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verdi ITF Soli Emden 2018 11 2704.12.2018: Nicht jeder Träger einer gelben Weste gehört zu den »gilets jaunes«. Hier weigern sich die Hafenarbeiter von Emden ein Schiff zu entladen.

 

 

Seit mehr als zwei Wochen sind die Docker des Hafens im portugiesischen Setúbal im Streik, organisiert von der Docker-Basisgewerkschaft SEAL. Diese hat den Kampf gegen prekäre Arbeitsbedingungen aufgenommen.

Im Hafen von Setúbal sind nur 10% der Docker fest angestellt. Die anderen 90% sind Tagelöhner. Sie werden für eine Schicht gemietet und genießen keine Grundrechte wie Schutz bei Krankheit oder Verletzungen, auch wenn sie durch einen Arbeitsunfall verursacht wurden. Einige befinden sich bereits seit 20 Jahren in dieser Situation. Jetzt haben sie  mit ihrer Gewerkschaft den Kampf gegen diese frühkapitalistischen - bzw. mit dem neoliberalen Kapitalismus wieder modernen - Arbeitsbedingungen aufgenommen und sind in den Streik getreten.

VW organisiert Streikbrecher

Über den Hafen werden die im VW-Werk in Setúbal produzierten Autos verschifft. Inzwischen haben sich mehrere Tausend Fahrzeuge aufgestaut, die VW verschiffen will (Foto : Ausschnitt aus Video unten).Setubal Autohalde
Vorletzte Woche lief ein Schiff, die »Paglia«, mit einer Kapazität für 2.000 Autos im Hafen von Setúbal ein.  VW schickte 30 Arbeiter um das Frachtschiff zu beladen. Vorherige Versuche der Führung des Hafenbetriebs, Docker aus anderen portugiesischen Hafen als Streikbrecher anzuwerben, waren am Widerstand der Dockergewerkschaft SEAL gescheitert. Die Streikbrecher wurden mit Polizeischutz in das Hafenterminal gebracht. Eine Sitzblockade der streikenden Docker wurde von der Polizei gewaltsam weggeräumt. Als am Samstag (25.11.) das letzten Autos verladen war, machte sich die »Paglia« auf den Weg nach Emden.

"So entsteht aus dem organisierten Kampf
der Arbeiterschaft ein anderes Europa!"
    

In Emden weigern sich die Hafenarbeiter die »Paglia« zu entladen. Sie wollen so den Streik ihrer Kollegen in Setúbal unterstützen. Am Mittwoch (28.11.) fand eine Solidaritätsbelegschaftsversammlung (Foto oben) statt, zu der der Betriebsrat der Hafenbetriebe eingeladen hatte. Mitorganisiert wurde die Versammlung von ver.di, der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) und der Internationalen Transportarbeiterföderation (ITF). Die IG Metall Emden und der Betriebsrat des VW-Werkes in Emden unterstützten die Solidaritätsversammlung.

verdi ITF Docker Setubal logoThomas Mendrzik, Leiter des maritimen Bereichs von ver.di, erklärte:
"Der Kampf gegen prekäre Arbeitsbedingungen stand schon immer im Mittelpunkt des weltweiten Handelns der Dockers Union. Es ist erschreckend, dass einige Arbeitgeber 2018 immer wieder die gleichen alten Strategien anwenden, um die Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften zu schwächen. Durch die starke Präsenz von ver.di in der maritimen Transportkette können wir gute Arbeitsbedingungen sowohl für die auf dem Schiff »Paglia« beschäftigten Seeleute als auch für die Dockarbeiter in Emden gewährleisten. Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir unsere portugiesischen Brüder und Schwestern unterstützen. Wir können nicht tolerieren, dass die Arbeiter auf der anderen Seite der Transportkette unter prekären Arbeitsbedingungen leiden.
Auch unsere Schwestergewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat im Volkswagenwerk Emden haben uns tatkräftig unterstützt. Mit dem Schiff werden Autos von Volkswagen Setubal transportiert, und für unsere beiden Gewerkschaften ist es unerlässlich, dass die Rechte der Arbeiter*innen entlang der gesamten Liefer- und Transportkette gewahrt werden." 
(Quelle: http://www.itfglobal.org)

"Dies ist ein exemplarischer Kampf, denn es geht um grundlegende Gewerkschaftsarbeit: Arbeiter, die für faire Arbeitsbedingungen kämpfen. Wir sind stolz darauf, die tapferen portugiesischen Hafenarbeiter zu unterstützen."

Torsten Schut, Betriebsratsvorsitzender bei EVAG Emder Verkehrs und Automotive GmbH

Europäische Bürgerinitiative:
Kein Handel mit den illegalen Siedlungen

"Wir fordern ein EU-Gesetz, das dem Handel mit illegalen Siedlungen ein für alle Mal ein Ende setzt."
ISR Stop Settlements LogoHier unterzeichnen
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