Internationales

21.01.2026: Die Bevölkerung greift zu den Waffen, um ihre Autonomie gegen die dschihadistische Belagerung zu verteidigen. Am Dienstagabend wurde ein befristeter Waffenstillstand vereinbart. ++ IS-Terroristen werden von den "Regierungstruppen" aus den Gefängnissen befreit. ++ Die USA fallen Kurden in den Rücken. Ihr einziger Verbündeter ist nun der selbsternannte Präsident Syriens, Ahmed al-Sharaa, ein Ex-Al-Quaida-Terrorist.

 

In den letzten Wochen hat sich die Lage in Syrien verschärft. Die Offensive der dshihadistischen Übergangsregierung von Ahmad Al-Sharaa und der pro-türkischen Söldner der Syrischen Nationalarmee (SNA) hat zuerst die kurdischen Viertel von Aleppo und dann die Städte Raqqa und Tabqa überrollt, die die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und die YPJ vor weniger als zehn Jahren vom Islamischen Staat befreit hatten.

Der Vormarsch der Regierungstruppen und ihrer dschihadistischen Verbündeten, dem nur die Streitkräfte aus dem Nordosten Syriens entgegenstanden, erreichte auch die Gefängnissen, in denen die Terroristen des IS festgehalten wurden.

Der SDF-Pressesprecher Farhad Şamî gab bekannt, dass die syrische Übergangsregierung des Ex-Al-Quaida-Terrorist al-Sharaa 1.500 Söldner der Terrormiliz "Islamischer Staat" aus dem Gefängnis in Şedadê (asch-Schaddadi) entlassen hat, um sie gegen Rojava in Stellung zu bringen. Die internationale Anti-IS-Koalition habe nicht eingegriffen, obwohl sie in unmittelbarer Nähe präsent war.

Overalls von geflohenen IS GefangenenOveralls von IS-Gefangenen, die bei ihrer Befreiung aus dem Gefängnis von Hasakah zurückgelassen wurden.


Aufruf zur Verteidigung Rojavas

"Wir appellieren an unsere jungen Menschen, an die Frauen und Männer von Rojava und Kurdistan, die Grenzen zu überwinden und sich dem Widerstand anzuschließen." Mit diesen Worten, die noch vor Bekanntgabe des Ergebnisses des Treffens zwischen dem Kommandeur der Demokratischen Kräfte Syriens, Mazloum Abdi, und dem Präsidenten der syrischen Übergangsregierung, Ahmed al-Shaara, verbreitet wurden, kündigten die SDF den Beginn eines unerbittlichen Widerstands an.

Auf diesen klaren Appell folgen starke Reaktionen aus allen Teilen Kurdistans sowie aus der Diaspora. Tausende Menschen aus Başûr (Südkurdistan) und Bakur (Nordkurdistan) sind auf dem Weg nach Rojava, um dort Unterstützung zu leisten.

Wenige Stunden später erschienen politische und militärische Führer nacheinander bewaffnet neben der mobilisierten Bevölkerung von Jazeera und Kobane, zwei der drei Kantone, in denen die Revolution von 2012 ihren Ursprung hatte.

Foza Yusif PYD warnt vor Vernichtungsangriff auf RojavaFoza Yusif PYD warnt vor Vernichtungsangriff auf Rojava


Die kurdischen Politikerin Foza Yûsif, Mitglied des Präsidialrats der Partei der Demokratischen Union (PYD), rief angesichts der anhaltenden Angriffe auf Rojava zur breiten Mobilisierung auf. Die Lage sei sehr ernst. Deshalb müsse sich die gesamte Gesellschaft organisieren, bewaffnen und verteidigen.

Die PYD-Politikerin machte deutlich, dass der Krieg gegen Rojava von einem organisierten Bündnis getragen wird: Die islamistische Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die die sogenannte syrische Übergangsregierung in Damaskus stellt, sei nicht die einzige treibenden Kraft hinter der Eskalation, sondern führe gemeinsam mit verschiedenen Regionalstaaten einen gezielten Krieg gegen die Selbstverwaltung in Rojava.

"Die Bevölkerung ist organisiert und auf jeden möglichen Angriff vorbereitet", berichtet Raman Bazo, ein kurdisch-ezidischer Lehrer aus Qamishlo. "Fast 90 % der Menschen sind bewaffnet und beteiligen sich aktiv an der Verteidigung des Gebiets."

