Lateinamerikas ALBA wird als antimperialistisches Bündnis ausgebaut

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Alvarez-Bernardo 03.2014 correodelorinoco.gob.ve29.03.2014: Der Exekutivsekretär des lateinamerikanischen Staatenbündnisses ALBA, Bernardo Álvarez Herrera, hat [vor drei Tagen] im Gespräch mit dem Lateinamerikaportal amerika21.de eine Stärkung des Bündnisses angekündigt. Derzeit würde eine Fusion der 'Bolivarischen Allianz für die Völker unseres Amerika', so der vollständige Name, mit dem wirtschaftpolitischen Bündnis 'Petrocaribe' vorbereitet, sagte der venezolanische Diplomat bei einem Treffen in Berlin.

"Die neuen internationalen Gegebenheiten verlangen auch von uns eine Weiterentwicklung", sagte Álvarez Herrera: "Deswegen wird derzeit sehr ernsthaft die Ausarbeitung eines Gründungsvertrages der ALBA geprüft." Dies würde es dem linksgerichteten Bündnis erlauben, in anderen internationalen Foren ein stärkeres Gewicht zu haben. Bislang haben die ALBA-Mitgliedsstaaten nur eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Die vor zehn Jahren auf Initiative von Kuba und Venezuela gegründete ALBA habe von Beginn an alle möglichen Initiativen zur Schaffung eigener, lateinamerikanischer Foren unterstützt, sagte der ehemalige Botschafter Venezuelas in Spanien und den USA. Diese von Hugo Chávez vertretene Vision habe sich vor allem gegen die traditionelle Dominanz der USA gerichtet. "Diese Position hat uns aber auch viel abverlangt: Es wurde und wird immer wieder versucht, Venezuela als einen der Motoren dieser Entwicklung zu isolieren, aufzuhalten oder gar zu kriminalisieren", beklagte Álvarez Herrera.

Der Vertreter des linksgerichteten Staatenbündnisses grenzte sich deutlich von der neoliberalen 'Pazifik-Allianz' ab, die in Lateinamerika von der EU und den USA unterstützt wird. "Unser Ziel liegt in der Entwicklung eines Modells, mit dem der Kapitalismus überwunden werden kann und das eine neue Form der wirtschaftlichen Beziehungen etabliert", so Álvarez Herrera, der vergangene Woche im Bundestag an einem Arbeitstreffen der Linksfraktion mit Vertretern der ALBA-Staaten teilgenommen hatte. "Wir gehen davon aus, dass die Welt nach wie vor in ein wirtschaftliches Zentrum und in eine Peripherie geteilt ist", führte der Diplomat aus: "Deswegen müssen wir Länder des Südens uns zusammenschließen und uns gemeinsam helfen sowie gemeinsame Kräfte nutzen." Aus diesem Grund habe ALBA von Beginn an auch die Regionalorganisation CELAC unterstützt, auch wenn diese ideologisch vielschichtiger sei.

Angesichts der teilweise aggressiven Politik der USA und einzelner europäischer Staaten gab sich Álvarez Herrera gelassen. "Wir sind fest davon überzeugt, dass immer mehr Staaten die tiefgreifenden Veränderungen, die Lateinamerika derzeit erlebt, verstehen werden." Vor einigen Jahren sei versucht worden, Kuba und Venezuela auf internationaler Ebene zu isolieren. Heute seien beide Staaten ein fester Bestandteil der lateinamerikanischen Gemeinschaft. "Mitunter entsprechen die Schemata, mit denen Europa oder, besser gesagt, einige Gruppen in Europa auf die Neuerungen in Lateinamerika reagieren, der Denkweise des Kalten Krieges", kritisierte der Diplomat. Ihnen lägen "sehr simple Denkweisen" zugrunde, die oft von der extremen Rechten der USA gezielt beeinflusst würden.

"Aber wenn man dann mit den Parteien hier spricht, mit den Gewerkschaften, Bürgermeistern oder Intellektuellen, dann sieht man, dass das Verständnis für die Umbruchsprozesse in Lateinamerika wächst", fügte er an. Bei dem Treffen im Bundestag hatte er eine Zusammenarbeit der ALBA-Staaten mit lokalen und regionalen Regierungen in Europa vorgeschlagen.

Álvarez Herrera reiste nach Brüssel weiter, wo er mit Jolita Butkeviciene, der EU-Verantwortlichen für Regionalrogramme mit Lateinamerika und der Karibik sowie mit Christian Leffler, dem Exekutivdirektor für Nord- und Südamerika des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD), zusammentrifft.

Quelle und CR:  Lateinamerikaportal amerka21.de  /  Foto: Regierung Venezuelas

 

Newroz-Feier in den Kandil-Bergen

Kerem Schamberger befindet sich zur Zeit im Nordirak/Südkurdistan. Er berichtet:

Newroz-Machmur

Newroz-Feier in den Kandil-Bergen
21. März, 04:00 Uhr morgens. Der Wecker klingelt und es geht los. Heute geht es in das Kandil-Gebirge, dem berühmt berüchtigten Zentrum der Arbeiterpartei Kurdistans PKK, die sich dort seit ungefähr 15 Jahren befindet. Seit einiger Zeit wird auch dort eine für alle Menschen öffentliche Newroz-Feier abgehalten.
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Newroz und Presse in Machmur
19.03.2017: Noch zwei Tage bis zum 21. März – dem Höhepunkt des Neujahrsfestes Newroz. .. Im Zeichen des Widerstandes wird auch das Newroz-Fest in Machmur gefeiert, zu dem wir uns mit dem Rojnews-Jeep am 19. März auf den Weg machen. Die Stadt liegt 140 km westlich von Süleymaniye und befindet sich knapp 15km von der Front zum IS entfernt. In der Nacht sind die Luftangriffe der internationalen Koalition auf die Stellungen von Daesh, wie der IS im Nahen Osten herablassend genannt wird, zu hören.

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Der Putsch im Putsch

Veranstaltungen zur aktuellen Situation in der Türkei und Nordkurdistan
mit Kerem Schamberger

09.03.17: Luxembourg, 19:00 Uhr, Centre societaire 29, rue de Strasbourg Luxemburg-Gare, Veranstaltungshinweis
07.04.17: Oldenburg, 19:00 Uhr, Oldenburger Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3
08.04.17: Bremen, 18:00 Uhr, Kulturzentrum KUKOON, Buntentorsteinweg 29, Veranstaltungshinweis Bremen
17.04.17: Berlin, 18:00 Uhr, ND-Gebäude (Münzenbergsaal), Franz-Mehring-Platz 1, Veranstaltungshnweis Berlin
18.05.17: Halle, 19:00 Uhr, Ort wird noch bekanntgegeben
19.05.17: Magdeburg, 19:00 Uhr, Ort wird noch bekanntgegeben


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