Kaufhof erpresst Beschäftigte und ver.di

E-Mail Drucken PDF

Kaufhof-HBC11.10.2017: Galeria Kaufhof droht mit der Schließung vieler Standorte und der Vernichtung von Tausenden Arbeitsplätzen ++ ver.di soll 'Sanierungstarifvertrag' zustimmen ++ Kaufhof-Chef Wolfgang Link: "wirtschaftliche Notlage" wegen des Strukturwandel ++ Fakt: Eigentümer HBC zockt Kaufhof ab

 

Der Warenhauskonzern Galeria Kaufhof stecke in einer existenzbedrohenden Krise, sagt Kaufhof-Chef Wolfgang Link. Mit einem 'Sanierungstarifvertrag' will er dem Unternehmen eine "wirtschaftliche Atempause" geben. Ansonsten würden Insolvenz, Schließung von Kaufhäusern und der Verlust von Tausenden Jobs drohen, heißt es.

Kaufhof will für mindestens drei Jahre aus dem Tarifvertrag für den Einzelhandel aussteigen. Dabei wurde vor zwei Jahren, als der alte Eigentümer Metro AG die Galeria Kaufhof an die kanadische Hudson's Bay Company (HBC) verkaufte, vereinbart, dass Kaufhof bis mindestens 2020 im Tarifvertrag bleibt. Da bei Bruch der Vereinbarung keine Vertragsstrafe vorgesehen ist, kann Kaufhof jetzt die Vereinbarung straflos brechen.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bestätigt, dass Kaufhof über einen 'Sanierungstarifvertrag' für die 21.000 Beschäftigten verhandeln will. In einer Presserklärung teilt die Gewerkschaft mit: "Kaufhof hat einen Antrag gestellt, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung aufzunehmen. Diesen Antrag werden wir intensiv gemeinsam mit einer noch zu bildenden Tarifkommission, den Arbeitnehmergremien sowie einem Wirtschaftsgutachter prüfen und abhängig vom Ergebnis der Prüfung die entsprechenden Schritte einleiten." Die Gewerkschaft will sich nicht zu den "Berichten über angeblich konkrete Einsparvorschläge ... äußern." (Presserklärung, 10.10.17)

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung verhandelte die Kaufhof-Geschäftsführung bereits gestern Nachmittag mit Spitzenvertretern von ver.di. Wie die Zeitung weiter berichtet, verlangen die Kaufhof-Manager u.a. eine Kürzung der Löhne und Gehälter von drei bis fünf Prozent, die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld für drei Jahre und eine Erhöhung der Arbeitszeit durch eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.

Kaufhof-Arbeitsdirektor Peter Herlitzius gesteht denn auch ein: "Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet." Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Kaufhof begründet die drastischen Einschnitte mit dem dramatischen Strukturwandel im Einzelhandel: Immer mehr Menschen kaufen im Internet, Kaufhausketten verlieren an Attraktivität und die Gewinnspannen gingen zurück.

Wie die Süddeutsche Zeitung unter Bezug auf 'Insider' berichtet, sind jedoch nicht nur die schwierigen Marktbedingungen ausschlaggebend für die finanziellen Schwierigkeiten der Kaufhauskette. Der kanadische Mutterkonzern HBC hat Kaufhof Mieterhöhungen aufgehalst und zockt so jährlich 40 Millionen Euro ab. Da der Mietvertrag über 20 Jahre läuft, bedeute dies für Galeria Kaufhof hochgerechnet eine Mehrbelastung von 800 Millionen Euro, schreibt die Süddeutsche Zeitung. "Zudem haftet HBC zwar gemäß Ergebnisabführungsvertrag für die jährlich auftretenden Verluste von Kaufhof, ist bisher aber nicht dafür aufgekommen. Rechnet man zusätzlich die Aufwendungen für kurzfristige Darlehen hinzu, die Kaufhof HBC gewährt hat, belaufen sich die ausstehenden Forderungen Kaufhofs an den Mutterkonzern auf mehr als 300 Millionen Euro." (Süddeutsche Zeitung, 11.10.2017)

Von HBC ist kein Geld zu erwarten. Vielmehr ist es so, dass HBC Kaufhof Geld entzieht, denn das kanadische Einzelhandelsunternehmen mit weltweit insgesamt 480 Geschäften und 66 000 Mitarbeitern ist selbst hoch verschuldet und der Aktienkurs ist in den zurückliegenden zwei Jahren stark gefallen.

