Der Paradigmenwechsel in der Politik der PKK - Exclusiv-Interview mit Cemil Bayik

E-Mail Drucken PDF

Cemil_Bayik_kurdistan_kck16.10.2012: Es spielt sich weitgehend ohne das Wissen der deutschen Öffentlichkeit ab: In der Türkei werden tausende von Menschen, JournalistInnen, PolitikerInnen, AktivistInnen festgenommen und mit der Begründung, Mitglied der KCK zu sein, verurteilt. So wurde am vergangenen Samstag die Vorsitzende der Alevitischen Glaubens- und Kulturakademie in Dersim, Aysel Do?an, zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt 18 Jahren verurteilt unter dem Vorwurf KCK-Mitglied zu sein. Doch was bedeutet KCK überhaupt? „Koma Civakên Kurdistan“ bedeutet „Union der Gemeinschaften Kurdistans“ und stellt die Dachorganisation zur Umsetzung des von PKK-Gründer Abdullah Öcalan vorgesehenen demokratischen Konföderalismus dar. Dieser lehnt eine staatliche Organisierung der im Nahen und Mittleren Osten lebenden Menschen ab und hat den Aufbau einer nichtstaatlichen Gesellschaft, in der alle Völker und Religionen friedlich und gleichberechtigt miteinander leben zum Ziel. Dabei bezieht sich dieses Konzept explizit nicht nur auf die in den kurdischen Gebieten lebenden KurdInnen.

Unter dem Vorwurf, Mitglied der KCK, also einer terroristischen Organisation zu sein, überzieht die Türkei nun die demokratische kurdische Freiheitsbewegung, aber auch weite Teile der türkischen Linken und Gewerkschaftsbewegung mit Prozessen und Haftstrafen. Mehr als 10.000 Menschen wurden im Rahmen dieser Verfahren mittlerweile festgenommen, mehrere Tausend wurden verurteilt. Dabei hat die Türkei die inoffizielle Unterstützung der USA und der Europäischen Union, denn die Ideologie des demokratischen Konföderalismus lehnt den Kapitalismus ab und tritt für den Aufbau einer sozialistischen, antimonopolistischen Gesellschaft ein, bei gleichzeitiger Kritik an bisherigen sozialistischen Versuchen.

Auch in den deutschen Medien wird tagtäglich Propaganda gegen die angeblichen terorristischen KurdInnen und ihre Organisationen gemacht. Doch mit ihren inhaltlichen Positionen wird sich nicht auseinandergesetzt. Dies will das vorliegende Interview mit Cemil Bayik ändern. Er wurde 1951 geboren und gründete zusammen mit Abdullah Öcalan 1978 die Arbeiterpartei Kurdistans PKK. Heute ist er stellvertretender Vorsitzender des Exekutivrats der KCK.

Das Interview setzt sich mit der Ideologie des demokratischen Konföderalismus, der Rolle des Vorsitzenden der PKK Abdullah Öcalan, der Tagespolitik der kurdischen Freiheitsbewegung und vielen weiteren Fragen auseinander. Es hat eine hohe Brisanz, da zur Erscheinungszeit, der Krieg zwischen den bewaffneten Einheiten der KCK namens HPG (Volksverteidigungskräfte, in den Medien oft verkürzt als PKK beschrieben) auf einem Höhepunkt ist. Seit Beginn diesen Sommers finden in den kurdischen Bergen die heftigsten Kämpfe seit den 90er Jahren zwischen HPG und türkischer Armee statt und in den kurdischen Gebieten Syriens emanzipieren sich die KurdInnen und bauen im Moment eine demokratische Autonomie auf.

Das Interview wurde  im September 2012 im Kandil-Gebirge geführt und ist die komplette Übersetzung eines 6-stündigen Gesprächs. Es wird in drei aufeinanderfolgenden Teilen exklusiv auf kommunisten.de veröffentlicht. Dabei wurde die Reihenfolge der Fragen nicht geändert, sodass das vorliegende Interview dem tatsächlich geführten Gespräch entspricht.

Der erste Teil des Interviews behandelt die politischen Grundlagen des Paradigmenwechsels der PKK, die  Ideologie des demokratischen Konföderalismus und die Rolle des Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalan.

