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13.10.2010: Die Spitzengremien von TRANSNET und GDBA haben die Weichen für die Gründung einer neuen Gewerkschaft gestellt und Streiks im Regionalverkehr angekündigt. TRANSNET-Beirat und Bundeshauptvorstand der GDBA billigten in einer gemeinsamen Sitzung den Entwurf einer neuen Satzung und den Verschmelzungsvertrag. Die neue Gewerkschaft aus TRANSNET und GDBA soll Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft – kurz EVG- heißen. Die Spitzengremien beider Gewerkschaften votierten einstimmig für diesen Namen. Hierzu erklärten der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner und GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel:


„Unsere neue Gewerkschaft soll einen Namen bekommen, der Tradition und Aufbruch miteinander verbindet. Darauf haben die Spitzengremien von TRANSNET und GDBA Wert gelegt und dafür haben sie ein überzeugendes Votum abgegeben. Die endgültige Entscheidung über den Namen obliegt selbstverständlich dem Gewerkschaftstag, der am 1. Dezember stattfinden wird. TRANSNET-Beirat und GDBA-Bundeshauptvorstand haben heute aber auch den Vorschlag für eine Satzung und weitere wichtige Regularien verabschiedet. Damit sind wichtige Bausteine für die erfolgreiche gemeinsame Zukunft gesetzt. Am 30. November werden nun Gewerkschaftstage von TRANSNET und GDBA die erforderlichen Beschlüsse zur Verschmelzung fassen. Die neue Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft wird dann ab 1. Dezember ihre Arbeit aufnehmen.“

 

Warnstreiks im Regionalverkehr
Die Gewerkschaften TRANSNET und GDBA rufen zu Warnstreiks auf, um Druck in den laufenden Tarifverhandlungen zu machen. Im Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) wollen die beiden Gewerkschaften einen Branchentarifvertrag abschließen. Er soll das Lohnniveau, das für 90 Prozent der Beschäftigten gilt, für alle Beschäftigten verbindlich machen. "Die Deutsche Bahn profitiert vom Status Quo im SPNV, da sie über ihre Billigtöchter ebenfalls die Lohnunterschiede ausnutzen kann", kritisierten die Vorsitzenden von TRANSNET und GDBA, Kirchner und Hommel. Das bisherige Angebot der Firmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia Verkehr und der Hessischen Landesbahn entspreche lediglich 80 Prozent des Lohnniveaus, das bei der Bahn-Nahverkehrstochter DB Regio gezahlt werde, sagte Kirchner.

Da sich die Bahn bisher hartleibig zeigte, wird es nun von Ende Oktober an bundesweit Warnstreiks im Bahn-Regionalverkehr geben. "Diese Warnstreiks werden weh tun", teilte TRANSNET mit. Bahnreisende im Nahverkehr müssten sich ab der übernächsten Woche auf erhebliche Behinderungen einstellen. TRANSNET informierte, dass die Deutsche Bahn und alle anderen maßgeblichen Unternehmen im Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) von den Aktionen betroffen sein werden.

txt: lm
foto: eric_hauth