Kolumbien: Regierung und FARC einigen sich über Entwaffnung der Guerilla

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Kolumbien FARC 108.08.2016: Am vergangenen Freitag (5.8.2016) einigten sich die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla in Havanna auf einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung des Waffenstillstands. Die FARC beginnt mit der Übergabe der Waffen 90 Tage nach Unterzeichnung eines endgültigen Friedensvertrages.

Mehr als 50 Jahre haben die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) bewaffnet für soziale Gerechtigkeit und Sozialismus gekämpft. In dem Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und dem Militär, der sich an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet hatte, kamen seit Anfang der 1960er Jahre rund 220.000 Menschen ums Leben. Millionen KolumbianerInnen wurden innerhalb ihres Landes vertrieben.

Am 23. Juni war in Havanna ein dauerhafter Waffenstillstand von Juan Manuel Santos, Präsident Kolumbiens und dem FARC-Comandante Rodrigo Londono ('Timochenko') besiegelt worden. Jetzt wurde ein weiterer konkreter Schritt zur Umsetzung eines endgültigen Friedenspaktes vereinbart. Die Chefunterhändler beider Seiten teilten am vergangenen Freitag (5.8.2016) in Havanna mit, dass jetzt Mechanismen für die Überwachung eines Waffenstillstands und die Übergabe der Waffen festgelegt wurden.

FARC-Sprecher Iván Márquez lobte die Übereinkunft und sagte: "Dieser Konsens zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass ein endgültiger Friedensschluss immer näher rückt."

In der Vereinbarung wird festgelegt, wie der Waffenstillstand in 23 Zonen umgesetzt werden soll. Zudem wurde einen Zeitplan für die Niederlegung der Waffen durch die FARC-KämpferInnen vereinbart. 90 Tage nach Unterzeichnung eines endgültigen Friedensvertrages wird die FARC 30% ihrer Waffen an die zuständigen Kommission der Vereinten Nationen übergeben, nach 120 Tagen weitere 30% und nach 180 Tagen die restlichen 40%.

Festgelegt wurden zudem Transitzonen und Stellungen, wo Zivilvertreter der FARC weiter präsent sein und Autorität ausüben dürfen. Schon diese Woche werden Delegationen der Regierung, der FARC, der UNO und des Internationalen Roten Kreuzes die Zonen besuchen und festlegen, in denen sich die Guerilla während der Etappe der Feuereinstellung und des Übergangs in das zivile Leben versammelt und die von ihr kontrolliert werden.

Eine Gruppe von 80 Mitgliedern der FARC wird auf nationaler Ebene für die Umsetzung des Friedensabkommens arbeiten, weitere 10 werden mit derselben Aufgabe auf kommunaler Ebene beauftragt werden. Bereits acht Tage nach dem Abkommen werden die FARC detailliert über die Zahl ihrer Kämpfer Auskunft geben.

Sobald der Friedensvertrag unterschriftsreif ist, sollen die KolumbianerInnen in einem Referendum darüber abstimmen. Als mögliches Datum für eine Volksabstimmung ist der 25. September im Gespräch. Während die demokratischen Kräfte und die Gewerkschaften für die Zustimmung werben, will die extreme Rechte, u.a. um den früheren Präsidenten Uribe, mit allen Mitteln den Frieden verhindern.

txt: lm
foto: FARC


 

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