Literatur und Kunst

pressefest_2011_kulturmarkt_siggi_P1240096_30028.01.2011: Über dem Eingang zur „Eislaufhalle“ im Wischlinger Revierpark begrüßt dich ein breites Transparent: „Literatur- und Kunsthalle“. Du gehst hinein und bemerkst augenblicklich eine besondere Atmosphäre: das Hallenlicht, nicht grell, gerade ausreichend zum Betrachten der dargebotenen Kunstwerke und Bücher, keine schrillen Töne, quirliges Hallenleben, langsam wandelnde Betrachter vor Bildern oder beharrlich Suchende an den Antiquariatsständen und an den Auslagen von Buchverlagen, still und laut rechnende Interessenten, überall freundliche Gespräche.

Gleich links vom Eingang im großen Hallenmarkt ein kleiner Markt. Die DKP bietet Gemälde, Grafiken und Kunstbücher. An Stellwänden jeweils ein Gemälde von Guido Zingerl und Jörg Scherkamp, Grafiken von Eberhard Dänzer und Wolfgang Matheuer.  Beeindruckend auch die kleine Ausstellung zur Würdigung des Künstlerehepaares, der Kommunisten und antifaschistischen Widerstandskämpfer Lya (1901-1981) und Hanns Kralik (1900-1971).

Weiterlesen: Kunst ist Waffe und Lebensgenuss – die Literatur- und Kunsthalle auf dem UZ-Pressefest

bots23.06.2011: Es gibt wohl keine Rockband, die so für das Lebensgefühl und die hochpolitische Zeit der Friedensbewegung ab Anfang der 80er steht wie die Bots. Die Gruppe bots, (niederländisch botsen: "zusammenstoßen") trat 1974 zusammen und veröffentlichte zunächst nur Lieder in niederländischer Sprache. Die Texte waren überwiegend politisch, sozialkritisch und von der Friedensbewegung der 1970er Jahre beeinflusst. Treibende Kraft war der Sänger und Gitarrist Hans Sanders, der bereits 1967 seine erste Single veröffentlichte. Er starb am 3. November 2007 in Eindhoven.
Nach dem Auftritt auf dem Festival Rock gegen Rechts in Frankfurt im Juni 1979 wurden die bots auch in Deutschland bekannt und erhielten ein Angebot, ihre Texte einzudeutschen. Bei den Übersetzungen halfen bekannte Persönlichkeiten wie Wolf Biermann, Diether Dehm, Dieter Hildebrandt, Hanns Dieter Hüsch, Peter Tobiasch, Henning Venske, Hannes Wader und Günter Wallraff. Die Gruppe erlangte besonders in der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung der 1980er Jahre Popularität.

Für die UZ hat Werner Lutz mit Kees Buenen von den „Bots“ gesprochen

Weiterlesen: Die Bots – Auf dem Pressefest dabei!

die_bandbreite_geier21.06.2011: „Auf Grund diverser Hinweise müssen wir befürchten, dass es bei diesem Konzert zu massiven Störungen und Auseinandersetzungen kommen wird. Wir haben deshalb mit der Gruppe „Die Bandbreite“ vereinbart, dass ihr Konzert auf dem Fest ausfällt. Dies geschieht aus der Sorge, dass es uns sonst nicht möglich wäre, ein friedliches und solidarisches Volksfest auszurichten.“ Anstelle des Konzertes wird es eine Diskussionsrunde mit Die Bandbreite geben, zu der BefürworterInnen und KritikerInnen eingeladen wurden. So ist es nachzulesen in der Presseerklärung der DKP vom 21.06.2011:

Zu unserem Fest erwarten wir wieder Zehntausende von Besuchern aus der Umgebung und aus dem demokratischen und linken Spektrum der Bundesrepublik Deutschland. Wie bei den vorangegangenen Pressefesten erwartet die Besucher ein reichhaltiges politisches und kulturelles Programm. Zahlreiche Künstler aus dem In- und Ausland werden die Vielfalt demokratischer und linker Kultur repräsentieren. Zu dem Fest wurde auch die Hip-Hop-Band „Die Bandbreite“ eingeladen.

Weiterlesen: 17. Pressefest der UZ - Zeitung der DKP und die Hip-Hop-Gruppe „Die Bandbreite“

Cover_todesnacht_stammheim_prv23.06.2011: „Die Todesnacht in Stammheim“ neu untersucht. - Was bewegt einen gut bürgerlichen IT-Spezialisten, Jahrgang 1964, der mit Frau und Kind in der schön schwarzen Bischofsstadt Limburg wohnt - Tageszeitungsleser und Fernsehkonsument, politisch eher mäßig interessiert –, sich ausgerechnet mit der Todesnacht in Stammheim zu beschäftigen. Zum Zeitpunkt des Todes der RAF-Gefangenen Baader, Ensslin, Raspe in der Nacht von 17./18. Oktober 1977 zählte jener gerade mal 13 Lenze und dürfte den Kopf eher voll mit Fußball, Mädchen oder dem Problem durchschnittlicher Noten gehabt haben.

Es kam das Jahr 2007 und die Medien brachten Dokus, Interviews, Hintergrundgeschichten über das „Wunder von Mogadischu“, Schleyer, den Oberleutnant Helmut Schmidt und die Selbstmorde im sichersten Knast der Welt. Eine Sicht der Dinge, die seit der - von der „Kleinen Lage“ im Bonner Bundeskanzleramt veranlassten - dpa-Meldung von 8:53 Uhr des besagten Tages wie in Stein gemeisselt scheint: „Baader und Ensslin haben Selbstmord begangen.“ Just in dieser Zeit erwirbt unser IT-Spezialist auf dem Flohmarkt als Urlaubslektüre das dickleibige Opus „Der Baader-Meinhof-Komplex“ eines gewissen Stefan Aust, seines Zeichens SPIEGEL-Chef-Redakteur.

Weiterlesen: Lob des Zweifels oder die Fragen eines lesenden IT-Spezialisten

uz_pressefest_kunstmarkt_2007_ jteichfischer15.06.2011: Er hat längst eine gute Tradition auf dem UZ-Pressefest und manchen schon ein „Schnäppchen“ originaler Kunst beschert: der Kunstmarkt in der Eislaufhalle. Die Vielfalt der angebotenen Arbeiten ist eines seiner besonderen Kennzeichen – Gemälde, Zeichnungen, Grafik, Plastik, Fotokunst, Fotografie, Karikaturen, etc. verschiedenster Arbeitsweisen, präsentiert von etwa zwei Dutzend engagierten Künstlerinnen und Künstlern.

Da lohnt ein Rundgang mit intensivem Schauen und Gesprächen mit Künstlern zu ihren Arbeiten. Das vertieft das Kunsterlebnis, und kann auch Anreiz sein, das eine oder andere Werk zu erwerben.

Weiterlesen: Der Kunstmarkt in der Eislaufhalle

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