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fidel castro cc Ninian Reid09.07.2015: Kubas Revolutionsführer und früherer Präsident Fidel Castro hat dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zu seinem "hervorragenden politischen Sieg" gratuliert. Er habe das griechische Referendum im lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur verfolgt, schrieb Castro in einem Brief, der in kubanischen Internetportalen am Montag veröffentlicht wurde. Die Bevölkerung in Lateinamerika und der Karibik bewundere, wie Griechenland "seine Identität und seine Kultur gegen Aggressionen von außen" verteidige, schrieb Castro. Auch die Präsidentin von Argentinien und die Präsidenten von Bolivien, Kuba, Nicaragua und Venezuela haben den Sieg des "Nein" beim Referendum in Griechenland begrüßt und ihre Glückwünsche an die griechische Bevölkerung und Ministerpräsident Alexis Tsipras übermittelt.

Brief [1] von Fidel Castro:

Herr Alexis Tsipras
Ministerpräsident von Griechenland,

ich beglückwünsche Sie herzlich zu ihrem hervorragenenden politischen Sieg, dessen Details ich über den Kanal Telesur eng verfolgt habe.

Griechenland ist den Kubanern sehr vertraut. Es lehrte uns, als wir in der Schule waren, Philosophie, Kunst und Antike Wissenschaften und damit die vielschichtigste aller menschlichen Aktivitäten: die Kunst und die Wissenschaft der Politik.

Ihr Land, insbesondere sein Mut in der aktuellen Lage, ruft Bewunderung unter den Völkern Lateinamerikas und der Karibik hervor, wenn sie sehen, wie Griechenland seine Identität und seine Kultur gegen Aggressionen von außen verteidigt. Sie vergessen auch nicht, dass Mussolini ein Jahr nach dem Angriff Hitlers auf Polen seinen Truppen befahl, in Griechenland einzumarschieren und dieses mutige Land die Aggression abwehrte und die Invasoren zum Rückzug zwang, was die Entsendung deutscher Panzereinheiten nach Griechenland notwendig machte, die von ihrem anfänglichen Ziel abgezogen wurden.

Kuba kennt den Wert und die Kampfkraft der russischen Truppen, die vereint mit den Kräften ihres mächtigen Verbündeten, der Volksrepublik China und anderen Nationen des Mittleren Ostens und Asiens immer versuchen werden, den Krieg zu verhindern, die aber niemals eine militärische Aggression ohne durchschlagende und zerstörerische Antwort zulassen würden.

In der aktuellen politischen Lage des Planeten, während der Frieden und das Überleben unserer Gattung an einem seidenen Faden hängen, muss jede Entscheidung mehr denn je sorgfältig ausgearbeitet und umgesetzt werden, so dass niemand an der Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit zweifeln kann, mit der viele der verantwortungsvollsten und ernsthaften Führungspersonen heute gegen die Katastrophen kämpfen, die die Welt bedrohen.

Wir wünschen Ihnen, geschätzter Genosse Alexis Tsipras, viel Erfolg.

Brüderlich,

Fidel Castro Ruz
5. Juli 2015

Weitere Glückwünsche für Griechenland aus Lateinamerika

"Das griechische Volk hat Nein gesagt zu den unmöglichen und erniedrigenden Bedingungen, die ihm zur Neuordnung seiner Auslandsverschuldung aufgezwungen werden sollten", schrieb [2] Cristina Fernández, die Präsidentin von Argentinien, über den Kurznachrichtendienst Twitter. Dies sei ein "durchschlagender Sieg der Demokratie und der Würde". Zugleich drückte sie ihre Hoffnung aus, dass "Europa und seine Führer die Botschaft der Urnen verstehen. Man kann von niemandem verlangen, seine eigene Sterbeurkunde zu unterzeichnen", so Fernández weiter.

In einem Brief an Tsipras sandte [3] Kubas Präsident Rául Castro "aufrichtige Glückwünsche" zum gewonnenen Referendum. Dieses Ergebnis belege die mehrheitliche Unterstützung des griechischen Volkes für die "mutige Politik seiner Regierung", schrieb Castro.

Während einer Festveranstaltung zum 204. Jahrestag der Unabhängigkeit Venezuelas in der Nationalversammlung in Caracas erhob [4] sich Präsident Nicolás Maduro nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses, um Griechenland und Alexis Tsipras hochleben zu lassen. Den anwesenden griechischen Botschafter beglückwünschte er zu dem "Nein". Dies sei eine "Lektion für die Welt und ein großer Sieg gegen den Finanz-Terrorismus des IWF". Griechenland habe seine Stimme erhoben, "um den Finanzimperien zu sagen, dass es unabhängig ist", so Maduro [5].

Als "gerecht und würdig" bezeichnete [6] Boliviens Präsident Evo Morales den Ausgang des Referendums und beglückwünschte die griechische Bevölkerung, die "ihre souveräne Politik und Wirtschaft verteidigt". Unter der Regie des IWF habe die Europäische Zentralbank Griechenland mit der Formel "mehr Schulden, um die Schulden zu bezahlen“ erpresst. "Wie ist es möglich, dass der IWF in diesen Zeiten immer noch seine Strukturanpassungspolitik aufzwingt?" fragte Morales und drückte "Respekt und Bewunderung" für das südeuropäische Land aus, das dem Kapitalismus eine Niederlage bereitet habe.

Auch Nicaraguas Präsident Daniel Ortega wandte sich in einem Brief [7] an Ministerpräsident Tsipras. Nicaragua begehe derzeit den 36. Jahrestag der Sandinistischen Revolution und "wir begrüßen den großen Sieg des griechischen Volkes, das seinen Sinn für Demokratie, Würde und Gerechtigkeit bestätigt", heißt es darin.

Vor der Abstimmung am Sonntag hatten sich die Regierungen Argentiniens und Venezuelas sowie die Mitgliedsländer der Bolivarischen Allianz (Alba) zur Situation in Griechenland geäußert und ihre Solidarität ausgedrückt. Sie verwiesen dabei auch auf Erfahrungen in Lateinamerika.

Die CDU schäumt vor Wut

In der Diskussion im EU-Parlament erklärte [8] Manfred Weber, CSU, im Namen der PPE-Fraktion:
"Herr Tsipras, die Extremisten Europas applaudieren, und einer darf natürlich nicht fehlen: Fidel Castro hat Ihnen noch gratuliert zu dem großen Erfolg, den Sie errungen haben. Sie umgeben sich mit falschen Freunden!"

[1] Granma
[2] twitter
[3] cubadebate.cu
[4] hoyvenezuela.info
[5] telesurtv.net
[6] la-razon.com
[7] lavozdelsandinismo.com
[8] EU-Parlament, Protokoll Plenardebatte

Quelle: America 21       Foto: Ninian Reid

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