Wir trauern um Nelson Mandela

E-Mail Drucken PDF

nelson mandela rip Naijamayor 25006.12.2013: Nelson Mandelas gestriger Tod wird weltweit und politische Positionen übergreifend, als Verlust für die Menschheit dargestellt werden. Das entspricht der überragenden Rolle dieses Mannes in den letzten Jahrzehnten. Er steht für viele Tugenden und Eigenschaften, die allgemein als vorbildlich und erstrebenswert angesehen wurden. Selbstlos und konsequent haben er und seine Mitkämpfer das brutalste rassistische Regime der Nachkriegszeit bekämpft und besiegt. Was dieses menschenverachtende Regime für die Bevölkerung bedeutete, habe ich als Seemann konkret im Land erlebt.

 Mandela war ein Symbol des Freiheitskampfes der unterdrückten südafrikanischen Bevölkerung. Er hat alle Kampfformen, die der ANC entwickelte, mitgeprägt, dazu gehörte der politische, der ethische und der militärische Kampf. Sein Wirken führte zum gemeinsamen Widerstand aller Apartheidsgegner, zum festen Bündnis mit der Südafrikanischen Kommunistheiten Partei (SACP). Chris Hani und Joe Slovo, beides führende Kommunisten, gehörten zu seinen engsten Kampfgefährten.

Er warb stets für das gemeinsame Vorgehen, unabhängig von politischen und weltanschaulichen Positionen. Die Durchsetzung einer sozialistischen Perspektive, wie es heute Verfassungsauftrag Südafrikas ist, war sein Ziel. Er schuf und festigte das Bündnis zwischen ANC, Cosatu (Gewerkschaftsdachverband) und SACP.

Manch eine Würdigung seiner Person in diesen Tagen hinterlässt mehr als einen schalen Beigeschmack. Während  der Zeit seiner Inhaftierung auf Robben Island wurde er von  Politikern der CDU/CSU als Terrorist bezeichnet. Aus der BRD erhielt Südafrika Waffen, mit denen Freiheitskämpfer ermordet wurden. Nie gab es die Unterstützung des notwendigen internationalen Boykotts gegen das Apartheid- Regime durch eine Bundesregierung. Solidarität gab es aus den sozialistischen Ländern, von den außerparlamentarischen Bewegungen und von den kommunistischen Parteien, so auch von der DKP. Die Gewerkschaften und die internationalen Interessenvertretungen von multinationalen Konzernen, die in Südafrika produzierten, haben ebenfalls viele Aktionen organisiert.

In der BRD waren es die Anti-Apartheid-Bewegung, die linken Jugend- und Studentenverbände, kirchliche Gruppen und die DKP, die konkrete Aktionen zur Unterstützung des ANC organisierten. Eine Aktion, die wir als SDAJ auch durch Brigadisten vor Ort unterstützten, war der Aufbau eines Rundfunksenders des ANC an der Grenze zu Südafrika.

Als Nelson Mandela nach seiner Befreiung und nachdem er Präsident Südafrikas geworden war, nach Bonn eingeladen wurde, ist auch die DKP offiziell Gast dieses Empfangs gewesen. Die Initiative zur Einladung der DKP kam von Nelson Mandela, wie mir von der Botschaft Südafrikas damals mitgeteilt wurde. Ich habe im Auftrag des Parteivorstandes teilgenommen und wollte Nelson Mandela unser Plakat überreichen, das für seine Befreiung warb und von uns tausendfach  im Land verbreitet wurde. Leider wurde das verhindert.

Inzwischen waren die Vertreter dieses Landes zu „Unterstützern der Anti– Apartheid Bewegung der ersten Stunde“ mutiert. Selten hat mich ein Ereignis, wie dieses Erleben dieser Reden von Vertretern der Bundesregierung, so angeekelt und zugleich wütend gemacht. Die moralische Verkommenheit dieser Vertreter des Großkapitals und seiner Regierung war mit den Händen zu greifen.

Nelson Mandela sollte in unserer politischen Identität immer seinen Platz als Kämpfer, großer Humanist, Befürworter seiner sozialistischen Zukunft und Partner der Kommunistischen Bewegung in Erinnerung haben.

Sein Erbe zur würdigen, verlangt für eine bessere Welt, für eine sozialistische Zukunft zu streiten und zu kämpfen.

Heinz Stehr

 

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


STOP TTIP & CETA: Mit dem 'Alternativen Handelsmandat' von der Defensive in die Offensive?!

STOP TTIP & CETA: Mit dem 'Alternativen Handelsmandat' von der Defensive in die Offensive?!

01.11.2016: Im Protest gegen TTIP und CETA ist eine breite und bunte Protestbewegung entstanden, die sich einig ist in der Ablehnung. Mit der Unterzeichnung von CETA tritt der Widerstand in eine neue Phase ein. Bernd Seewöster ( marxistische linke ) schlägt vor, mit praktikablen Gegenvorschlägen die Behauptung der offiziellen Politik zu widerlegen, dass es keine Alternative gäbe. Er meint, das 'Alternative Handelsmandat' kann als Plattform für eine breite gemeinsame Debatte und für den Übergang aus einer rein defensiven Haltung in eine fordernde, offensive Strategie dienen.

Weiterlesen...

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


Zu den Routerausfällen bei der Telekom

Zu den Routerausfällen bei der Telekom

04.12.2016: Kaum eine Nachrichtensendung kommt derzeit aus ohne Berichte über die Internetattacken auf bestimmte Routertypen der Telekom. Auch ich war betroffen und habe dann, ohne Kenntnis der tatsächlichen aus der beruflichen Erfahrung heraus, daß Elektronik dazu neigt, in undefinierte Zustände zu gehen, den Stecker gezogen und nach einer Minute wieder gesteckt. Unter technischen Aspekten will ich gar nicht in die Diskussion einsteigen, nach einigen Jahren Ruhestand bin ich bei vielem auch nur noch Nutzer ohne intime Kenntnis des „Innenlebens“.

Weiterlesen...

"Zum vierten Mal sperrte Facebook mein Profil"

02.12.2016: Kerem Schamberger nutzt facebook, um über die Situation in Kurdistan und der Türkei aufzuklären. Der Konzern reagiert mit Zensur. Wiederholt wurde sein Profil gesperrt, jetzt für 30 Tage. Florian Wilde sprach mit Kerem Schamberger.

Weiterlesen...

isw anzeige 150


 

america21 quer 150



Banner

 

Empfohlene Links

Unsere Zeit
Wochenzeitung der DKP

Neues Deutschland
Sozialistische Tageszeitung

Zeitschrift LUXEMBURG
Gesellschaftsanalyse und linke Praxis

Zeitschrift Z
Zeitschrift marxistische Erneuerung

Marxistische Blätter
Die der DKP verbundene Zeitschrift für marxistische Theorie und Politik erscheint alle 2 Monate.