1% der Deutschen besitzt fast die Hälfte des Geldvermögens

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tax_the_rich_rob11.10.2012: „Wir sind die 99%“, skandieren Occupy-Bewegung und das Bündnis Umfairteilen und bringen damit zum Ausdruck, dass fast die gesamte Bevölkerung unter und der Geldhoheit einer winzigen Minderheit steht. Wer aber sind die 1%, wie groß sind ihre Geldschätze? Antwort darauf gibt u.a. der D.A.CH – Vermögensreport 2012* der Internationalen Investmentgesellschaft Valluga (Liechtenstein). Der alljährliche Report konzentriert sich auf die Millionärsvermögen der deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich, Schweiz (D.A.CH). Für Deutschland kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es 2011 hierzulande 826.000 Euro-Geld-Millionäre (mit mindestens eine Million Euro Finanzvermögen) gab, 4000 weniger als im Jahr davor (Capgemini/RBC Wealth Management kommen in ihrem World Wealth Report 2012 zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Dollar-Millionäre 2011 in Deutschland um 27.000 auf 951.000 stieg). Diese 826.000 Euro-Millionäre machen genau ein Prozent der deutschen Bevölkerung aus.

Nach VallugaAG verfügten sie insgesamt über ein Finanzvermögen von 2.176 Milliarden Euro (2,18 Billionen) (D.A.CH-Report,S. 15). Das sind knapp 45 Prozent des deutschen Geldvermögens. Die Geld-Millionäre, die winzige Minderheit von 1% der Bevölkerung, hat sich also fast die Hälfte des gesamten Geldschatzes in Deutschland gekrallt*. Das gesamte Geldvermögen der Millionäre ist inzwischen höher als vor der Finanzkrise. Valluga kommentiert: „Millionäre trotzen der EU-Schuldenkrise mit Erfolg“. Zu den Quellen der Geldvermehrung der Reichen heißt es im D.A.CH-Report: „Privatisierungen, Börsengänge und lukrative Unternehmensveräußerungen haben das Vermögen der Superreichen in den letzten 20 Jahren vervielfacht“ (S. 17). Dazu passt die Feststellung im jüngsten Reichtums-Bericht (Entwurf) der Bundesregierung, dass „das Nettovermögen des deutschen Staates zwischen Anfang 1992 und 2012 um über 800 Milliarden Euro zurückging“. Die Verarmung des Staates korrespondierte mit der  privaten Bereicherung.

Für die kommenden Jahre ist wieder eine rapidere Aufschatzung prophezeit: Bis 2015 soll das Geldvermögen des deutschen Millionärsclubs auf 2.565 Milliarden (2,57 Billionen) steigen. Es könnte auch mehr werden, denn nach Angaben des D.A.CH-Reports steigen Millionärs- und gar Milliardärsvermögen weit überdurchschnittlich: „Während die Milliadärsvermögen rund 10% pro Jahr ansteigen, verzeichnen jene der Millionäre ein um 2% geringeres Wachstum“ (S. 17) – also acht Prozent. Ein einfacher Millionär wird also pro Jahr um 80.000 Euro reicher; die 826.000 Euro-Millionäre besitzen aber im Durchschnitt aber 2,6 Millionen Euro an Geldvermögen, was dann einen Zuwachs von durchschnittlich 210.000 Euro pro Jahr ausmacht. Wie wird man um über zweihunderttausend Euro im Jahr reicher? In einer Umfrage des Soziologieprofessors Wolfgang Lauterbach (Uni Potsdam) unter Wohlhabenden gaben mehr als 55 Prozent an, „in erster Linie durch Arbeit reich geworden“ zu sein (FAZ, 6.10.12). Das mag schon stimmen, wenn man annimmt, dass es primär die Arbeit anderer ist, deren Mehrprodukt sich Besitzer von Kapitalvermögen aneignen. Denn rund zwei Drittel der Befragten sind als Unternehmer tätig. 30 Prozent hatten eine Erbschaft gemacht und sieben Prozent reich geheiratet (über 100% entsteht durch Mehrfachnennungen bzw. Überschneidungen; auch reine Rentierseinkommen kommen noch hinzu).

