Der Kommentar

Ein Kommentar von Leo Mayer zu den Fahnenverboten am 8. und 9. Mai an den Sowjetischen Ehrenmalen in Berlin

Das Gedenken an den Sieg über den deutschen Faschismus wird überschattet vom Krieg Russlands gegen die Ukraine – und einem absurden Verbot für das Zeigen von Fahnen. Aus Sicherheitsgründen und um das "würdevolle Gedenken an die gefallenen Soldatinnen und Soldaten der damaligen Sowjetarmee" zu gewährleisten, hatte die Berliner Polizei sowohl russische wie auch ukrainischer Flaggen sowie das Abspielen von Marsch- und Militärliedern rund um die Sowjetischen Ehrenmale in Treptow, Tiergarten und Schönholzer Heide für die Gedenktage am 8. und 9. Mai untersagt. Absurderweise fällt auch die Fahne der Sowjetunion mit Hammer und Sichel und die Fahne der Roten Armee mit dem roten Stern unter das Verbot.

Nach der Klage eines ukrainischen Vereins genehmigte das Berliner Verwaltungsgericht das Zeigen der ukrainischen Fahne. Die Berliner Polizei verzichtete auf einen Widerspruch. Anders, als das Verwaltungsgericht dann am Samstag auch das Verbot russischer und sowjetischer Fahnen kippte. Da legte die Polizei Widerspruch beim Oberverwaltungsgericht ein. Dieses hob den Spruch des Verwaltungsgerichts auf. Ukrainische Fahnen sind erlaubt, russische und sowjetische verboten.

In der Schönholzer Heide sind die sterblichen Überreste von über 13.000 Offizier:innen und Soldat:innen der Roten Armee beigesetzt, die bei den Endkämpfen um Berlin im April/Mai 1945 starben. Im Treptower Park sind die Gräber von über 7.000 gefallenen Rotarmist:innen. Sowohl in der Schönholzer Heide wie auch im Treptower Park liegen Russ:innen und Ukrainer:innen neben Soldat:innen anderer Teile der Sowjetunion Seite an Seite begraben.

Russische und ukrainische Fahnen haben an den Gedenkstätten nichts verloren

Es waren nicht "die Russen" und auch nicht "die Ukrainer", die den deutschen Faschismus unter ungeheuren Opfern niederrangen. Das hat das sowjetische Volk geleistet. Da waren Russ:innen, Ukrainer:innen, Kasach:innen dabei und viele andere Völker. Deshalb haben weder die russische noch die ukrainische Fahne am 8. und 9. Mai etwas an den Gedenkstätten verloren.

Es stimmt, dass der Krieg und der Widerstand gegen die Nazis nicht nur von den Kommunist:innen geführt wurde. Der Krieg gegen Hitler wurde bis zum Ende auch von den US-Amerikanern und den Briten geführt. Die Partisan:innen und im antifaschistischen Widerstand waren auch bürgerliche Demokrat:innen und Liberale.

Aber ohne die Kommunist:innen, von Stalingrad bis Athen, von Belgrad bis Paris, von Rom und Mailand bis Peking, ohne diese Armee der Weltbefreiung, deren Dreh- und Angelpunkt die Rote Armee der Sowjetunion war, ohne die Partisan:innen, die sowohl für die Befreiung vom Faschismus als auch für die soziale Gerechtigkeit gegen den Kapitalismus kämpften und starben, ohne die riesigen Opfer derer, die den Sozialismus und den Kommunismus wollten, wäre der Nazifaschismus 1945 nicht besiegt worden und Hitler wäre vielleicht in seinem Bett gestorben, wie Franco und Pinochet.

Der Rote Stern ist das Symbol für die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus

Ihr Symbol war die Rote Fahne mit Hammer und Sichel. Der Rote Stern ist das Symbol für die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus.

Deshalb ist es absurd, die Symbole der Sowjetunion an den Gedenkstätten zu verbieten. Es zeigt nur den Hass und die Angst vor der Rolle der Kommunist:innen im Befreiungskrieg gegen den Nazifaschismus. Diejenige, die heute mit dem Verbot sowjetischer Symbole die Geschichte revidieren wollen, werden uns morgen erzählen, dass es nicht mehr die Rote Armee war, die Auschwitz befreit hat, sondern das Asow-Bataillon unter Führung von Stepan Bandera.

Das Drama ist, dass die russischen Panzer in der Ukraine von den Enkeln der Frauen und Männer gesteuert werden, die gemeinsam mit ihren ukrainischen Kampfgenoss*innen damals unter unvorstellbaren Opfern die Sowjetunion verteidigt, die Hitler-Wehrmacht niedergerungen und Europa vom Faschismus befreit haben. Jetzt töten sie ihresgleichen.

Deshalb kann es nur eine Forderung geben: "Waffen nieder, Ende des Krieges"

Logo Ratschlag marxistische Politik

Ratschlag marxistische Politik:

Gewerkschaften zwischen Integration und Klassenkampf

Samstag, 20. April 2024, 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr
in Frankfurt am Main

Es referieren:
Nicole Mayer-Ahuja, Professorin für Soziologie, Uni Göttingen
Frank Deppe, emer. Professor für Politikwissenschaft, Marburg

Zu diesem Ratschlag laden ein:
Bettina Jürgensen, Frank Deppe, Heinz Bierbaum, Heinz Stehr, Ingar Solty

Anmeldung aufgrund begrenzter Raumkapazität bis spätestens 13.04.24 erforderlich unter:
marxlink-muc@t-online.de

++++++++++++++++++++++++++++++++

UNRWA Gazakrieg Essenausgabe

UNRWA Nothilfeaufruf für Gaza
Vereint in Menschlichkeit, vereint in Aktion

Mehr als 2 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Palästina-Flüchtlinge, zahlen den verheerenden Preis für die Eskalation im Gazastreifen.
Zivilisten sterben, während die Welt zusieht. Die Luftangriffe gehen weiter. Familien werden massenweise vertrieben. Lebensrettende Hilfsgüter gehen zur Neige. Der Zugang für humanitäre Hilfe wird nach wie vor verweigert.
Unter diesen Umständen sind Hunderttausende von Vertriebenen in UNRWA-Schulen untergebracht. Tausende unserer humanitären Helfer sind vor Ort, um Hilfe zu leisten, aber Nahrungsmittel, Wasser und andere lebenswichtige Güter werden bald aufgebraucht sein.
Das UNRWA fordert den sofortigen Zugang zu humanitärer Hilfe und die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern für bedürftige Palästina-Flüchtlinge.
Dies ist ein Moment, der zum Handeln auffordert. Lassen Sie uns gemeinsam für die Menschlichkeit eintreten und denjenigen, die es am meisten brauchen, die dringend benötigte Hilfe bringen.

Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge

Hier spenden: https://donate.unrwa.org/gaza/~my-donation

UNRWA Gazakrieg Uebersicht 2024 01 03

++++++++++++++++++++++++++++++++

EL Star 150

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.