Text hier
++++++++++++++++++++++++++++++++

Farkha2023 21 Buehnentranspi

Farkha-Festival 2024 abgesagt.
Wegen Völkermord in Gaza und Staatsterror und Siedlergewalt im Westjordanland.
hier geht es weiter zum Text


 

UNRWA Gazakrieg Essenausgabe

UNRWA Nothilfeaufruf für Gaza
Vereint in Menschlichkeit, vereint in Aktion

Mehr als 2 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Palästina-Flüchtlinge, zahlen den verheerenden Preis für die Eskalation im Gazastreifen.
Zivilisten sterben, während die Welt zusieht. Die Luftangriffe gehen weiter. Familien werden massenweise vertrieben. Lebensrettende Hilfsgüter gehen zur Neige. Der Zugang für humanitäre Hilfe wird nach wie vor verweigert.
Unter diesen Umständen sind Hunderttausende von Vertriebenen in UNRWA-Schulen untergebracht. Tausende unserer humanitären Helfer sind vor Ort, um Hilfe zu leisten, aber Nahrungsmittel, Wasser und andere lebenswichtige Güter werden bald aufgebraucht sein.
Das UNRWA fordert den sofortigen Zugang zu humanitärer Hilfe und die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern für bedürftige Palästina-Flüchtlinge.
Dies ist ein Moment, der zum Handeln auffordert. Lassen Sie uns gemeinsam für die Menschlichkeit eintreten und denjenigen, die es am meisten brauchen, die dringend benötigte Hilfe bringen.

Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge

Spenden: https://donate.unrwa.org/gaza/~my-donation


 

EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.