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08.01.2026: Soliprojekt: wetterfeste Abdeckplanen für 200 vertriebene Familien. ++ Israel entzieht Ärzte ohne Grenzen und 36 weiteren Hilfsorganisationen die Zulassung und schränkt Tätigkeit der UN-Hilfsorganisation UNRWA ein
von Kerem Schamberger

 

 

Mitte Dezember berichteten wir, dass wir erneut mehrere Tausend Euro für das Soli-Projekt nach Gaza transferiert haben. (siehe kommunisten.de: Vergesst Gaza nicht! Hunger und Krankheiten durch die israelische Blockade - "Eine neue Form des Völkermords“)

In den Tagen vor dem Jahreswechsel konnten mit Geldern der Gaza-Solidaritätskampagne 200 wetterfeste Abdeckplanen gekauft werden, die in Khan Younis und Gaza-City von Genoss:innen der Palästinensischen Volkspartei (ehem. Kommunistische Partei Palästinas) an 200 vertriebene Familien verteilt worden sind. Sie können damit ihre Zelte gegen den starken Regen und die Überflutungen verstärken.

Ein heftiger Wintereinbruch hat den Gazastreifen Ende Dezember mit voller Wucht getroffen und die ohnehin katastrophale Lage weiter verschärft. Starker Regen, Überschwemmungen und ungewöhnlich niedrige Temperaturen setzen einer Bevölkerung zu, die seit Monaten unter Genozid, Zerstörung und massenhafter Vertreibung leidet.

Besonders in den provisorischen Zeltlagern stehen viele Menschen knietief im Schlamm, während ihre notdürftigen Unterkünfte vom Wasser durchweicht werden. Es sind bereits mehrere Babys erfroren. Auch durch israelische Bombardierungen sind seit Beginn des offiziellen Waffenstillstands hunderte Palästinenser:innen von Israel ermordet worden.

Gaza Regen Kinder im Schlamm 2025 12 27Keine Heizungen. Keine Decken. Keine Kleidung. Keine Unterkünfte. Kein trockener Boden.
Kälte ist keine Naturkatastrophe, wenn Unterkünfte und Winterhilfe verweigert werden. Gaza leidet unter einer von Israel verursachten Krise. Dieses Leid wird durch Politik und nicht durch Wetter verursacht.
27.12.2025, Mohamad Safa

Hunderttausende Vertriebene sind gezwungen, den Winter in Zelten, Plastikverschlägen oder beschädigten Gebäuden zu überstehen, die kaum Schutz vor Kälte und Nässe bieten. Hilfsorganisationen berichten von dramatischen Zuständen: Decken, warme Kleidung, Heizmaterial und wetterfeste Unterkünfte sind Mangelware – vor allem weil Israel trotz gegenteiliger Abmachung nur einen Bruchteil der benötigten Hilfslieferungen in den belagerten und um mehr als die Hälfte nach wie vor besetzten Gazastreifen hineinlässt.

Gaza Regen 2025 11 14 3  

 

Vergesst Gaza nicht! Hunger und Krankheiten durch die israelische Blockade - "Eine neue Form des Völkermords“

 

Die winterlichen Bedingungen verschärfen die ohnehin prekäre gesundheitliche Situation in der es nur ein absolutes Minimum an medizinischer Versorgung gibt. Feuchtigkeit, Kälte und mangelnde ärztliche Versorgung begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten.

Gleichzeitig stehen viele Familien vor einer unmenschlichen Wahl: in durchnässten Zelten auszuharren oder in zerstörte, unsichere Ruinen zurückzukehren. Eigentlich werden rund 200.000 Fertighäuser benötigt, um den dringendsten humanitären Bedarf zu decken. Dies wird von Israel jedoch verhindert, um den Palästinenser:innen keine Zukunft in Gaza zu ermöglichen und sie zum Auswandern zu bewegen.

Die Vereinten Nationen warnen, dass der Winter die Krise weiter eskalieren lässt, wenn nicht dringend zusätzliche Hilfe zugelassen wird. Der Wintereinbruch trifft eine Bevölkerung, die durch monatelange Gewalt, Blockaden und Vertreibung extrem geschwächt ist.

Israel entzieht Ärzte ohne Grenzen und 36 weiteren Hilfsorganisationen die Zulassung

Nun hat am 30. Dezember 2025 die israelische Regierung auch noch verkündete, dass die Tätigkeit von 37 internationalen Hilfsorganisationen - darunter Ärzte ohne Grenzen, medico international, Terre des homme - verboten wird. Die Ankündigung löst eine 60-tägige Frist aus. Danach müssen die Organisationen alle Aktivitäten in Gaza, dem Westjordanland, einschließlich des östlichen Teils Jerusalems, trotz der extremen Notlage der Zivilbevölkerung einstellen.

Diese Organisationen leisten medizinische Notfallversorgung, Nahrungsmittelhilfe, Kinderschutz, Flüchtlingshilfe und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen. Sie daran zu hindern, ihre Arbeit zu verrichten, setzt Zivilisten, insbesondere Kinder, Patienten und Verwundete, einer großen Gefahr aus und stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar.

