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Italien Basta Armi nel Porto28.05.2021: Im Hafen von Ravenna sollen Waffen für Israel verladen werden ++ nach Drohung mit Streik erklärt die Reederei, dass die Waffen nicht verladen werden ++ Hafenarbeiter rufen auf, sich "aktiv gegen den Krieg" zu stellen ++ Basisgewerkschaft USB, Sea Watch u.a. organisieren Konferenz "Häfen - geschlossen für Waffen, geöffnet für Migrant*innen"

 

Vor kurzem haben sich die Hafenarbeiter von Livorno gegen die Verladung von Waffen an Israel gestellt. "Der Hafen von Livorno ist kein Komplize des Massakers an der palästinensischen Bevölkerung: Nein zum Transit des Waffenschiffs in unserem Hafen", erklärte die Basisgewerkschaft USB im Hafen von Livorno. Der Protest der Hafenarbeiter von Livorno verkürzte den Aufenthalt der mit Waffen für Israel beladene"Asiatic Island" des türkischen Reeders und Erdogan-Freundes Nevzat Kalkavan. In dem toskanischen Hafen wurden keine weiteren Container mit Kriegsmaterial verladen, das Schiff setzte nach kurzem Aufenthalt seine Fahrt fort. (siehe "Weltweit gegen Bombardierungen und Besetzung")

Wie schon in den letzten Monaten, in denen die Hafenarbeiter von Genua sich weigerten, Schiffe mit Waffen für Saudi-Arabien für den Krieg im Jemen zu beladen, hat die Mobilisierung der Arbeiter in Livorno den Transport von Waffen in ein Kriegsgebiet verhindert.

Hafenarbeiter von Ravenna: "Aktiv gegen den Krieg stellen"

Jetzt haben die Hafenarbeiter im italienischen Ravenna mit einer Streikdrohung eine Waffenlieferung an Israel vereitelt.

Italien Ravenna HafenAm 3. Juni wird das Schiff "Asiatic Liberty" der Reederei Zim auf dem Weg zum israelischen Hafen Ashdod in Ravenna einlaufen, um mit Containern mit Kriegwaffen beladen zu werden. Daraufhin gaben die Hafenarbeiter und ihre Gewerkschaften am Freitag (21.5.) bekanntgaben, dass sie sich weigern würden, "Waffen, Sprengstoffe oder anderes Kriegsmaterial, das den Konflikt zwischen Israel und der Hamas anheizen könnte", zu verladen.

Die Arbeiter des Hafens von Ravenna - so hatten sie die Gewerkschaften erklärt - "fühlen die moralische Verantwortung, alles zu tun, was in den eigenen Möglichkeiten liegt, um ihr eigenes Engagement zugunsten des Friedens zu bezeugen, und sie lehnen es ab, in irgendeiner Weise Komplize dieses tragischen Konflikts zu werden oder den zerbrechlichen Waffenstillstands zu gefährden".

Am Dienstag erklärte die Reederei, dass die Container nicht verladen werden.

Nachdem die Transportgewerkschaften Filt Cgil, Fit Cisl und Uiltrasporti "offiziell" erfahren haben, dass das Schiff, das am 3. Juni im Hafen von Ravenna erwartet wird, "den Container mit den Rüstungsgütern nicht an Bord nehmen wird, da der Reeder die Ladung aufgegeben hat", sagten sie den angekündigten Streik ab.

Die Arbeiter, so schreiben die Gewerkschaften, "sind sich auch bewusst, dass ihr Akt des Zeugnisgebens zugunsten des Friedens für das israelische und palästinensische Volk nicht im Entferntesten eine entscheidende Aktion für die Lösung des Konflikts darstellt, aber sie sind der Überzeugung, dass es notwendig und unumgänglich war, eine Botschaft zu senden". Die einzige Möglichkeit, sich dem Krieg friedlich zu widersetzen, sei es, sich aktiv gegen ihn zu stellen, wann immer sich die Gelegenheit dazu biete, schrieben die Gewerkschaften in einer Mitteilung.

