marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Die Kommunistin Christel Wegner ist am 11. Februar in Spanien tödlich verunglückt. Christel Wegner gehörte zu denen, die unmittelbar nach der Gründung im Februar 2014 Mitglied der marxistischen linken wurden. Auch war sie Mitherausgeberin des Internetportals www.kommunisten.de

In Hamburg geboren, machte Christel eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete in Buchholz in der Nordheide, zunächst viele Jahre als Krankenschwester, nach einer Weiterbildung als Pflegedienstleitung im Krankenhaus. Christel hat als aktive Gewerkschafterin das Vertrauen ihrer Kolleginnen und Kollegen bekommen und wurde in den Personalrat und als Vorsitzende des Gremiums gewählt. Über das betriebliche und gewerkschaftliche Engagement hinaus war Christel Mitglied der VVN-BdA und seit der Gründung 1968 Mitglied in der DKP.

Bundesweit bekannt wurde Christel Wegner durch ihre Wahl am 27.1.2008 in den Landtag Niedersachsen. In der Zusammenarbeit von DKP und DIE LINKE im Vorfeld der Landtagswahl Niedersachsen, kam Christel als Kandidatin auf die Liste und wurde für DIE LINKE ins Parlament gewählt.

Christel Wegner Tagesschau2008 02 18Mit ihrer Wahl begann auch schon eine Kampagne gegen Christel Wegner – eine Kommunistin in einem deutschen Landtag, das durfte nicht sein. Von den Medien wurde sie interviewt und zu ihrer Haltung zur DDR gefragt. Dabei wurden ihr Stasi-Beschönigung unterstellt. Christel Wegner erklärte, dass von Medien sehr verkürzte und sinnentstellende Aussagen veröffentlicht wurden und sagte: " … in aller Deutlichkeit: Ich will nicht, wie es Panorama und die Presse formulieren, 'die Stasi zurück' … Natürlich weiß ich, dass nur durch Entwicklung der Demokratie, durch das demokratische Engagement der Mehrheit der Menschen fortschrittliche Entwicklungen erreicht und gesichert werden können.“

Dennoch wurde Christel Wegner wenige Tage später von der Landtagsfraktion in Niedersachsen ausgeschlossen. Besonders bitter war, dass selbst ehemalige Mitglieder der DKP, wie der Fraktionsvorsitzende Manfred Sohn, den einstimmigen Beschluss vorbereitet und mit gefasst haben und "geraten“ haben, Christel könne ja Rechtsmittel einlegen, wenn sie sinnentstellend zitiert worden sei.

Christel Wegner hat bis zur nächsten Landtagswahl 2013 als fraktionslose Abgeordnete im Landtag gearbeitet und dabei das Wahlprogramm von DIE LINKE zur Grundlage genommen, für das sie gewählt war.

Die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen bei ihren gewerkschaftlichen Kämpfen gehörte zu ihrem sozialen Engagement, als ehemalige Personalrätin wusste sie über die Bedeutung dieser Unterstützung.

Im Landtag machte sie mit dem Antrag auf Auskunft der Landesregierung über die Atommüll-Transporte in Niedersachsen auf ihre Arbeit aufmerksam. Die Landesregierung verweigerte der Abgeordneten Wegner im Oktober 2008 die Auskunft. Christel unterstützte mit ihrer Unterschrift einen Aufruf "Castro schottern“. Nach Aufhebung der Immunität, die Fraktion DIE LINKE stimmte gegen den Antrag im Landtag, kam die Anklage wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten. Mit den ebenfalls angeklagten Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, Sevim Dagdelen und Inge Höger, verurteilte sie das Landgericht Lüneburg im April 2013 zu Geldstrafen.

Die Stärke von Christel war, trotz des Fraktionsausschluss die Arbeit im Parlament anzunehmen und sich auch öffentlich, soweit möglich, als Abgeordnete für die Interessen der Wähler:innen einzusetzen. Mit der Landtagswahl 2013 beendete Christel Wegner ihre parlamentarische Arbeit.

Christel Wegner blieb politisch aktiv.

Mit ihrem 2014 erfolgten Beitritt in die marxistische linke, bei gleichzeitig weiterer Mitgliedschaft in der DKP, machte Christel noch einmal deutlich, dass die ihr 2008 teilweise auch von der Landtagsfraktion der Linkspartei vorgeworfene Zustimmung zum "Stalinismus“ nicht der Wahrheit entsprach.

Die Satzung der marxistischen linke sagt zum Selbstverständnis der Mitglieder auch: "Sie weisen antikommunistische Verfälschungen zurück und verteidigen die Legitimität der Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Kapitalismus zu überwinden und die Millionen von Menschen inspiriert und ihnen soziale Sicherheit gebracht hat. Sie halten die Erinnerung an diese Kämpfe, an die Opfer und Leiden wach. Ihnen ist dabei bewusst, dass auf diesem Weg Fehler, Unrecht und Verbrechen geschahen. Der Stalinismus ist eine Entstellung kommunistischer Theorie und Praxis, steht im absoluten Widerspruch zu sozialistischen und kommunistischen Idealen und ist eine Absage an die Emanzipation der arbeitenden Klasse.“

Christel hat sich immer für soziales, ökologisches, antimilitaristisches Denken eingesetzt, sie war Internationalistin und hat gegen Faschismus und Krieg gekämpft. Dabei hat sie immer die Zusammenarbeit mit anderen Menschen und Organisationen gesucht.

Christel Wegner hat mit ihrer politischen Arbeit dazu beigetragen, dass sich Menschen mit dem Gedanken von Karl Marx “... alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist ...” auseinandergesetzt haben und sich mit der sozialistischen Idee befasst haben.

Wir trauern mit ihrem Mann Klaus, dem Sohn Sascha und der Familie um unsere streitbare und kämpferische Genossin.

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Ratschlag marxistische Politik:

Gewerkschaften zwischen Integration und Klassenkampf

Samstag, 20. April 2024, 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr
in Frankfurt am Main

Es referieren:
Nicole Mayer-Ahuja, Professorin für Soziologie, Uni Göttingen
Frank Deppe, emer. Professor für Politikwissenschaft, Marburg

Zu diesem Ratschlag laden ein:
Bettina Jürgensen, Frank Deppe, Heinz Bierbaum, Heinz Stehr, Ingar Solty

Anmeldung aufgrund begrenzter Raumkapazität bis spätestens 13.04.24 erforderlich unter:
marxlink-muc@t-online.de

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