Farkha Festival

Jedes Jahr im August findet in dem kleinen palästinensischen Dorf Farkha das internationale Festival der Jugend der Palästinensischen Volkspartei (YPPP) statt. Seit 2011 nehmen Mitglieder der DKP, der marxistischen linken und der Partei DIE LINKE an dem Festival teil. Kerem Schamberger (marxistische linke) führt hier sein Tagebuch.

Farkha Festival2013 4 kerem 299015.08.2013: Heute ist der 4. Tag des Festivals und man merkt allen TeilnehmerInnen an, dass sie ziemlich erschöpft von der harten Arbeit und dem heißen Wetter sind. Trotzdem arbeiten alle weiter. Heute baut eine Gruppe eine Mauer, die die Hauptstrasse ins Dorf vor dem Abrutschen schützen soll. Die Mauer ist ca. 30 Meter lang und der ganze von uns gemixte Beton muss per Hand in kleinen Eimern in die vorbereitete Holzschalung gekippt werden. Wir sind zwar viele Leute, aber es gibt keinen Schatten und es ist brütend heiß, sodass wir schon nach 2 Stunden ziemlich KO sind. Eine weitere Gruppe legt heute zusammen mit Eric, dem Umweltingenieur und Kuku, Aktivist der französischen Organisation „Earth and Humanism“ (http://www.terre-humanisme.org/) einen Bio-Garten im Schulhof an.

Weiterlesen: Farkha-Festival 2013 –Tag 4: Harte Arbeit, Schwimmen, Schlafen

Farkha Festival2013 3 kerem 2978 30014.08.2013: Dass es heute bewölkt ist, kommt dem ganzen Festival gelegen, denn die gemeinsame Arbeit in der normalerweise üblichen brütenden Hitze schon am Vormittag wäre sonst noch anstrengender. Nach dem gemeinsamen Frühstück auf dem Innenhof der Schule baut ein Teil der Jugendlichen die große Mauer vor der Schule weiter. Ein anderer Teil bereitet ein Holzgerüst vor, das später den Beton in seiner vorgegeben Form stabil halten soll. Um Beton zu mischen stehen einige BrigadistInnen in einer langen Reihe. Eimer gefüllt mit Steinen, andere mit Sand und wieder andere mit Wasser und natürlich Zement werden zur Betonmischmaschine durchgereicht. Ich unterhalte mich mit einigen Frauen, die mit Schubkarren Sand von dem einen Ende der Baustelle auf die gegenüberliegende Seite transportieren. „Für mich ist sehr wichtig hier zu sein. Gerade weil diese Gesellschaft immer noch sehr männerdominiert ist, bedeutet diese Zusammenarbeit für mich Emanzipation und Freiheit. Deshalb bin ich hier“ berichtet mir eine der Frauen.

Weiterlesen: Farkha-Festival 2013 – Tag 3: Solidarität mit Hugo Chavez und Happy Birthday Comandante Fidel Castro

Farkha Festival2013 3 kerem 2886 30013.08.2013: Während ich einen Teil dieser Zeile schreibe reibe ich mir ständig die Hände – so voll Schwielen und Blasen sind sie nach nur vier Stunden Arbeit. Es macht sich einfach bemerkbar, dass wir eine Gruppe von StudentInnen aus Deutschland sind, die so gut wie keine Ahnung vom körperlichen Arbeiten haben. Ich denke, dass die AkademikerInnen und StudentInnen in der DDR, die auch mal zum Arbeitseinsatz auf dem Land oder in der Fabrik ausrücken mussten, ganz gut daran taten, um nicht zu vergessen was körperliche Arbeit wirklich bedeutet.

Weiterlesen: Farkha-Festival 2013 –Tag 2 des Festivals: Gemeinsam arbeiten – Gemeinsam feiern

Farkha Festival2013 2 kerem 2832 30012.09.2013: Nachdem wir in der Früh noch schnell die von christlichen Pilgern überfüllte Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem angeschaut haben, fahren wir nach Ramallah. Dort treffen wir im Parteigebäude der PPP auch einen Aktivisten der Organisation 'Stop the Wall' (www.stopthewall.org), die mit der Partei freundschaftlich verbunden ist und sich gegen den Bau der Apartheid-Mauer auf palästinensischem Gebiet einsetzt. Der hauptamtlich für die Organisation arbeitende Genosse ist Jamal Juma. Er bezeichnet die Initiative 'Stop the Wall' nicht als Organisation, da sie nirgendwo offiziell registriert ist, sondern als Volksbewegung von unten. In einem längeren Gespräch diskutieren wir mit ihm über die derzeitige Lage.

Weiterlesen: Farkha-Festival 2013 – der 1. Tag

Farkha Festival2013 1 kerem 4294 30011.08.2013: Am Freitag, den 9. August machen wir uns endlich via Istanbul auf die Reise nach Israel. Wir, das sind AktivistInnen aus der DKP, der Antifa-Bewegung und vom Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK), die ihre Solidarität mit dem Kampf der fortschrittlichen, linken PalästinenserInnen zeigen wollen. Dafür ist das Farkha-Festival eine gute Gelegenheit. Nach einem mehr als vierstündigen Flug kommen wir gegen 12 Uhr Nachts am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv an. Doch bei der Passkontrolle gibt es für den YXKler und für mich eine böse Überraschung. Wir werden nicht durchgelassen, sondern müssen uns in einen abgetrennten Raum begeben.

Weiterlesen: Farkha-Festival 2013 - Die Ankunft in Israel und Palästina

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