Über die Erfolge Venezuelas in den Stadtvierteln der Werktätigen

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Venezuela Armenviertel-Caracas-2008 samout313.10.2013: Ein vor kurzem getätigtes Interview der Zeitschrift Rebelion mit den aus dem armen 'Stadtteil des 23. Januars' in Caracas (Venezuela) stammenden sozialen Aktivisten Yasmin Zabala und Hektor Acosta zeigte einige konkrete Fortschritte auf, welche die 'Bolivarische Revolution' in Venezuela den Werktätigen in ihren Wohngebieten bisher brachte. Yasmin Zabala und Hector Acosta lehren auf Einladung der Freundschaftsgesellschaft mit Kuba 'Jose Marti' (Asociación Valenciana José Martí de Amistad con Cuba) der Stadt Valenzia (Bundesstaat Carabobo in Venezuela) Gesellschaftswissenschaften an der dortigen Universität.

Beide Aktivisten stammen aus dem erwähnten Stadtteil '23. Januar', der mit etwa 250.000 Einwohnern westlich des Zentrums von Caracas und in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores liegt. Der Stadtteil beteiligte sich in der Vergangenheit stets sehr kämpferisch an allen größeren revolutionären Bewegungen in Venezuelas Geschichte und hat eine starke Tradition bezüglich des Gemeinwohls und der Gesellschaft. Der Name des Stadtteils '23. Januar' bezieht sich auf das Datum, an dem der Diktator Marcos Perez Jimenez im Jahre 1958 aus dem Lande floh, nachdem er von einer militärisch-zivilen Aufstandsbewegung gestürzt wurde.

Yasmin Zabala ist am Observatorium im Stadtteil '23. Januar' tätig. Als soziale Aktivistin ist sie Mitglied der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), arbeitet als Sportlehrerin und ist Mitglied des Stadtrates des Stadtviertels. Sie arbeitet auch im kubanischen medizinischen Ärzteprogramm mit. Hector Acosta unterstützt ebenfalls die PSUV und verbindet seine politikwissenschaftlichen Studien an der Bolivarischen Universität in Caracas mit dem Kampf in der Studentenbewegung und mit Sozialarbeit in der 'Front Francisco de Miranda'. Nachfolgend das Interview:

Was möchten Sie hinsichtlich Ihrer gegenwärtigen Arbeit und der Organisation der Basisbewegungen in '23. Januar' hervorheben?

In den Armenvierteln arbeiten zahllose gesellschaftliche Organisationen, deren Arbeit über Komitees erfolgt. Neben anderem konzentrieren sie ihre Arbeit entsprechend den aktuellen Notwendigkeiten auf Gesundheit, Ausbildung, Sport, Wohnen, Sicherheit und Politik. All diesen Aufgaben liegt ein Gedanke zu Grunde: Teilnahme der Gemeinschaften an der Verteidigung der Revolution. Die Herausforderung liegt darin, die Gemeinderatsarbeit fortzuführen und in der Entwicklung von Projekten, welche die Grundbedürfnisse der Bevölkerung befriedigen.

Das Recht auf Gesundheit und Ausbildung in den Armenvierteln zu sichern war eine der großen Herausforderungen. Welchen Fortschritt haben Sie erlebt?

Der erste Schritt bestand darin, eine vollständige Alphabetisierung zu erreichen. Lassen Sie daran erinnern, dass laut UNICEF Venezuela im Jahre 2005 frei von Analphabetentum galt, wobei das 'Programm Robinson' eine bedeutende Rolle spielte. Derzeit ist die Revolution einen Schritt weiter gegangen und stellt den jungen Menschen der Grund- und Sekundarschulen 'Canaimitas' (Laptops) für ihre Ausbildung zur Verfügung. Dazu müssen wir selbstverständlich auch Schulbücher, Lernmittel und kostenlose andere Bücher ergänzen.

Was können Sie über das öffentliche Gesundheitswesen sagen?

Auch hier wird der Wendepunkt durch den Beginn der Präsidentschaft des Kommandante Chavez im Jahre 1998 markiert. Die Menschen in den Vorstädten haben freien Zugang zur Gesundheitsfürsorge. Die ärztliche Versorgung ist an 24 Stunden des Tages verfügbar. Und zu erwähnen ist noch die große Leistung der 'Operation Wunder' – das Projekt der kostenlosen Augenfürsorge. Davor war eine solche Realität gar nicht denkbar. Aber wir möchten die Fortschritte im Gesundheitswesen im Allgemeinen hervorheben: Aufbau von modernen Krankenhäusern, Diagnosezentren und Orte der umfassenden Rehabilitation, oder die herausragenden Herzzentren für Kinder, in die Menschen zu Operationen aus den verschiedensten Ländern des Kontinents kommen.

Kommen wir zu einem anderen Sachverhalt. Wie steht es um Anlagen und grundlegende Infrastruktur in den Armenvierteln?

Wieder war hier 1998 der Wendepunkt. Und der entscheidende Unterschied [zur Zeit davor] war, dass die Gemeinden – durch die kommunalen Stadträte – die Verantwortung bekommen haben, Projekte vorzuschlagen und sie mit der technischen und finanziellen Hilfe des Staates umzusetzen. Trinkwasser, Erholungsgebiete, Fußballplätze und Baseballplätze in den Parkanlagen ... es gibt sehr deutlich sichtbare Verbesserungen. Wir arbeiten auch sehr hart unter den Jugendlichen. Wir denken da zum Beispiel an die 'Canchas de Paz' (Plätze des Friedens) oder an das Programm 'Negra Hipólita' [welches Hilfe in Fällen extremer Armut, darunter Obdachlose und Drogenabhängige, organisierte].

