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26.09.2011: "Die Zitadelle der Rechten ist gefallen", sagte PCF-Nationalsekretär Pierre Laurent am gestrigen Abend. Bei den Senatswahlen am Sonntag haben die Konservativen eine schwere Niederlage erlitten. Nach den vorläufigen Endergebnissen errangen Sozialistische Partei, Linksfront und die Grünen erstmals in der Nachkriegsrepublik die Mehrheit im traditionell konservativ beherrschten Senat. Die Sozialistische Partei erklärte am Sonntag Abend: "Obwohl der Wahlmodus für uns nachteilig war, wird der Senat der Linken zufallen." Die Wahl erfolgte durch 72.000 Wahlmänner und -frauen aus den Regionen, Départements und Gemeinden. Bei den vergangenen Regional- und Kommunalwahlen (Kantonalwahlen Frankreich: Möglichkeit einer Linkswende erkennbar) hatte die Linke stark zugelegt und in fast allen Regionen und in 60 von 100 Départements die Mehrheit gewonnen.

Rekordbeteiligung am Pressefest der Humanité
Auch das Pressefest der Zeitung der Französischen KP am vorangegangenen Wochenende war Ausdruck einer Wende in der französischen Gesellschaft und Politik. Mit mehr als 500.000 BesucherInnen wies das Fest ein seit langem nicht mehr da gewesene Beteiligung auf.

Von besonderer Bedeutung war zudem, dass es zu einem gemeinsamen Fest der Linksfront wurde und ein Treffen der gesamten Linken war. Neben führenden Gewerkschaftern waren drei der vier Spitzenkandidaten der Sozialistischen Partei, ihr Erster Sekretär wie auch die Nationalsekretärin der Grünen anwesend. Martine Aubry, eine der Präsidentschaftsanwärterinnen der Sozialistischen Partei sagte: "Für einen Verantwortlichen der Linken muss man da sein, wo die Linke ist. Und auf dem Fest der Humaité, da ist die Linke". Pierre Laurent, Nationalsekretär der PCF und Vorsitzender der Europäischen Linken, meinte zum Abschluss - gemeinsam mit dem Spitzenkandidaten der Linksfront für die kommenden Präsidentschaftswahl Jean Luc Melenchon von der französischen "Linkspartei" (Parti de Gauche - PG) -, dieses Fest sei das letzte unter Sarkozy gewesen.

In der gleichen Woche hatten die Partner der französischen "Linksfront" (Front de Gauche) nach mehrwöchigen Debatten ihre Meinungsverschiedenheiten über die Kandidaturen zu den Parlamentswahlen am 10. und 17. Juni 2012 überwunden.

Linksfront-Abkommen für 2012 perfekt
Nach dem am 15. September abgeschlossenen Pakt einigten sie sich auf folgende Verteilung: Von den 525 Wahlkreisen in Frankreich (ohne Überseegebiete) werden 400 für die Französische Kommunistische Partei (PCF), 94 für die linkssozialistische "Linkspartei" (Parti de Gauche), 22 für die aus dem ehemals trotzkistischen Spektrum stammende "Links-Einheit" (Gauche Unitaire) und 9 für andere Linke, darunter 3 für die "Vereinigung für eine soziale und ökologische Alternative" (FASE) reserviert. Bestandteil der Vereinbarung war die bereits früher getroffene Vereinbarung, dass die PCF auf ihre traditionelle Eigenkandidatur zu der am 22. April und 6. Mai stattfindenden Präsidentenwahl verzichtet und als gemeinsamer Linksfront-Kandidat zu dieser Wahl der Linkssozialist Jean-Luc Melenchon antritt. "Alle Bedingungen für eine vereinte Linksfront im Wahlkampf sind damit gegeben", begrüßte PCF-Nationalsekretär Pierre Laurent die Vereinbarung. Die Linkssozialisten zeigten sich erfreut, dass ihnen "mehrere gewinnbare Wahlkreise" zugestanden worden sind, darunter vier, in denen bisher in der Regel PCF-Kandidaten antraten.

Mit großem Erfolg hat die "Linksfront" das von ihr herausgegebene Buch "Der Mensch zuerst" veröffentlicht, das gemeinsamen Vorstellungen über einen Ausweg aus der Krise vorstellt. Innerhalb der ersten Woche wurden bereits 75 000 Exemplare (zum Preis von 2 Euro) verkauft, an manchen Tagen seien bis zu 800 in den Buchhandlungen weggegangen, hieß es in der "Humanité".

txt: lm, gp
foto: PCF

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