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28.01.2011, 14:00: Zur Stunde rollt eine Welle des Streiks über Italien. Die Metallgewerkschaft Fiom hat für heute zum Generalstreik in der Metallindustrie aufgerufen. Bereits gestern war die Metallindustrie der Emilia-Romagna mit einem Streik lahmgelegt worden. In Bologna hatten sich Tausende zu einer Kundgebung versammelten. Heute finden 18 regionale und vier zentrale Kundgebungen statt. "Wir wollen nicht für die Krise zahlen", skandieren die DemonstrantInnen. Unter anderen legt die Fiat-Belegschaft heute für acht Stunden die Arbeit nieder, um gegen den neuen Kollektivvertrag des Autobauers zu protestieren. An allen Demonstrationen beteiligen sich große Gruppen Studierender.

Tausende Demonstranten sind auch in Turin und Mailand auf der Straße, um gegen das Abkommen zu protestieren, das Fiat mit einigen sozialpartnerschaftlich orientierten Gewerkschaften abgeschlossen hat. In einem Referendum hatte die Belegschaft des Turiner Stammwerkes Mirafiori vor zwei Wochen mit einer knappen Mehrheit für die Annahme gestimmt. ("Hier ist das unbezwingbare Italien zu sehen") Heute sind 80% der Beschäftigten dieses Werkes beim Streik dabei. Bei Iveco, dem LKW-Werk von Fiat liegt die Streikbeteiligung bei 70%. "Wir protestieren gegen ein schändliches Abkommen, das die Rechte der ArbeiterInnen beschneidet", betonen die Arbeiter, die sich an der großen Demonstration in Turin beteiligen. Einige Demonstranten tragen Masken mit den Gesichtern von Fiat-Chef Marchionne und Regierungschef Silvio Berlusconi. Angeführt wird die Demonstration vom Nationalen Sekretär der Gewerkschaft Fiom, Maurizio Landini. Er meint angesichts der großen Beteiligung, dass es jetzt an der Zeit sei, den allgemeinen Generalstreik zu wagen. Paolo Ferrero, Nationaler Sekretär von Partito della Rifondazione Comunista, der ebenfalls an der Demonstration in Turin teilnimmt, sagte: "Die ArbeiterInnen haben zunehmend bemerkt, dass der Angriff von Marchionne alle angeht, und haben jetzt eine Generalantwort gegeben. Sie rufen nach dem Generalstreik."

"Es ist an der Zeit, den Generalstreik zu wagen"
"Ab nächster Woche müssen wir uns für andere Formen der Mobilisierung entscheiden, auch in Abstimmung mit der Cgil (Gewerkschaftsdachverband), mit dem Ziel des Generalstreiks aller ArbeiterInnen", sagte Laura Pezia, Miglied der nationalen Leitung von Fiom, auf der Kundgebung von Fiom Cassino. "Der heutige Streik ist nicht der Abschluss, sondern der Beginn einer Schlacht zur Rückgewinnung des kollektiven Tarifvertrages", sagte Pezia. Und weiter: "Der Angriff von Fiat richtet sich nicht nur gegen die Fiom und gegen die MetallarbeiterInnen, sondern gegen die gesamte Welt der Arbeit und gegen die Würde der ArbeiterInnen."

Währenddessen hat eine Gruppe von Fiat-ArbeiterInnen aus Cassino den Zentralbahnhof besetzt. Sie erklärten, dies geschehe als "Zeichen der Solidarität mit den Studenten, die den Bahnhof in Colleferro blockieren". Von dort wollten 1.400 Studierende zur Kundgebung nach Cassino fahren.

In Ancona blockieren 7.000 DemonstrantInnen den Hafen.

Selbst aus Sizilien kommt die Meldung über eine überwältigende Beteiligung am Streik. 80% der Bschäftigten der Petrolchemie, 60% bei Fincantieri di Palermo, 100% bei Erg in Siracusa, 70% bei der Raffinerie di Milazzo, 50% bei Microelectronics in Catania (die Belegschaft ist zum ersten Mal im Streik), 85% auf der Werft in Trapani. Auf dem zentralen Platz in Termini Imerese (Palermo) haben sich über 8.000 DemonstrantInnen versammelt.

"Die Menschen wollen den Generalstreik", stellte Giorgio Cremaschi, Mitglied der Nationalleitung von Fiom, unter großem Beifall zum Abschluss der Kundgebung in Padova fest.

Der Vizepräsident des Industriellenverbandes Confindustria, Alberto Bombassei, beklagt indessen, dass der Streik nicht demokratisch sei.

Film vom gestrigen Streik in Bologna

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Der Kommentar

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