Im zweiten Teil spricht Cemil Bayik über die Rolle der Frauen und der Jugend als Avantgarde der Revolution, über das Verhältnis zur Türkei und über die Arbeit der kurdischen Bewegung in Europa

Im dritten Teil äußert sich Cemil Bayik über die EU und das internationale Kräfteverhältnis, über die Rolle der Religion und besonders des politischen Islam und erläutert die Praxis der Kritik und Selbstkritik innerhalb der PKK.

 

marxli-G20

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Das war`s dann wohl mit r2g

Das war`s dann wohl mit r2g

von Bettina Jürgensen und Leo Mayer  
19.09.2017: Das wäre wohl die letzte Chance für eine rot-rot-grüne Regierungskoalition gewesen. Wobei es nicht einfach um eine andere Regierung gegangen wäre, sondern um eine andere Politik und ein anderes Regieren – gedacht als "ein Projekt der gesellschaftlichen Linken und der solidarischen Milieus; als eine politische Idee, die allen drei Parteien von außen aufgedrängt wird und sie dazu nötigt, sich zu ändern und über sich hinauszuwachsen" ("Das Unmögliche versuchen", Institut Solidarische Moderne).

Weiterlesen...

Logo-Weiloisirgendwiazamhaengd

Das Agrarbündnis BGL/TS will mit diesem Film den Bauern Unterstützung entgegenbringen und aufzeigen, dass die immer intensivere Landwirtschaft, unser Konsumverhalten und falsche politische Weichenstellungen negative Auswirkungen auf die ganze Welt haben.

Filmvorführungen "Weiloisirgendwiazamhängd“
Montag, 5. Juni 2017, 11.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82131 Gauting
Montag, 5. Juni 2017, 14.00 Uhr,  Breitwand Kino, 82229 Seefeld
Montag, 25. September 2017, 19.30 Uhr, Pfarrheim St. Severin in Mitterfelden
Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Kino Herrsching am Ammersee

Trailer zum Film: http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/


… Rückfall in die Barbarei

… Rückfall in die Barbarei

31.08.2017: Die Europäische Union toleriert das Sterben im Mittelmeer nicht nur – sie provoziert es. Finanziert und ausgerüstet von der EU übernehmen libysche Milizen – fälschlicherweise "Küstenwache" genannt – für die EU die Drecksarbeit. 20 Milliarden Euro verlangt der libysche Warlord Chalifa Haftar von der EU, damit er mit seinen Mannen weiterhin Flüchtende daran hindert nach Europa zu gelangen, über 100 Millionen hat er bereits erhalten. Aus Europa wurden moderne Schiffe für die Küsten- und Seekontrolle geliefert, dazu Waffen und Ausbildungskurse und was man sonst noch so braucht für den kleinen Seekrieg gegen Flüchtende.

Weiterlesen...

Marina Mortágua: "Die Bedingungen des Kampfes verbessern"

Marina Mortágua:

Portugal: Bedeutende soziale Verbesserungen und wirtschaftliche Erholung – mit unsicheren Aussichten

29.08.2017: Das Ergebnis der Parlamentswahl im Oktober 2015 in Portugal war ein Signal des Protestes und des Wunsches nach Veränderung. Der Bloco de Esquerda (Linksblock) erreichte 10,19 % und die Wahlallianz aus Kommunistischer Partei PCP und Ökologisch-Grünen Partei PEV (PCP-PEV) 8,25 %. Trotz des jahrelangen harten Sparkurses schaffte es die PS (32,31 %) nicht, mehr Stimmen als die Rechtskoalition aus PSD und CDS zu gewinnen (36,86%). Die Linksparteien schlossen mit der Sozialistischen Partei eine Vereinbarung zur Tolerierung der Minderheitsregierung unter der Führung von António Costa - hauptsächlich, um einer weiteren Rechtsregierung vorzubeugen und der Sparpolitik einen Riegel vorzuschieben.

Weiterlesen...

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier


isw anzeige 150


 

america21 quer 150



Banner

 

Empfohlene Links

Neues Deutschland
Sozialistische Tageszeitung

Zeitschrift LUXEMBURG
Gesellschaftsanalyse und linke Praxis

Zeitschrift Z
Zeitschrift marxistische Erneuerung

Unsere Zeit
Wochenzeitung der DKP

Marxistische Blätter
Die der DKP verbundene Zeitschrift für marxistische Theorie und Politik erscheint alle 2 Monate.