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Mexico XVII Int Seminar 201331.03.2013: Das XVII Internationale Seminar linker und kommunistischer Parteien in Mexico fand unter dem Motto „Die Parteien und eine neue Gesellschaft“ statt. Am Beginn des Treffens erhoben sich die TeilnehmerInnen von ihren Plätzen und gedachten mit einem mehr als eine Minute lang andauernden Applaus des am 5. März verstorbenen Präsidenten Venezuelas, Hugo Chavez Frias. Alberto Anaya Gutiérrez, Nationaler Koordinator der gastgebenden Partei der Arbeit (PT) Mexikos, sprach aus, was viele dachten. Hugo Chavez „kann physisch sterben, aber er stirbt nicht in den Herzen, in den Gedanken, im Gedächtnis, im Geiste, in den Idealen aller Revolutionäre Lateinamerikas, der Karibik und der Welt. Wir sind bei Hugo Chavez durch das, was er repräsentiert, durch seine Ideen vom Sozialismus des 21. Jahrhunderts.“

Insgesamt 1137 TeilnehmerInnen nahmen an dem bereits zum 17. Male ausgerichteten Seminar teil, das vom 14.-16. März in der mexikanischen Hauptstadt stattfand. Darunter befanden sich 198 VertreterInnen internationaler Parteien und Organisationen aus 37 Ländern von allen 5 Kontinenten. Traditionell stellten hierbei die linken und kommunistischen Organisationen Lateinamerikas und der Karibik die Mehrheit.

Aus Europa waren u.a. GenossInnen der KP Frankreichs, der KP Spaniens und der KP Russlands angereist. Aus der BRD waren die Partei DIE LINKE und die DKP dabei. Erstmals war auch eine Delegation der Europäischen Linkspartei zu Gast.

Wie schon in den Vorjahren waren auch asiatische Länder, wie die VR China, Vietnam und die KDVR stark vertreten. Das zeigte sich z.B. in der Anwesenheit von größeren Delegationen der jeweiligen Botschaft oder auch in der Neu-Edition politischer Bücher in spanischer Sprache, dieses Mal u.a. das Buch „Marxismus und Dialektik bei Mao Tse-tung“.

Inhaltlich war das Seminar in 3 große Bereiche gegliedert.

  1. Strategien zur Machteroberung und Konsolidierung alternativer nationaler Regierungen
  2. Volksmacht und seine verschiedenen Formen, vor und nach der Machteroberung durch alternative nationale Regierungen
  3. Themen der konjunkturellen Entwicklung.
  • Geoökonomische und geopolitische Konsequenzen der neuen multipolaren Weltordnung. Das Risiko von militärischen Konflikten
  • die Weltwirtschaftskrise und ihre weitere Perspektive
  • Kolonialismus und Prozesse der Re-Kolonialisierung in der Welt

Zu den einzelnen Themenfeldern berichteten die RednerInnen dann über Erfahrungen und Vorhaben in ihren jeweiligen Ländern. Dabei wurde immer wieder auf das Wirken von Hugo Chavez Bezug genommen, sein Einfluss auf das aktuelle Denken und Handeln in Lateinamerika unterstrichen. Das zog sich wie ein roter Faden durch die Redebeiträge.

So versuchte z.B. der argentinische Historiker Nestor Kohan im einleitenden Beitrag des ersten Themenblocks das Projekt von Chavez, der Sozialismus des 21. Jahrhunderts, aus einer historischen Perspektive heraus zu erläutern. Es sei nur zu verstehen ist, wenn man einen Blick in die gemeinsame Geschichte Lateinamerikas wirft. Chavez bezog sich bekanntlich in vielen, ganz konkreten Aktionen auf den Unabhängigkeitskampf gegen die spanische Kolonialmacht zu Beginn des 19. Jahrhunderts und auf das Wirken von Simon Bolivar. Die Vision von Chavez war es, den Traum von Bolivar wieder zu beleben, die Einheit der lateinamerikanischen Völker in einem gemeinsamen Vaterland, dem Patria Grande, herzustellen. Diesen Kampf gilt es fortzuführen. Eine eigenständige Entwicklung Lateinamerikas, auch über den Kapitalismus hinaus, ist nur in einem gemeinsamen kontinentalen Kampf zu erreichen.

Neben den fast 100 Redebeiträgen, die das eigentliche Seminar bildeten, bot die Veranstaltung viel Raum für bilaterale Gespräche zwischen den einzelnen Delegationen.

So konnte der Autor dieses Beitrages ein ausführliches Gespräch mit Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) führen. Dabei standen die Analyse der aktuellen politischen Situation in Venezuela sowie die Einschätzung der am 14. April anstehenden Präsidentschaftswahlen im Zentrum. Carolus Wimmer zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass es dem progressiven Bündnis Polo Patriotico, zu dem neben der PSUV, der Partei des Präsidentschaftskandidaten Nicolas Maduro auch die KP Venezuelas gehört, gelingen wird einen überzeugenden Wahlsieg zu landen. Das sei auch wichtig, um jeglichen Vorwürfen von Wahlmanipulationen seitens der Opposition von Anfang an die Grundlage zu entziehen.

Sicherlich auch auf Grund dieser Mischung aus Referaten und bilateralem Meinungsaustausch hat sich das Internationale Seminar der PT über die Jahre hinweg nach den Jahrestreffen des Foro Sao Paulo zum vielleicht wichtigsten Treffpunkt linker und kommunistischer Organisationen in Lateinamerika entwickelt.

Zum Abschluss wurden dann auch gemeinsam Termin und Agenda des 18. Seminars im März 2014 beschlossen.

Rainer Schulze,

Rainer Schulz, München, nahm als Mitglied der Internationalen Kommission der DKP an dem Treffen in Mexico teil.

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