Vermögensbesteuerung muss an die Substanz gehen

Das starke Wachstum der Millionärs- und Milliardärsvermögen macht auch deutlich: Ohne eine Besteuerung, die an die Substanz geht, wird die Kluft zwischen Armut und Reichtum in diesem Land nicht kleiner, sondern weiter aufreißen. Eine Vermögensteuer von 1 Prozent, wie sie die Sozialdemokraten fordern oder von 1,5% wie sie die Grünen für zehn Jahre erheben wollen, ist besser als nix, wird aber die Verteilungsverhältnisse nicht ändern und den Polarisierungsprozess in der Gesellschaft nicht aufhalten. Auch die fünf Prozent, die die Linkspartei bei Millionären abgreifen will, würde die Umverteilung von unten nach zwar verlangsamen aber nicht stoppen. Sie müsste ergänzt werden durch einen Vermögensschnitt, verbunden mit einem Staatsschulden-Schnitt, insbesondere bei den Schulden der Kommunen.

Dazu böte sich eine entsprechende Ausgestaltung der Erbschaftsteuer an. In diesem Jahrzehnt werden Vermögen von rund 2,6 Billionen Euro vererbt; pro Jahr also im Durchschnitt 260 Milliarden Euro – die Hälfte davon Geldvermögen. Im Durchschnitt geht es je Erbfall um 305.000 Euro. Im Schnitt, denn die Verteilung ist in etwa so ungleich wie bei den Vermögen. Die reichsten 2% der Erbfälle machen knapp ein Drittel Prozent des gesamten Erbschaftsvolumens aus, nämlich 740 Milliarden Euro. An diesen Millionen- und Milliarden-Erben  müsste die Erbschaftsteuer in erster Linie ansetzen. Mit der von Schwarz-Gelb novellierten  Erbschaftsteuer wurden dagegen Groß- und Betriebsvermögen begünstigt. Mit der Folge, dass das Erbschaftsteueraufkommen trotz gestiegener Erbschaftsvolumina seit 2008 rückläufig ist und im wesentlichen zum Erinnerungs- und Restposten verkam. Deutschland, das Land mit den meisten Millionären und dem größten Erbschaftsvolumen in Europa, hat – bezogen auf das BIP -, mit das geringste Erbschaftsteueraufkommen in der EU. Mit 4,2 Milliarden Euro pro Jahr ist es gerade mal doppelt so hoch wie das Aufkommen aus der Schnapssteuer. Im Durchschnitt werden die Erbschaften mit 1,6% besteuert – damit ist in der Tat kein Staat zu machen und auch nicht zu finanzieren.

* Beim Gesamtvermögen = Geldvermögen + Sachwerte/immobilien verfügt das Top 1% über 35,8% des Vermögens; das oberste Promille: 22,5%; vgl. Reichen-Republik, isw-Nesletter.
Nach dem jüngsten (10.10.2012) Global Wealth Report 2012 der Schweizer Großbank Credit Suisse ist Deutschland das Land mit den drittmeisten Ultra High Net Worth Individuals, das sind Superreiche mit mehr als 50 Millionen Dollar Vermögen: insgesamt 4000; davon besitzt gut ein Drittel mehr als 100 Millionen bzw. 500 Millionen Dollar.
Nach der aktuellen Rangliste des Manager Magazins (Nr. 11A, Oktober 2012) gibt es in Deutschland 115 Personen oder Familien mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Euro, 7 mehr als im Vorjahr. Zusammen verfügen sie über ein Vermögen von 336 Milliarden Euro. Dazu kommen noch 13 Milliardärs-Großfamilien mit einem Vermögen von zusammen 75 Milliarden Euro. „Insgesamt vermehrte sich der Wohlstand der 500 reichsten Deutschen auf über eine halbe Billion, genauer: auf 500,8 Milliarden Euro. Das übertrifft damit deutlich das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz“, schreibt das ManagerMagazin (S. 15).

Fred Schmid, isw   Foto: Rob

siehe auch:
- Die Reichen-Republik
- Die Herren des Geldes – Reichtum und Macht des 1%, isw-spezial Nr. 26

* online liegt bisher nur der Vermögensbericht 2011 vor. Der Vormögensbericht 2012 wurde im Juni 2012 veröffentlicht. Im Gegensatz zu Deutschland gab es eine rege Pressediskussion dazu in Österreich. Zum Beispiel hier 

 