Damaskus fordert Unterwerfung

Kurdischen Quellen zufolge fanden in Damaskus keine Verhandlungen statt. Mazloum Abdi soll ein Angebot zur Kapitulation im Austausch für das Amt des stellvertretenden Verteidigungsministers unterbreitet worden sein. Selbst das bereits stark zugunsten der Zentralregierung ausbalancierte Abkommen, das am Vortag vorgelegt worden war, soll zurückgezogen worden sein.

"Statt Dialog wurde uns die völlige Unterwerfung diktiert. Damaskus agiert vollständig im Interesse der Türkei", sagte der SDF-Pressesprecher Şamî. Medienberichte, wonach Abdi Ministerposten in Aussicht gestellt worden seien oder um Bedenkzeit gebeten habe, wies er als gezielte Desinformation zurück.

Mazloum Abdi hat auf die Kapitulationsaufforderung mit einer Erklärung des Widerstands reagiert, die von der Bevölkerung positiv aufgenommen wurde. "Alle patrouillieren gemeinsam mit der Asayish. Jeder übernimmt seine Rolle", erklärt Bazo.

Während die Mobilisierung der Bevölkerung zunahm, schlugen die SDF die ersten Versuche einer Infiltration in die südlichen Landstriche von Heseke und Kobane zurück, die bereits belagert werden. Die sich nähernden Kämpfe an den kurdischen Gebieten haben eine breite Unterstützung in der Bevölkerung geweckt und für die Regierungstruppen eine Situation geschaffen, die sich grundlegend von der während des Vormarsches auf Raqqa unterscheidet.

"Sie wollen diese Revolution, diesen Geist zerstören und vor allem das kurdische Volk treffen", sagt Bazo. "Die Bedrohung ist existenziell: Diese Kräfte haben eine lange Geschichte von Morden, Vergewaltigungen und Plünderungen."

"Ich werde die lächelnden Gesichter am Tag der Befreiung von Kobane nie vergessen. Für mich und viele andere arabische Frauen waren die kurdischen Kämpferinnen der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) ein großes Vorbild: Nur gemeinsam können wir das Patriarchat und den Islamischen Staat besiegen. Die internationale Gemeinschaft muss sich daran erinnern, dass unser Opfer die Menschheit von der Gefahr des islamistischen Terrorismus befreit hat."
Arjen Furat, Kämpferin der YPJ

In der Nacht von Montag auf Dienstag verbreiteten sich die Appelle in den sozialen Netzwerken und erreichten die Gemeinden jenseits der Grenze. Im irakischen Kurdistan, in Erbil, umzingelte eine spontane Demonstration das US-Konsulat, um gegen das zu protestieren, was als erneuter Verrat empfunden wird. In Dohuk wurden die Schilder des türkischen Konsulats abgerissen: eine seltene Geste in einer Region, die politisch und wirtschaftlich eng mit Ankara verbunden ist. "Wir haben gesehen, wie kurdische Brüder und Schwestern aus allen Teilen Kurdistans dem Aufruf gefolgt sind", berichtet Bazo. "Viele haben sich auf den Weg nach Rojava gemacht, und einige haben bereits die Grenze überquert."

Bereits in der Nacht gaben Gruppen von Jugendlichen bekannt, dass es ihnen gelungen sei, die Grenze zu überqueren. Am Dienstagmorgen erreichte eine von der türkisch-kurdischen Partei Dem unterstützte Demonstration den Grenzübergang zwischen Nusaybin und Qamishlo und riss unter dem Beschuss türkischer Soldaten, die von der Menge überwältigt wurden, die Schranken nieder. Ein Bild, das an den Abbau der Grenzzäune bei Kobane während der Belagerung 2014 erinnert.

Demo an Grenze 2026 01 20


Am Nachmittag erreichten die Zusammenstöße das Lager al-Hol, seit Jahren ein Symbol für das Versagen des Westens im Umgang mit der IS-Frage. Das Lager, in dem Zehntausende von Anhängern des Islamischen Staates und deren Familienangehörige untergebracht sind, fiel unter die Kontrolle der Regierungstruppen, ohne dass die Ant-IS-Koalition eingriff. Wie befürchtet, führte der Führungswechsel zu Chaos: Zäune wurden niedergerissen, Tausende von Häftlingen flohen.

