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kuba ebolahilfe granma 03101407.10.2014: 165 kubanische Ärzte und Krankenpfleger sind nach Freetown in Sierra Leone geflogen (Foto), um die  tödliche Plage Ebola zu bekämpfen. Weitere 296 Spezialisten aus Kuba sollen folgen. Das meldet die Süddeutsche Zeitung (6.10.14) und fügt hinzu: „Das keineswegs wohlhabende Land mit seinen elf Millionen Einwohnern schickt mehr Mediziner nach Westafrika als viele reiche Industriestaaten“. Die Londoner Times stellt fest: Kuba stelle „mehr Ärzte als Großbritannien und Australien zusammen“. Und Peter Burghardt (SZ) ergänzt: „Und mehr als die USA, die Kuba seit einem halben Jahrhundert boykottieren“.


Die USA – 316 Millionen Einwohner; BIP pro Kopf das Siebenfache von Kuba -  wollen 3 bis 4000 US-Soldaten nach Liberia und andere betroffene Staaten verlegen. Offenbar kann sich die Militär-Supermacht selbst die Bekämpfung einer Seuche nur noch mit Soldaten vorstellen. Ärzte und medizinisches Personal sind nicht vorgesehen. Die Militär-Truppe soll 17 Behandlungsstationen und ein Lazarett für an Ebola erkranktes medizinisches Personal errichten. Zudem sollen die GIs an 400.000 Familien in Liberia Schutz- und Präventationspakete verteilen. Bisher sind aber erst 200 Soldaten in der liberianischen Hauptstadt Monrovia, um das „Hauptquartier“ für die Militärmission einzurichten.

Auch die schwarz-rosa Koalition in Berlin plant lieber Militär-Interventionen in Serie als humanitäre Missionen. Kaum ist die Waffenlieferung für zig-Millionen Euro samt Ausbildern an die Peschmerga angelaufen und Deutschland damit zur Kriegspartei geworden, wird schon der nächste Auslandseinsatz der Bundeswehr geplant: Im nordirakischen Erbil soll eine Ausbildungseinheit stationiert werden. Weiter geht’s nach Osteuropa, auf kampferprobtes Gelände für deutsche Soldaten. Angeblich auf Wunsch der OSZE sollen in der Ostukraine deutsche Drohnen des Typs „Luna“ zur Überwachung der russisch-ukrainischen Grenze und des Waffenstillstands eingesetzt werden. Gregor Gysi, Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag: „Wenn man nicht neutral ist, kann man keine Waffenruhe kontrollieren“. Stutzig macht auch das Personal: 150 Soldaten zur Bedienung einer paar Drohnen und 50 bewaffnete Fallschirmjäger, die gerade in der Ukraine böse Erinnerungen wecken, zu deren „Schutz“.

Derweil erweisen sich die deutschen Zusagen zum Ebola-Einsatz bislang als leere Versprechen. 300 Krankenbetten und 5000 deutsche Helfer waren von Kriegsministerin von der Leyen in Aussicht gestellt worden. Kein Mensch aber weiß wo die 300 Betten herkommen sollen, der Sanitätsdienst der Bundeswehr will nur 50 installieren. Ähnlich bei den personellen Zusagen, wo ebenfalls bisher nichts konkretes geschehen ist. „Ärzte ohne Grenzen“ kritisiert lautstark die Versäumnisse der Bundesregierung. Drei bis vier Wochen brauche man, bis der Einsatz begonnen werden könne, erklärte von der Leyen Ende September. Der Präsident von „Ärzte ohne Grenzen“, Tankred Stöbe: „Es geht um Stunden und Tage … Das, was bisher schon versäumt wurde, ist dramatisch“. Selbst wenn Deutschland das erfüllt, was es zugesagt hat, reicht es nach Ansicht Stöbes bei weitem nicht. Die Ebola-Seuche drohe außer Kontrolle zu geraten. Stöbe: „Vor unseren Stationen spielen sich jeden Tag grausame Situationen ab: Wir müssen Kranke abweisen, Kinder sterben vor unseren Kliniken“.

Hier könnte Deutschland wirklich einmal „Verantwortung“ für die Welt zeigen. Wo bleibt hier die Ruck-Predigt des präsidialen Pastors im luxuriösen Schloß Bellevue zu wirklich humanitären Interventionen, zum Einsatz von Krankenpflegern statt Kampftruppen, zur Lieferung von Medikamenten statt Munition?

Das kleine sozialistische Kuba macht den Industriemetropolen vor, wie Auslandseinsätze zum Wohle der Menschen aussehen können: Mediziner, die  kranken Menschen helfen, Siege für das Leben erringen, nicht für den Tod. Laut SZ sollen „50.000 (kubanische) Experten in 66 Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas tätig sein“. Kubanische Augenärzte operieren in Lateinamerika im Rahmen der „Operation Wunder“ Millionen Linsen und Netzhäute – für die Patienten  umsonst. Das verstaatlichte Gesundheitssystem Kubas gilt als eines der besten der Welt – trotz US-Boykott und Devisenmangel, wodurch die Anschaffung manch wichtiger medizinischer Geräte und Pharmaka nicht möglich ist. Die medizinische Versorgung ist kostenlos, Lebenserwartung und Kindersterblichkeit haben westeuropäisches Niveau. Gab es vor der Revolution 1959 in Kuba kaum 6000 Ärzte, so sind es heute 77.000 Ärzte plus 15.000 Zahnärzte und 88.000 Krankenpfleger. 20.000 junge Menschen studieren Medizin auf Kuba. „Das Heer weißer Kittel bekommt einen Ehrenplatz in unserer Geschichte“, versprach Raúl Castro bei der Verabschiedung der medizinischen Helfer für Westafrika und drückte jedem die Hand (Foto).

Fred Schmid, isw Photo: granma Karrikatur: Bernd Bücking

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