Theodor Bergmann ist tot

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Theo-Bergmann 2017-02-15 0114.06.2017: Die marxistische linke hat einen Freund verloren. Theo hätte am 25. November bei der Bundesmitgliederversammlung der marxistischen linken zum Thema  '100 Jahre Oktoberrevolution  - Der Sozialismus lebt, dort wo er reformfähig war: in China und Cuba' mit uns diskutiert.  Theo war ein hervorragender China-Kenner, der mit kritisch-solidarischem Blick auf die gesellschaftliche und politische Entwicklung in China nie den ungeheuren industriellen und auch rechtsstaatlichen Fortschritt ignorierte, den China seit dem Ende der Kulturrevolution zu verzeichnen hat. Zuletzt arbeitete er an einer erweiterten zweiten Auflage seine Buches 'Der chinesische Weg'.  Leider werden wir ohne ihn weiterarbeiten müssen. Er wird uns fehlen.

 

Wir veröffentlichen eine Nachruf von Tom Strohschneider, Neues Deutschland:


Unerschütterlicher Optimist und kritischer Linker:
Der Wissenschaftler und Aktivist ist im Alter von 101 Jahren gestorben

Wer Theodor Bergmann in den letzten Jahren erlebte, konnte sprachlos werden ob der Agilität dieses Mannes, ob seiner Herzlichkeit, ob dieser sofort im Raum spürbaren Liebenswürdigkeit. Ein Mann, der auf ein ganzes Jahrhundert zurückblicken konnte und immer noch Pläne für die Zukunft machte. Der nicht aufhörte, für eine andere, eine bessere Welt zu streiten, wobei er dieses Streiten auf eine so freundliche und zugängliche Weise beherrschte, die in der Linken doch leider selten ist.

Ein Freund, der Historiker Mario Keßler, hatte ihn, da war Bergmann in seinen Neunzigern gefragt, was er denn angesichts seiner vielen Pläne, der ganzen Vorhaben tun werde, wenn er einmal alt sei. »Es gibt immer genug zu tun«, hat Theodor Bergmann damals geantwortet. »Zum Altwerden habe ich gar keine Zeit.« Er hat sich diese Zeit auch nicht gegönnt. Bis zum Schluss. Es war immer noch so viel zu tun. Am 12. Juni 2017 ist Theodor Bergmann in Stuttgart mit 101 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Theodor-Bergmann»Mit seinem Tod bricht die personelle Verbindung zur Arbeiterbewegung der Weimarer Republik ab, deren letzter überlebender Akteur und Zeitzeuge er war«, heißt es beim VSA-Verlag, bei dem Bergmann bis zuletzt publizierte. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Baden-Württemberg erinnert an die »entschlossene und stets dem Gegenüber mit Offenheit und Neugier zugewandte Persönlichkeit, sein Einsatz für eine gerechtere und friedlichere Welt, sein Eintreten für einen gerechten Frieden zwischen Israelis und Palästinensern«. Und nicht zuletzt an seine Fähigkeit, gerade Jüngere zu begeistern: für Engagement gegen Rechts, für eine solidarische Zukunft.

Bergmann wurde 1916 in Berlin als Sohn eines reformorientierten Rabbiners geboren. Schon früh, da war er gerade zehn oder elf Jahre, schloss er sich der kommunistischen Jugendbewegung an – zuerst im Jungspartakusbund, später dem Sozialistischen Schülerbund, dann der Jugendorganisation der neugegründeten der Stalin-kritischen KP-Opposition um Heinrich Brandler und August Thalheimer. Hier machte er nicht nur politische Erfahrungen, diese frühen Jahre prägten auch das Denken Bergmanns, der sich nicht nur gegen den aufsteigenden Faschismus engagierte, sondern auch die stalinistische Entwicklung in der Sowjetunion kritisierte. »Er suchte nach einer Welt, in der Freiheit und soziale Gerechtigkeit eine Verbindung eingehen. Dies war für ihn Sozialismus«, so formuliert es Mario Keßler.

