Junge Frauen in Israel wegen Wehrdienstverweigerung bestraft

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israel tamar a tamar z18.12.2016: Zum dritten Mal hat ein Militärgericht in Israel am 12. Dezember zwei junge Frauen, die 18 jährige Tamar Alon aus Tel Aviv und die 19 jährige Tamar Ze’evi aus Jerusalem, zu Gefängnis verurteilt, weil sie nach einem Einberufungsbefehl zum Armeedienst bei ihrer Vorstellung in der Militärbasis Tel Hashomer erklärt haben, den Wehrdienst zu verweigern, weil sie nicht an der Unterdrückung des palästinensischen Volkes teilnehmen wollen.

Israel ist neben Norwegen und Eritrea der einzige Staat in der Welt, in dem eine Wehrpflicht auch für Frauen gilt. Sie wurde schon 1949 eingeführt und dauert 36 Monate für Männer, 20 21 Monate für Frauen. Ein allgemeines Recht auf Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen wird weder für Männer noch für Frauen anerkannt. Nur für Frauen, die religiöse Gründe geltend machen, wird es teilweise anerkannt.

Die „zwei Tamar’s“ wollen nicht an der Unterdrückung des palästinensischen Volkes teilnehmen

Die beiden jungen Frauen hatten ihre erste Einberufung zur Armee im November erhalten. Beide gaben bei ihrer Vorstellung im Rekrutierungszentrum die Erklärung ab, dass sie den Wehrdienst aus Gewissensgründen verweigern, weil sie nicht an der Unterdrückung der Palästinenser beteiligt sein wollen. Daraufhin wurden sie von einem Militärgericht zunächst zu 7 Tagen Haft verurteilt. Nach deren Ende erhielten sie erneut die Aufforderung, sich zum Wehrdienst zu stellen. Sie verweigerten erneut und bekamen nun 10 Tage Gefängnis. Am 12. Dezember wiederholte sich der Vorgang zum dritten Mal. Diesmal wurden sie zu 27 Tagen Gefängnis verurteilt. Sie werden also, wenn diese Zeit abgelaufen ist, bereits 44 Tage hinter Gittern verbracht haben. Und es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Prozedur im nächsten Jahr ein 5. Mal und weitere Male wiederholt. Früher in diesem Jahr hat die Verweigerin Tair Kaminer aus gleichen Gründen insgesamt 166 Tage im Gefängnis verbringen müssen.

Allerdings dürfte der Versuch, den Widerstand der „zwei Tamar’s“ mit Gefängnisstrafen zu brechen, zum Scheitern verurteilt sein. Die beiden jungen Frauen haben sich, wie sie in ihren Erklärungen zur Verweigerung des Wehrdienstes betonten, nach gründlicher Überlegung und im Zusammenhang mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen im familiären Umfeld und im Bekanntenkreis für den Schritt entschieden.

Tamar Alon ist die Tochter eines israelischen Friedensaktivisten, der es während der zweiten Intifada in den Jahren 2000 – 2005 abgelehnt hatte, weiter als Reserveoffizier in der israelischen Armee zu dienen und dafür gleichfalls zu Gefängnis verurteilt worden war. In ihrer Verweigerungs-Erklärung, die die hebräisch-sprachige kommunistische Wochenzeitung „Zo Haderech“ veröffentlichte, sagte Tamar Alon, dass sie dies aus Liebe und Sorge um die Gesellschaft tue, zu der sie gehört, und mit dem Wunsch, eine öffentliche Debatte über den Charakter und die Zukunft dieser Gesellschaft anzuregen. „Ich kann nicht die Behauptung akzeptieren, dass die Unterdrückung einer anderen Nation, die Verweigerung grundlegender Menschenrechte, Rassismus und Hass lebenswichtig sein sollen für die Existenz Israels… Ich glaube, dass der Weg des Krieges, der Gewalt, der Unterdrückung und der Beherrschung es uns über die Zeit nicht erlauben werden, ein demokratisches Land zu bleiben und eine freie Nation zu sein“.

Ähnlich äußerte sich Tamar Ze’evi: „Aus Liebe zu dem Land und den Menschen, die in ihm leben, möchte ich glauben und glaube ich, dass es einen anderen Weg gibt und eine Änderung möglich ist. Wir werden aus diesem Kreislauf von Angst und Gewalt nur herauskommen, wenn wir unsere Herzen und Köpfe öffnen und sehen, was um uns herum hinter den physischen und sozialen Barrieren geschieht, wenn wir es uns erlauben, die Realität und das Leid all der Menschen zu sehen, für die dieses Land ihre Heimat ist. Wenn wir einmal alle darin übereinstimmen, verstehen und akzeptieren, dass dies die Realität ist, möchte ich glauben, dass der Weg zu Mitgefühl, Toleranz und Kompromiss unsere einzige Wahl ist.“

Inzwischen gelang es, für den Fall der „zwei Tamar's“ erste öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen. Die Vereinigung „Mesarvot“, das Netzwerk für politische Wehrdienstverweigerer, das sich in jüngster Zeit bereits um mehrere hundert Verweigerer aus „politischen Gründen“, Männer wie Frauen, kümmern musste, hat an mehreren Orten Protestmahnwachen organisiert, die die Freilassung der beiden jungen Frauen forderten. Ähnliche Initiativen fanden auch im Ausland statt, darunter eine Mahnwache mit den Bildern der beiden jungen Frauen in Paris.

Text: G. Polikeit

 

Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

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100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

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Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71

Hinweis
Mi, 22. November 2017, 20:00 Uhr, Rüsselsheim, Stadtbücherei am Treff
Veranstalter: attac, DGB und Naturfreunden Rüsselsheim


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

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siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

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Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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