Julian Assange: 2. Tag des Auslieferungsverfahrens

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Julian Assange the world is watching Banner26.02.2020: Am zweiten Tag des Prozesses am Dienstag (25. Februar) um den Auslieferungsantrag der US-Regierung haben die Anwälte des WikiLeaks-Gründers Julian Assange die US-Staatsanwaltschaft beschuldigt, die Fakten bewusst falsch dargestellt zu haben, um das gewünschte Urteil zu erreichen.

 

Als Vertreter des Verteidigungsteams von Assange sagte Rechtsanwalt Mark Summers am Dienstag vor dem Belmarsh Magistrates' Court, dass es allein aufgrund von Beweisen, die bereits öffentlich zugänglich seien, "offensichtlich klar" sei, dass die Richter irregeführt werden sollen. "Man kann dies nur als Lüge, Lüge und noch mal Lüge bezeichnen", sagte Summers der Richterin Vanessa Baraitser.

Während der Anhörungen am Vortag hatte die US-Staatsanwaltschaft unter der Leitung von James Lewis argumentiert, dass Assange das Leben von Informanten des US-Militärs durch die Veröffentlichung von 250.000 nicht überprüften Militärdokumenten gefährdet habe. Es wurde auch behauptet, dass Assange Manning beim Diebstahl der vertraulichen Informationen "geholfen und angestiftet" habe und ein Mitverschwörer sei, um an die undichten Stellen zu gelangen. (siehe kommunisten.de: Trump will Julian Assanges "Kopf auf einem Spieß")

Die Verteidigung von Julian Assange wies den Vorwurf der Anwälte der US-Regierung zurück, dass Assange durch die Veröffentlichung geheimer Dokumente "wissentlich Leben in Gefahr brachte". Vor der Veröffentlichung seien die Dokumente so bearbeitet worden, dass keine Gefahr für Menschen bestanden habe. WikiLeaks habe im April 2010 diplomatische Depeschen von Whistleblower Chelsea Manning erhalten und sich mit The Guardian, der New York Times, dem Spiegel und El Pais zusammengetan, um Informationen aus den Dokumenten zu extrahieren. Gemeinsam hätten sie das Material neun Monate bearbeitet, um möglichen Schaden von Einzelpersonen zu vermeiden, sagte Rechtsanwalt Mark Summers, Mitglied des Verteidigerteams, dem Gericht. Er verwies auf die Aussagen eines Mitarbeiters des SPIEGEL, nach der das US-Außenministerium an der Redaktion beteiligt war.

Allerdings sei das Passwort zu einer verschlüsselten Datenbank in einem Buch von Guardian-Journalisten enthalten, so dass unredigierte Lecks anschließend von Plattformen veröffentlicht worden seien, die nichts mit WikiLeaks zu tun hätten. Die US-Regierung wisse dies, setzte er hinzu, denn Julian Assange habe in großer Aufregung das US-Außenministerium angerufen und gewarnt, dass unbestätigte, durchgesickerte Dokumente im Internet erscheinen würden. Es geht dabei um das im Februar 2011 veröffentlichte Buch »Wikileaks - Inside Julian Assange's War on Secrecy« der Guardian-Journalisten David Leigh und Luke Harding. Der Text enthielt das Passwort für den Zugriff auf die unzensierten Informationen von WikiLeaks.

Mark Summers wies auch die Vermutung zurück, dass sein Mandat geholfen habe, Informationen aus geheimen Datenbanken herunterzuladen. Er sagte, dass Frau Manning mehrmals Dokumente, die auf der "Most Wanted"-Liste von WikiLeaks standen, nicht an WikiLeaks gegeben habe, obwohl sie für sie zugänglich waren. Frau Mannings Motivation für die Weitergabe geheimer Dokumente war die Unehrlichkeit der US-Regierung auf die Veröffentlichung des Videos über den »Kollateralmord« im Irak, das offensichtliche Kriegsverbrechen von US-Militärs während eines Hubschrauber-Luftangriffs auf Bagdad zeigt, aber von der US-Regierung vertuscht werden sollte.

Der Anwalt der US-Regierung, James Lewis, wies die Aussagen der Verteidigung von Julian Assange zurück. Diese habe nur "Strohmänner niedergeschlagen".

Gefängnisverwaltung schikaniert Assange

Sevim Dagdelen und Heike Hänsel nehmen als als parlamentarische Beobachterinnen am dem Auslieferungsverfahren teil. Sevim Dagdelen zum zweiten Tag (25.2.):

"Zweiter Tag im Auslieferungsverfahren "US vs. Julian Assange" ist zu Ende. Schon gestern war ich betrübt, wie sehr Julian gebrochen schien. Heute früh aber hat sich seine Verteidigung bei Gericht beschwert, dass Julian seit gestern in 5 verschiedenen Zellen untergebracht, 11 mal ihm Handschellen angelegt wurden und er zweimal nackt Leibesvisitationen aushalten musste! Seine ihm persönlich zustehenden privaten Unterlagen wurden bei Verlassen und Betreten des Gefängnis konfisziert. Der Richterin fiel nichts anderes ein, als zu behaupten, sie könne nicht intervenieren, man müsse das mit dem Gefängnis klären. Das ist eine Schande!!! Julian muss sofort raus aus der Haft und im Kreise seiner Familie genesen und sich vernünftig vorbereiten können für den Prozess. Es ist unerträglich, mit anzusehen, dass er der Verhandlung kaum folgen kann, weil schon allein die Technik versagt und er kaum das Gesagte hören kann.
Und der Chefredakteur von Wikileaks wurde heute, als wir die Zuschauertribüne des Gerichtssaales wie gestern zusammen betreten wollten, vom Personal auf Anordnung des Gerichts ohne Angaben von Gründen gebeten, das Gebäude zu verlassen. Er wurde ausgeschlossen vom Verfahren. Ohne Erklärung! Nach Protesten konnte er dann doch wieder rein. Wieder ohne Erklärung.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt." (Quelle; Facebook, Sevim Dagdelen)

 Heike Hänsel, Sevim Dagdelen und Doris Achelwilm als Prozessbeobachterinnen
Quelle: Facebook Sevim Dagdelen

 

 Jennifer Robinson, Mitglied des Verteidigungsteams von Julian Assange

 

Hintergründe, 1. Tag des Verfahrens und eine erschütternde Dokumentation der ARD finden Sie bei
Trump will Julian Assanges "Kopf auf einem Spieß"

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