Die Flucht vor den Nazis führte ihn in einen Kibbuz nach Palästina, zur antifaschistischen Arbeit in die Tschechoslowakei, wo er auch das Studium der Agrarwissenschaften aufnahm, später nach Schweden, wo er oppositionelle kommunistische Arbeit betrieb. Nach der Rückkehr in die Bundesrepublik schloss er sein Studium ab, promovierte über den Strukturwandel in der Landwirtschaft Schwedens und war ab den späten 1960er Jahren an der Universität Hohenheim als Professor für international vergleichende Agrarpolitik tätig. Sein Einsatz für alternative Denkansätze, seine Solidarität mit linken Studenten, die vom Radikalenerlass betroffen waren, machten Bergmann auch über die Uni hinaus zu einem Begriff. Politisch war er das ohnehin. 1981 emeritiert, kümmerte er sich nun verstärkt um die Geschichte der Arbeiterbewegung.

Dass dabei nicht zuletzt die Geschichte der oppositionellen kommunistischen Strömungen im Mittelpunkt stand, war bei Bergmanns Biografie so naheliegend wie fruchtbar. Zumal er nach dem Zweiten Weltkrieg auch in kleineren Nachfolgezirkeln aktiv geblieben und ein lebendiges Gedächtnis dieses Teils der Arbeiterbewegung war. Politisch engagierte er sich nach der Wende in der PDS, später in der Linkspartei. Die Zahl seiner Bücher ist groß, er veröffentlichte zu agrarwissenschaftlichen Themen und zur Geschichte der linken Bewegung – und er schrieb bis zum Schluss. 2016 erschien seine »Autobiografie eines kritischen Kommunisten« in neuer Auflage, erst vor wenigen Monaten lieferte der Verlag VSA seinen »Versuch, eine ferne Entwicklung zu verstehen« aus – ein Buch über den »chinesischen Weg«.

In einer der Überarbeitungen seiner Autobiografie hat Theodor Bergmann sich gewünscht, »auch in den Industrieländern muss der Marxismus weiterentwickelt werden«. Und er verband dies mit ein bisschen Hoffnung. Wenn diese Weiterentwicklung erfolgreich sei, so schrieb er, »dann gehört der sozialistischen Bewegung wieder die Zukunft«. Er sprach von einem »vorsichtigen Optimismus in meinem letzten Lebensabschnitt«. Theodor Bergmann, seine Freundlichkeit und sein Engagement, sein unermüdliches Weitermachen – es wird sehr fehlen.

Quelle: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1053965.theodor-bergmann-ist-tot.html

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Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

EL Marseille-Forum PierreLaurent


 

100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71

Hinweis
Mi, 22. November 2017, 20:00 Uhr, Rüsselsheim, Stadtbücherei am Treff
Veranstalter: attac, DGB und Naturfreunden Rüsselsheim


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet
Ein Film von Gaby Weber

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wenn die umstaende 300p

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Sie kommen im Morgengrauen!

Sie kommen im Morgengrauen!

von Bettina Jürgensen

18.11.2017: Am Montag in aller Frühe kam die Nachricht, dass es bei unserem Genossen Kerem Schamberger aus München eine Hausdurchsuchung gegeben hat! Die erste Frage war: Was wollen DIE schon wieder von Kerem? In letzter Zeit wurde immer häufiger seine Facebookseite gesperrt, vor fast genau einem Jahr sollte die Zulassung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni in München verhindert werden, Kerem kämpfte erfolgreich gegen sein drohendes Berufsverbot. Jetzt musste er bei seiner Hausdurchsuchung zusehen und Handy, Laptop, USB-Sticks wurden beschlagnahmt.

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Marsch ins militärische Kerneuropa

Marsch ins militärische Kerneuropa

Kommentar von Leo Mayer
15.11.2017: Am Montag haben die Außen- und Verteidigungsminister von 23 der 28 EU-Staaten mitgeteilt, eine Militärunion zu gründen. "Ein großer Tag für Europa", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Brüssel dazu. Ein großer Tag vor allem für die Rüstungsindustrie. Denn jeder EU-Staat, der sich an der Militärunion beteiligen will, muss sich verpflichten, die nationalen Rüstungsausgaben regelmäßig zu steigern.

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Walter Baier: "Forum in Marseille ist ein erster Schritt"

Walter Baier:

Frage: Am 10. und 11. November beraten in Marseille Parteien, Initiativen und Organisationen über neue Formen der Zusammenarbeit . Es gibt bereits verschiedene linke Foren und Denkfabriken, transform! ist eine davon. Warum muss jetzt noch ein weiteres Forum entstehen?

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


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