Maurizio Landini (CGIL): denen die Stimme zurückgeben, die für Frieden, Respekt  und Koexistenz eintreten

Italien CGIL PalestinaMaurizio Landini, Vorsitzender der Dachgewerkschaft Cgil, setzt sich für die offizelle Anerkennung des Staates Palästina ein. "Was hindert uns daran, die Lösung 'zwei Staaten für zwei Völker' auf der Grundlage der Resolutionen der Vereinten Nationen und des gescheiterten, aber immer noch gültigen Osloer Abkommens zu verwirklichen? Nur so kann man dem Engagement für den Frieden Sinn und Substanz verleihen und den Israelis und vor allem den Palästinensern, die in Frieden leben, ohne Demütigung arbeiten, keine Angst mehr vor täglichen Schikanen und vor der Vertreibung aus ihren Häusern haben und ihre politischen und bürgerlichen Rechte auf freie und demokratische Weise ausüben wollen, wieder Hoffnung und Perspektive geben. Es würde den Status quo und jene schreckliche Normalität durchbrechen, die Radikalisierung, Hass und Gewalt hervorruft, und jenen Raum und Stimme zurückgeben, die stattdessen für Frieden, für den Respekt vor anderen, für Koexistenz sind. Es ist ein sehr schwieriger, mit Hindernissen behafteter Weg, aber der einzig gangbare, der das Engagement aller, politisches und diplomatisches Handeln und nie wieder den Einsatz von Waffen und Kriegen erfordert".

Häfen für Waffentransporte schließen!
Die Arbeiter wollen nicht zu Komplizen von Massakern und Kriegen werden!

Italien USB Porti chiusi

In Livorno haben sich die Hafenarbeiter die Ladung von Waffen für Israel verhindert; in Genua, von dessen Hafen Schiffe mit Kriegsmaterial zu vielen Kriegsfronten fahren, hat das Collettivo Autonomo Lavoratori Portuali di Genova den Kampf gegen die Verladung von Waffen aufgenommen, heißt es in einer Einladung der Basisgewerkschaft USB zu einer Versammlung am 4. Juni in Livorno.

"Die Kämpfe gegen den Waffenhandel und für die Freizügigkeit von Menschen und Arbeiter*innen sind daher miteinander verbunden"

"Aber das Meer und die Seewege sind auch der Schauplatz anderer Tragödien", heißt es weiter. "Die von Migrant*innen, die bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, um an unseren Küsten zu landen, auf der Flucht vor Hunger, Armut und Krieg gestorben sind. Katastrophen, die durch die Anwendung eines Wirtschaftsmodells verursacht werden, das die armen Länder zermalmt und Katastrophen produziert, in denen die Schwächsten und am härtesten Arbeitenden leiden, während die wohlhabenden Klassen immer reicher und mächtiger werden. Italien, die EU und die NATO sind aktive Komplizen bei dieser Politik.

Waffenhandel und die blutige Unterdrückung von Migration sind also zwei Seiten derselben Medaille. Eine Situation, in der ein Wirtschaftssystem in der Krise versucht, seine Kosten auf den schwächsten Teil der Bevölkerung abzuwälzen. Gebiete, in denen ein großer Teil der Bevölkerung gezwungen ist, unter schrecklichen Bedingungen zu überleben, und oft keine andere Wahl hat als Einwanderung oder Krieg. Staaten, in denen diejenigen, die gegen den Handel mit Kriegsmaterial kämpfen, unterdrückt werden, während diejenigen, die die Arbeitskräfte ausbeuten, die Ressourcen stehlen, die Hungersnöte verursachen, die das Klima und das Territorium zerstören, unantastbar scheinen.

Die Kämpfe gegen den Waffenhandel und für die Freizügigkeit von Menschen und Arbeiter*innen sind daher miteinander verbunden und sind nicht nur symbolische Gesten des Widerstands. Sie sind Akte der internationalistischen Solidarität, die ein Zeichen setzen, die ausgebeuteten und vom System der Verarmung betroffenen Völker vereinen und Ergebnisse erzielen, die, wenn auch partiell, das Bewusstsein entwickeln, nicht allein zu sein, die Möglichkeiten des Widerstands erhöhen und einen Weg frei von Krieg, Ausbeutung und Armut aufbauen."

Um diese Fragen zu diskutieren laden die Nationale Koordination für die Häfen der Gewerkschaft USB, das autonome Kollektiv der Hafenarbeiter von Genua "Collettivo Autonomo Lavoratori Portuali di Genova", die Friedensorganisationen Controllarmi Italian Network for Disarmament und The Weapon Watch sowie Sea Watch International für den 4. Juni nach Livorno zu einer Konferenz ein.


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