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Farkha Festival 2016

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15.08.2016: Das Farkha Festival 2016 geht zu Ende
Eine wunderbare und sehr interessante Woche, verbunden mit Arbeit, Diskussion und neuen Freundschaften geht zu Ende. Inhalt des Artikles ist ein Gespräch mit der Genossin Isleen, die mir von einer weiteren Einschränkung ihrer Freiheit durch israelische Bürokratie erzählt und die Abschlussfeier des Festivals sein.
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08.08.2016: Nachdem sich Kerem bereits wieder auf dem Rückweg befindet, übernimmt Max van Beveren die Berichterstattung. Heute berichtet er über die tägliche Arbeit beim Festival, über ein Gespräch mit Sabrina, die für „project hope“ unterwegs ist, und über einen 'Marathon'-Lauf, der erstmals im Zuge des Farkha Festivals stattgefunden hat.
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07.08.2016: Vierter und fünfter Tag: „Allein schon unsere physische Existenz ist Widerstand"
Am 4. Tag des Farkha-Festivals stand ein Ausflug in das Jordan-Tal auf dem Programm. Es ist die Kornkammer der Region und eines der landwirtschaftlichen Zentren Israels. Am 5. Tag fand nach dem Arbeitseinsatz ein interessanter Workshop mit JLAC (Jerusalem Legal Aid and Human Rights Center) statt.
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03.08.2016: Dritter Tag: Widerstandsökonomie und ökologischer Gartenbau
Heute berichte ich von der Arbeit zur Reinigung eines Friedhofes, über ein Gespräch mit Salwa vom Jerusalem Legal Aid and Human Rights Center, über die Brutalität der israelischen Besatzer gegen palästinensische Jugendliche sowei über das Projekt der Widerstandsökonomie und der ökologischen Landwirtschaft.
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02.08.2016: Erster und zweiter Tag: Willkommen im Land der Mauern und Zäune
Nach einem Jahr Pause geht es dieses Jahr wieder nach Palästina, zum 23. Farkha-Festival der Jugend der Palestinian Peoples Party. Zuletzt war ich 2014 während des letzten Gaza-Krieges dort.

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Friedensbewegung - wie weiter? - Diskussionsrunde beim UZ Pressefest

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Weltnetz.tv hat diese Diskussionsrunde aufgenommen, die einen Tag nach der Aktionskonferenz der Friedensbewegung stattfand, auf der ein gemeinsamer Aufruf für eine Friedensdemonstration am 8.10.16 in Berlin verabschiedet worden ist.

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Die Linke, der Terror und die innere Sicherheit

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27.07.2016: Nach den Terroranschlägen in Frankreich und den Amokläufen in Deutschland kann sich die Linke nicht mehr der "Sicherheits"debatte entziehen. "Weil die Linke glaubt, beim Sicherheitsdiskurs nur verlieren zu können, ist ihre Haltung häufig ein leidgeprobter Diskursvoluntarismus", meint Ingar Solty. Und ergänzt: "Die Sicherheitsfrage ist nicht per se rechts." Wir stellen die Position von Conrad Schuhler, Mitglied bei marxistische linke  und Vorsitzender des isw, zur Debatte. Er schreibt: "Es ist richtig, innere und äußere Sicherheit und Angstfreiheit im gesellschaftlichen Leben als zentrale Teile der sozialen Frage zu verstehen".

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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BAG-Urteil gegen GdF schwächt alle Gewerkschaften

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30.07.2016: Das Bundesarbeitsgericht hat im Gegensatz zur Vorinstanz einen Streik von Mitgliedern der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gegen den Frankfurter Flughafen von 2012 für rechtswidrig erklärt. Die GdF wollte laut Pressemitteilungen einen Schlichterspruch, den Fraport abgelehnt hattte, per Streik durchsetzen. Dabei ging es auch um Regelungen, die zwar noch der Friedenspflicht unterlagen, über die aber beide Parteien in der Schlichtung verhandelt hatten und deren Änderung ausgemacht schien. Während die Vorinstanz davon ausging, daß der Streik auch stattgefunden hätte ohne diese anhand der ursprünglichen Streikziele, erklärte das BAG den gesamten Streik für rechtswidrig. Die Vorinstanz soll nun über die Höhe des Schadensersatzes befinden. Beträge von 5 bis zu 10 Mio. Euro sind im...

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Brasilien: 60 Prozent wollen rasch eine neue Präsidentenwahl

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Humanité Dimanche : Welche Aktionen haben die „Arbeiterpartei“ und die Linke vorgesehen vor der endgültigen Entscheidung über das Schicksal von Dilma Rousseff, die Ende August kommen soll?

José Reinaldo Carvalho : Auf der politischen Ebene stellt sich die Linke immer noch entschieden gegen die usurpatorische Regierung von Michel Temer und kämpft sie für die Wiederherstellung des Mandats der Präsidentin Dilma Rousseff, das sie mit der Zustimmung von 54 Millionen Brasilianern demokratisch erhalten hat.  Am Sonntag, den 31. Juli haben Demonstrationen stattgefunden unter der Losung „Fora, Temer!“ („Temer verschwinde!“).

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