Die SDF gab am Dienstag bekannt, dass sie sich aus dem Gefangenenlager al-Hol zurückgezogen hat.

"Aufgrund der Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber dem IS-Problem und ihres Versagens, ihrer Verantwortung bei der Bewältigung dieser ernsten Angelegenheit nachzukommen, sahen sich unsere Streitkräfte gezwungen, sich aus dem Lager al-Hol zurückzuziehen und sich in Gebiete rund um Städte im Norden Syriens zu verlegen, die zunehmenden Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt sind."

Neuer Waffenstillstand für vier Tage

Nach stundenlangen abgewehrten Angriffen kündigte die Regierungsagentur Sana am Dienstagabend einen neuen Waffenstillstand im Zusammenhang mit einer Vereinbarung an: vier Tage Zeit für die kurdische Selbstverwaltung, um einen Integrationsvorschlag vorzulegen; kein Einmarsch der Regierungstruppen in kurdische Gebiete; Möglichkeit, wichtige Ernennungen in der Regierung vorzuschlagen; Integration der SDF in das Verteidigungs- und Innenministerium; Anwendung des Dekrets Nr. 13 über die Rechte der Kurden.

Die SDF ihrerseits erklärten ihre Bereitschaft, den Waffenstillstand unverzüglich umzusetzen, der jedoch auch Stunden nach der Ankündigung die Kämpfe nicht beendet hatte.

USA fallen Kurden in den Rücken

Der Erste, der sich dazu äußerte, war der US-Botschafter in der Türkei und Trumps Sonderbeauftragter für Syrien, Tom Barrack, mit einem Beitrag auf X zur Unterstützung der Übergangsregierung: "Der ursprüngliche Zweck der SDF als primäre Bodentruppe gegen den IS" habe sich "weitgehend erledigt", da die neue Regierung in der Lage sei, den Kampf gegen den IS zu führen.

Die US-Regierung drängt die Kurden, die Bedingungen der Übergangsregierung von al-Scharaa zu akzeptieren. Dem US-Präsidenten Donald Trump ist die Zusammenarbeit mit al-Scharaa wichtiger als das Schicksal der nicht mehr benötigten kurdischen Anti-IS Kämpfer.

US TomBarrack X Kurden sollen sich ergeben 2026 01 20++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
https://x.com/USAMBTurkiye/status/2013635851570336016

Tom Barrack schreibt: "Historisch gesehen wurde die US-Militärpräsenz in Nordostsyrien primär mit der Partnerschaft im Kampf gegen den IS begründet. Die von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erwiesen sich bis 2019 als effektivster Partner am Boden bei der Zerschlagung des territorialen Kalifats des IS und nahmen Tausende IS-Kämpfer und deren Familienangehörige in Gefängnissen und Lagern wie al-Hol und al-Shaddadi fest. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen funktionsfähigen zentralsyrischen Staat, mit dem man hätte zusammenarbeiten können …. .
Heute hat sich die Situation grundlegend verändert. Syrien verfügt nun über eine anerkannte Zentralregierung, die der Globalen Koalition gegen den IS beigetreten ist (als 90. Mitglied Ende 2025). Dies signalisiert eine Hinwendung zum Westen und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus. Dadurch ändert sich die Grundlage der Partnerschaft zwischen den USA und den SDF: Der ursprüngliche Zweck der SDF als primäre Bodentruppe gegen den IS hat sich weitgehend erledigt, da Damaskus nun sowohl bereit als auch in der Lage ist, die Sicherheitsverantwortung zu übernehmen, einschließlich der Kontrolle über IS-Gefangeneneinrichtungen und -Lager. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die USA diesen Übergang aktiv fördern, anstatt eine separate Rolle der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) zu verlängern." (Tom Barrack, 20.1.2026, https://x.com/USAMBTurkiye/status/2013635851570336016 )

Al Sharaa TerroristSyriens selbsternannter Präsident Ahmed al-Sharaa, als früherer Chef der dschihadistischen HTS-Miliz, eines Ablegers des Terrornetzwerks Al-Quaida in Syrien, unter dem Kampfnamen Muhammad al-Jolani bekannt.