Die NGOs warnen in einer gemeinsamen Erklärung, dass ihre Vertreibung zur Schließung von Gesundheitseinrichtungen, zur Einstellung der Lebensmittelverteilung und zum Zusammenbruch der Unterbringungsmöglichkeiten führen wird. Außerdem wird dadurch die lebensrettende Versorgung von Kindern unterbrochen.

Der Schurkenstaat Israel ist das erste Land weltweit, das die humanitäre Organisation Ärzte ohne Grenzen verbietet. Ärzte ohne Grenzen teilte mit, sie sei "eine der größten medizinischen Organisationen, die derzeit im Gazastreifen tätig sind".

Tsafrir Cohen, Geschäftsführer von medico international, kommentiert das Verbot wie folgt: "Wir weisen den Beschluss der israelischen Regierung entschieden zurück. Die israelische Regierung unterminiert das völkerrechtlich verankerte Recht der palästinensischen Bevölkerung auf humanitäre Unterstützung und versucht, sie dadurch weiter zu isolieren."

Tätigkeit der UN-Hilfsorganisation UNRWA wird unmöglich gemacht

Nur einen Tag zuvor, am 29. Dezember, hat die israelische Knesset in zweiter und dritter Lesung ein Gesetz zur Einschränkung der Tätigkeit des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) beschlossen. Nur sieben Abgeordnete stimmten dagegen. Das Gesetz unterbricht die Versorgung des UNRWA mit Wasser, Strom, Treibstoff und Kommunikationsmitteln und ermächtigt die israelische Regierung zur Enteignung von UN-Eigentum in Ostjerusalem, einschließlich des UNRWA-Hauptsitzes und seines wichtigsten Berufsbildungszentrums.

Das Gesetz stellt einen direkten Verstoß gegen das Mandat dar, das der Hilfsorganisation von der UN-Generalversammlung erteilt wurde, erklärte UNRWA-Generalsekretär Philip Lazzarini, und steht im Widerspruch zu den Feststellungen des Internationalen Gerichtshofs (IGH), der erst im Oktober bekräftigte hat, dass der Staat Israel nach internationalem Recht verpflichtet ist, die Arbeit der UNRWA zu erleichtern und nicht zu behindern oder zu verhindern.

Das UNRWA bekräftigte, dass die Auflösung der Organisation den Flüchtlingsstatus der Palästinenser in Ermangelung einer politischen Lösung nicht beenden werde, und warnte davor, dass die ärmsten palästinensischen Flüchtlinge am stärksten betroffen sein würden, insbesondere diejenigen, die in Lagern leben und keine Alternative zum UNRWA haben, um Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheitsversorgung zu erhalten.

Die gezielte Verknappung lebensnotwendiger Güter für die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen war und ist eine der Säulen der israelischen Kriegsführung und des Völkermordes an den Palästinensern, um den Widerstand der Palästinenser zu brechen und die Menschen zum Verlassen des Gebiets zu drängen, sie notfalls verhungern oder an Krankheiten zugrunde gehen zu lassen.

Soli-Kampagne: wetterfeste Abdeckplanen für den Schutz vor Regen

Gaza Soliaktion Regenplanen 2025 12 1

Die Abdeckplanen kosteten insgesamt 7.500 €. Insgesamt wurden bisher knapp 38.000 € seit Beginn des Genozids über die Solidaritätskampagne von marxistischer linken, kommunisten.de, den internationalen Mitgliedern des Farkha-Festival-Komitees und zahlreichen Einzelinitiativen und Solidaritätsveranstaltungen gesammelt.

Verwendet wurde das Geld für Essenspakete, hygienische Produkte und Maßnahmen zum Schutz vor Wind und Wetter. Hunderten Familien konnte so wenigstens für kurze Zeit geholfen werden. Insgesamt ist das natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der immensen Zerstörungen in Gaza Es ist aber dennoch ein Zeichen dafür, dass viele Freund:innen und Genoss:innen in Deutschland an der Seite der Palästinenser:innen stehen.

Gazakrieg Kind streckt Arme

Gaza wird nicht vergessen. Die Spendenkampagne geht nach wie vor weiter.

Gaza-Solidaritätskampagne mit der Palästinensischen Volkspartei

Spenden über:
Leonhard Mayer
Santander Consumer Bank
IBAN DE06 3101 0833 9913 2563 83
Betreff: Peace for Palestine
oder
Paypal: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Betreff: Peace for Palestine

Infos: Gaza-Solidaritätskampagne unter schwierigen Bedingungen wieder aufgenommen

 

 

 

Wir werden in unsere Heimat zurückkehren

Palestina Wir werden zurüückkehren

Viva Palästina

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Neues von der Solidaritätskampagne: Abdeckplanen zum Schutz vor Regen. Gaza wird nicht vergessen!

Gaza Soliaktion Regenplanen 2025 12 2
zum Text hier
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