Wieso diese Gewalt?

E-Mail Drucken PDF

von Alexis Arellano, Venezuela

VE rev-construye Op-destruye26.04.2017: Internationale Medien verbreiten eifrig die Zahl der bei Protesten in Venezuela getöteten Menschen. Die Schuld für die Gewalt wird der Regierungsseite zugeschoben. Die Hintergründe und was wirklich geschieht (siehe Anlage) interessieren weniger. Alexis Arellano befasst sich in seinem Kommentar mit der Zielsetzung der eskalierenden Gewalt in Venezuela, dem Land mit den größten Ölreserven der Welt:

 

Es ist nicht wahr, dass die venezolanische Opposition so ungeschickt ist, dass sie nicht das Datum des Beginns des Referendums zur Amtsenthebung von Maduro im Jahr 2016 nutzen würde. Sie sind gerissen, aber nicht dumm.

Es ist auch nicht wahr, dass diese gleichen Leute das Parlament missbrauchen, weil sie zäh und störrisch sind oder weil sie die Nichtanerkennung von drei auf betrügerische Weise erreichten Mandaten als eine politische Niederlage interpretieren. Es liegt auf der Hand, dass es andere Gründe hat.

Es ist nicht wahr, dass die venezolanische Rechte Präsident Maduro mittels eines Enthebungsverfahrens aus dem Amt verdrängen will. Diejenigen die aus dem Norden steuern, das sind Mistkerle, aber sie sind nicht dumm.

Die Wahrheit ist, dass die Opposition kein Interesse an Referenden, Wahlen und noch weniger an der Arbeit des Parlaments hat. Ihr Interesse ist ein Konflikt, der ihr erlaubt, die Macht außerhalb des Rahmens von Verfassung und Gesetz zu übernehmen.

Wieso außerhalb von Verfassung und Gesetz?

Weil sie in einem Rechtsstaat Pdvsa (Anm.: staatlicher Ölkonzern) nicht privatisieren können, weil sie die Verträge mit Russland, China, Iran, Cuba, Weißrussland und anderen Ländern über gemischte Unternehmen nicht annullieren können, weil sie den Gringos nicht das Öl für einen Gewinnanteil von 1% zurückgeben können.

Erinnern Sie sich, dass genau dies von Pedro Carmona [1] mit seinem famosen Dekret beabsichtigt war: Abschaffung der Verfassung, Ermächtigungsgesetze und die gesamte Macht. Auch jetzt haben sie das gleiche Ziel – und das können sie nur unter den Bedingungen der Gewalt und Gesetzlosigkeit erreichen.

Deshalb bekommen wir immer wieder bestätigt, dass die gegenwärtigen Führer der Rechten kein Interesse haben zu regieren. Ihr Ziel ist, die Macht zu stürmen.

Es irren sich diejenigen, die denken, dass eine Diktatur verrückt und ein politischer Fehler sei. Im Gegenteil. Eine diktatorische Regierung – das ist die einzige Form, die sich die Gringos wünschen.

Das Ziel der Führer der Opposition ist, die Macht zu erobern und die großen Provisionen einzukassieren, die die US-Ölkonzerne für die Übernahme von Pdvsa und Faja Petrolifera bezahlen, um sich dann in ein Leben in der "Ersten Welt" zurückzuziehen.

Zusammengefasst: Die USA wollen das Öl und sind bereit diejenigen zu bezahlen, die ihnen im Namen des Staates Venezuela die Verträge dafür geben – aber die Verfassung, die Gesetze, die Verwaltung, das Oberste Gericht und die Finanzbehörden stellen ein Hindernis dar, das Alexis-Arellano Venezuelasie zerstören müssen. Nur eine Invasion, die eine Marionettenregierung ernennt, oder ein Staatsstreich im Stile Pinochets kann zu diesem Ziel führen.

Verstehen Sie jetzt, warum die Opposition eine Intervention fordert und wieso es diese ausufernde Gewalt gibt?

Ihr Alexis Arellano

 

[1] Pedro Francisco Carmona Estanga ist ein venezolanischer Industrieller und war Präsident der venezolanischen Industrie- und Handelskammer. Im April 2002 war er maßgeblich am Putschversuch gegen Hugo Chávez beteiligt und wurde von den Putschisten als Übergangs-Präsident eingesetzt. Am 12. April wurde ein Erlass veröffentlicht, in dem u.a. 49 Gesetze, die der Regierung größere Kontrolle über die Wirtschaft gaben, zurückgenommen wurden. Unter dem Druck der Öffentlichkeit und Teilen des Militärs trat Carmona nach 36 Stunden zurück, und Chávez wurde wieder ins Amt eingesetzt. Carmona lebt heute in Miami.

Quelle: Resumen Latinoamericano

 

Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

EL Marseille-Forum PierreLaurent


 

100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71

Hinweis
Mi, 22. November 2017, 20:00 Uhr, Rüsselsheim, Stadtbücherei am Treff
Veranstalter: attac, DGB und Naturfreunden Rüsselsheim


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet
Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Sie kommen im Morgengrauen!

Sie kommen im Morgengrauen!

von Bettina Jürgensen

18.11.2017: Am Montag in aller Frühe kam die Nachricht, dass es bei unserem Genossen Kerem Schamberger aus München eine Hausdurchsuchung gegeben hat! Die erste Frage war: Was wollen DIE schon wieder von Kerem? In letzter Zeit wurde immer häufiger seine Facebookseite gesperrt, vor fast genau einem Jahr sollte die Zulassung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni in München verhindert werden, Kerem kämpfte erfolgreich gegen sein drohendes Berufsverbot. Jetzt musste er bei seiner Hausdurchsuchung zusehen und Handy, Laptop, USB-Sticks wurden beschlagnahmt.

Weiterlesen...

Marsch ins militärische Kerneuropa

Marsch ins militärische Kerneuropa

Kommentar von Leo Mayer
15.11.2017: Am Montag haben die Außen- und Verteidigungsminister von 23 der 28 EU-Staaten mitgeteilt, eine Militärunion zu gründen. "Ein großer Tag für Europa", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Brüssel dazu. Ein großer Tag vor allem für die Rüstungsindustrie. Denn jeder EU-Staat, der sich an der Militärunion beteiligen will, muss sich verpflichten, die nationalen Rüstungsausgaben regelmäßig zu steigern.

Weiterlesen...

Walter Baier: "Forum in Marseille ist ein erster Schritt"

Walter Baier:

Frage: Am 10. und 11. November beraten in Marseille Parteien, Initiativen und Organisationen über neue Formen der Zusammenarbeit . Es gibt bereits verschiedene linke Foren und Denkfabriken, transform! ist eine davon. Warum muss jetzt noch ein weiteres Forum entstehen?

Weiterlesen...

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


Logo-Marx200


 

isw anzeige 150


 

america21 quer 150



Banner