Europa und die NATO auf einer Linie mit den USA

Angesichts der Aggression gegen die kurdischen Autonomiegebiete im Nordosten Syriens mit Zustimmung der USA gibt es in Europa diejenigen, die schweigen – fast alle –, diejenigen, die zustimmen, und diejenigen, die bereits mit Taten Stellung bezogen haben.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, brachte beispielsweise am 9. Januar das Angebot einer politischen Partnerschaft, die Aufhebung der Sanktionen und die Gewährung von 620 Millionen Euro an Ahmed al-Sharaa mit. Zur gleichen Zeit befahl der ehemalige islamistische Kämpfer Präsident den Angriff auf die kurdischen Gebiete von Aleppo und zwang die Bewohner zur Flucht.

Al Sharaa von der Leyen Costa9.1.2026: Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und EU-Ratspräsident António Costa besuchten den selbsternannten Präsidenten Syriens, den Ex-Al-Quaida-Terroristen Ahmed al-Shaara, in Damaskus, und brachten EU-Hilfen für Syrien in Höhe von 620 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre mit.

Auch die Sympathien des französischen Präsidenten Macron für den neuen Kurs Damaskus' sind bekannt. Dies bestätigt die private Nachricht an Trump, "mein Freund", die der Tycoon veröffentlicht hat. Macron behauptet, nicht zu verstehen, was mit Grönland geschieht, öffnet sich aber für eine Zusammenarbeit in Bezug auf den Iran. Was Syrien angeht, sagt er, er sei "vollkommen auf einer Linie” mit dem Weißen Haus. In einer weiteren privaten Nachricht, die vom US-Präsidenten veröffentlicht wurde und vom NATO-Generalsekretär Mark Rutte stammt, heißt es: "Was Sie heute in Syrien erreicht haben, ist unglaublich (…). Ich werde meine Kontakte zur Presse in Davos nutzen, um Ihre Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben (…). Ich freue mich darauf, Sie zu sehen.”

"Alleingelassenheit ist nicht gleichbedeutend mit Kapitulation"

"Wir haben alles getan, was möglich war. Wir haben die ganze Welt vor der Bedrohung durch den IS geschützt”, sagt Bazo. "Er war nicht nur eine Gefahr für Kurden oder Araber, sondern für alle: Europäer, Westler, Amerikaner.” Dennoch, so schließt er bitter, "wurden wir allein gelassen”.

Alleingelassenheit ist nicht gleichbedeutend mit Kapitulation: "Wir werden uns verteidigen, wie wir es seit fast fünfzehn Jahren tun.”

"Wir sind kein Volk, das sich leicht unterwerfen lässt. Sie kennen uns", sagt Bazo und erinnert an frühere Widerstände. "Heute ist die Einheit unsere größte Stärke: Ich habe das kurdische Volk noch nie so geeint gesehen." Die Herausforderung gehe jedoch über den Nordosten Syriens hinaus, betont er. "Die Zerstörung der Erfahrung von Rojava wäre wie ein Schlag gegen alle Bewegungen weltweit, insbesondere im Nahen Osten, und gegen alle unterdrückten Völker, die nach Hoffnung suchen."

Heute, bemerkt er, werde "eine Regierung unterstützt, deren Präsident ein Mitglied des IS war". Als die Welt einen Verbündeten gegen den Islamischen Staat suchte, "fand sie keinen. Und wir haben uns gemeldet". Heute jedoch "werden Märtyrer, Anstrengungen, alles vergessen", geopfert für politische Kalküle, Migrationsmanagement und andere Prioritäten.

"Vielleicht denken sie jetzt, dass es ein fernes Problem ist. Aber auf lange Sicht werden wir als diejenigen in Erinnerung bleiben, die die Welt gewarnt haben. Die Kurden haben es gesagt, während alle anderen wegschauten und loyale Kämpfer verraten wurden."


siehe auch

 

 

Wir werden in unsere Heimat zurückkehren

Palestina Wir werden zurüückkehren

Viva Palästina

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Neues von der Solidaritätskampagne: Abdeckplanen zum Schutz vor Regen. Gaza wird nicht vergessen!

Gaza Soliaktion Regenplanen 2025 12 2
zum Text hier
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