Einerseits sind die Jugendlichen zwar stärker eingebunden – sie sind Teil der PSUV, der Jugend des 'Großen Patriotischen Pols' oder der 'Front Francisco de Miranda'. Doch es geht auch um Vorhaben, mit denen Freizeitgestaltung und Kultur für andere ausgegrenzte junge Menschen, die von Drogen abhängig sind oder mit Waffen umgehen, unterstützt werden.

Wie würden Sie, ganz allgemein gesagt, die Vorstadt '23. Januar' politisch beschreiben?

Sie war ganz eindeutig immer ein revolutionärer Stadtteil. Zunächst unter Hugo Chavez, dessen Wahlunterstützung dort bei über 70% lag, dann unter Maduro. Genau aus diesem Grunde ruht Hugo Chavez' Leiche in den Montana Kasernen innerhalb des Stadtviertels. Hier hat die Rechte nie politische Bedeutung gehabt.

Wer ist für die anhaltenden Probleme der Preistreiberei und der Versorgungsmängel verantwortlich zu machen?

Im Kern ist dies ein 'Wirtschaftskrieg' von Seiten der Bosse und der Bourgeoisie, die zudem Waren horten. Und es ist ein 'Medienkrieg', in dem die rechtsgerichteten Medien von Versorgungsmängeln aus einem einzigen Grunde sprechen: Panik in der Bevölkerung zu erzeugen. In '23. Januar' und anderen gemeindlichen Stadtteilen wurden die Versorgungsmängel dank der Arbeit der Gemeinde- und Stadtteilräte entschärft und die Waren sind zu gestützten Preisen auf den Märkten und den Bicentenario-Supermärkten verfügbar.

Aber wir betonen zur Klarstellung: es ist eine politische Strategie der Mittelklasse, die Versorgung zu sabotieren, sodass die Bedarfsgüter in den Geschäften nicht ankommen. Oder darin, dass die Unternehmer die Produktion einiger Nahrungsmittel [für den inländischen Markt] stoppen, welche sie lieber exportieren.

Venezuela wurde ferner als ein großes 'Laboratorium' für den 'Medienkrieg' und das Auftreten der Medien als politischer Akteur angesehen, der in gewisser Weise die traditionelle Rechte noch übertraf - auch durch das Ausüben von Basisstrategien des Umsturzes.

Wie haben diese Muster den '23. Januar' beeinflusst?

Man muss nur durch El Nacional, El Universal oder Ultimas Noticias blättern, oder sich mit den Programmsendungen von Globovision, Televen und der mehr hintergründigen Art von Venevision befassen. Dort wird '23. Januar' als "Rote Zone", voll von "Kriminellen" gebrandmarkt, wo Faulheit und Kriminalität herrschen. Sie bestehen auf diesen Parolen, aber die Realität ist ganz anders. Zudem blasen sie jedes Problem auf, dass in den Armenvierteln geschieht. Das sind andauernde Kampagnen.

Ich erwähnte schon, dass sie ebenfalls Vorratskäufe antreiben, um die Bevölkerung mit Mangel und Ausverkäufen zu treffen. Und sie praktizieren 'psychologische Kriegführung'. So gibt es zum Beispiel Menschen, denen die Revolution das Wohnen im Stadtzentrum (eine Wohngegend der bürgerlichen Mittelklasse) garantiert hat. Nun glauben sie, dass sie "das verdient" hätten. Ihr Lebensstandard steigt, sie vergessen ihre Vergangenheit und sie werden zu echten Kleinbürgern – und zu Wählern der Rechten. Die Medien haben darauf ebenfalls Einfluss.

In Ihrer Untersuchungen haben Sie die hohe Bedeutung des Programms 'Effizienz oder Nichts' betont. Aus welchem Grund?

Das Programm begann unter Hugo Chavez im Oktober 2012 und Präsident Maduro hat es fortgesetzt. Es hat etwas sehr Bedeutendes geleistet: Menschen mit Positionen der Verantwortung zu betrauen und auch denen eine Chance zu geben, die einmal hinter Schloss und Riegel saßen. Genau dieses erlaubt der Regierung, wirkungsvoll und leistungsfähig zu sein und vor allem, auf den Straßen als eine solche wahrgenommen zu werden. Kurz gesagt, die Politiker kommen zu den Menschen und niemand 'infiltriert', um auf korrupte Art und Weise zu handeln.

Zum Schluss die Frage: Wie ist das Verhältnis der Präsidentschaft mit den Basisbewegungen?

Wir glauben, dass Präsident Maduro an der Seite des Volkes steht. Er führt eine Regierung 'auf der Straße'. Er ist keine Person, die sich in Theorie verliert. Er besucht die öffentlichen Arbeitsstellen und Projekte und geht sehr auf die Forderungen des Volkes ein. Er regiert mit den Gemeinschaften. All dies ist jedoch für die rechtsgerichtete Opposition sehr schlecht.

Text: hth / Quelle: Rebelion / Foto: Samout3

 

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