Deshalb will das Kaufhof-Management einen 'Sanierungstarifvertrag' durchsetzen und erpresst mit Insolvenz und dem Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen.

 

marxli-G20

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


100 Jahre Oktoberrevolution

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Fr., 10. November 2017, 19:00 Uhr
München
EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80

Sa., 25. November 2017,
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-7


marxistische linke Berlin/Brandenburg

7. November 2017, um 19 Uhr

"Oktober - Zehn Tage, die die Welt veränderten"

Film von S.M. Eisenstein nach der gleichnamigen Buchvorlage von John Reed über die Ereignisse vor und während der russischen Oktoberrevolution von 1917.
weiterlesen


Das war`s dann wohl mit r2g

Das war`s dann wohl mit r2g

von Bettina Jürgensen und Leo Mayer  
19.09.2017: Das wäre wohl die letzte Chance für eine rot-rot-grüne Regierungskoalition gewesen. Wobei es nicht einfach um eine andere Regierung gegangen wäre, sondern um eine andere Politik und ein anderes Regieren – gedacht als "ein Projekt der gesellschaftlichen Linken und der solidarischen Milieus; als eine politische Idee, die allen drei Parteien von außen aufgedrängt wird und sie dazu nötigt, sich zu ändern und über sich hinauszuwachsen" ("Das Unmögliche versuchen", Institut Solidarische Moderne).

Weiterlesen...

Logo-Weiloisirgendwiazamhaengd

Das Agrarbündnis BGL/TS will mit diesem Film den Bauern Unterstützung entgegenbringen und aufzeigen, dass die immer intensivere Landwirtschaft, unser Konsumverhalten und falsche politische Weichenstellungen negative Auswirkungen auf die ganze Welt haben.

Filmvorführungen "Weiloisirgendwiazamhängd“
Montag, 5. Juni 2017, 11.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82131 Gauting
Montag, 5. Juni 2017, 14.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82229 Seefeld
Montag, 25. September 2017, 19.30 Uhr, Pfarrheim St. Severin in Mitterfelden
Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Kino Herrsching am Ammersee

Trailer zum Film: http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/


Ada Colau: "Wir brauchen Eure Unterstützung"

Ada Colau:

07.10.2017:
Ein verzweifelter Appell der Bürgermeisterin von Barcelona

Die Regierung der Partido Popular (PP) beharrt auf ihrer große Lüge, sie leugnen weiter, was für die internationale Presse und für jeden, der die Bilder am 1. Oktober der polizeilichen Eingriffe in Katalonien gesehen hat, offensichtlich ist. Es gab Gewalt, Brutalität und Wut.

Weiterlesen...

Marina Mortágua: "Die Bedingungen des Kampfes verbessern"

Marina Mortágua:

Portugal: Bedeutende soziale Verbesserungen und wirtschaftliche Erholung – mit unsicheren Aussichten

29.08.2017: Das Ergebnis der Parlamentswahl im Oktober 2015 in Portugal war ein Signal des Protestes und des Wunsches nach Veränderung. Der Bloco de Esquerda (Linksblock) erreichte 10,19 % und die Wahlallianz aus Kommunistischer Partei PCP und Ökologisch-Grünen Partei PEV (PCP-PEV) 8,25 %. Trotz des jahrelangen harten Sparkurses schaffte es die PS (32,31 %) nicht, mehr Stimmen als die Rechtskoalition aus PSD und CDS zu gewinnen (36,86%). Die Linksparteien schlossen mit der Sozialistischen Partei eine Vereinbarung zur Tolerierung der Minderheitsregierung unter der Führung von António Costa - hauptsächlich, um einer weiteren Rechtsregierung vorzubeugen und der Sparpolitik einen Riegel vorzuschieben.

Weiterlesen...

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


Logo-Marx200


 

isw anzeige 150


 

america21 quer 150



Banner