Samaras' Polizei schlägt Streik der Stahlarbeiter nieder

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alt22.07.2012: Die neue griechische Regierung wird ihrer Tradition und ihrem Wahlprogramm der Knechtung des Volkes im Interesse der Finanzmärkte und der maximalen Schonung der Reichen im eigenen Land gerecht. Dieses Programm sah neben der Anerkennung der von der Troika (EU, EZB, IWF) aufgezwungenen Sparpolitik erklärtermaßen auch die Verstärkung des polizeilichen Gewaltapparates und seines Vorgehens gegen die protestierenden und sich verweigernden Volksmassen vor. Am Freitagmorgen nun setzte sie diesen Machtapparat gegen die seit 263 Tagen streikenden Stahlarbeiter des Unternehmens 'Chalyvourgia Ellados' (Griechische Stahlwerke) ein.

Dieser lange Streik begann, als die Unternehmensleitung unter dem Vorwand einer finanziellen Krise die 360 Arbeiter vor zwei brutale Alternativen stellte. Die eine Alternative bestand in der Hinnahme einer pauschalen 40-prozentigen Kürzung der Gehälter bei Fünf-Stunden-Schichten pro Werktag oder 170 der Arbeiter zu entlassen. Nur wenig später kündigte die Firmenführung an, dass man 120 der Arbeiter entlassen würde. Die Arbeiter kamen zusammen, berieten sich und entschieden sich, in einen Solidaritätsstreik zu gehen, um die Wiedereinstellung der Gefeuerten zu erzwingen. Und bis zum letzten Donnerstag stand die Arbeit in dem Stahlwerk in der Stadt Aspropyrgos still.

Augenscheinlich begann zuletzt der Streik, die Profite und Profierwartungen des Besitzers Manesis ernsthaft zu bedrohen. Während noch Verhandlungen zwischen dem Besitzer und der Unternehmensleitung sowie den Arbeitern stattfanden, erklärte der Besitzer dem Arbeitsministerium, dass man die Fabrik schließen werde, wenn der Streik nicht abgebrochen würde. Neu Monate dauerte jetzt der Streik, der von den ehemaligen 360 Stahlarbeitern und ihren Familien mit wahrhaft heroischen Anstrengungen und ohne Einkommen aufrecht erhalten wurde. Er fand deswegen in Griechenland und international große Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Viele Menschen in Griechenland haben diesen Verteidigungskampf mit dem Kampf am Thermopylenpass (480 v.u.Z. gegen die Perser) verglichen, in dem jetzt einige wenige Arbeiter und ihre Familien die Rechte und die Würde der arbeitenden Menschen in Griechenland gegen die neoliberale Politik von Regierung und Troika verteidigt hätten. Und wie damals fand sich auch diesmal ein 'Verräter', ein moderner Ephialtes von Trachis, der dem Kapitalbesitzer siegen half: das Regierungskabinett von Antonis Samaras. 

Am Freitagmorgen schickte die Regierung Bereitschaftspolizei in das Stahlwerk, um den Streik seiner Belegschaft endgültig zu brechen. Zynisch und getreu einer alten kapitalistischen Argumentation behaupteten die politischen Machthaber, man habe "das Recht auf Arbeit" für diejenigen durchsetzen wollen, die wieder arbeiten wollten. Doch es ging eindeutig nur um den Schutz der Kapitalinteressen des Besitzers.

Umgehend wurden in Athen und im ganzen Land Solidaritätsdemonstrationen durchgeführt, und die Stahlarbeiter von 'Chalyvourgia Ellados' in Aspropyrgos bekundeten ihre Entschlossenheit, den Streik trotz der Wiedereröffnung der Fabrik fortzusetzen. Die kommunistisch orientierte Gewerkschaftsfront PAME mobilisierte  zu einer grossen Solidaritätskundgebung vor dem Toren des Stahlwerks. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) verbreitete eine Stellungnahme, in der sie die griechische Regierung für die Eskalation der Lage verantwortlich machte. Nachstehend der Wortlaut dieses Kommuniqués:


ÜBER DEN ANGRIFF DER POLIZEISONDERKRÄFTE GEGEN DIE STREIKENDEN STAHLARBEITER

Die KKE verurteilt die Regierung von ND – PASOK – DIMAR als die Hauptverantwortlichen für die Erstürmung des Stahlwerks 'Chalyvourgia Ellados' durch Polizeisonderkräfte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft. Wir verurteilen den Einsatz von Tränengas und Pfeffergas, das Verprügeln und die Festnahmen von Streikenden, um den Streikbrecher-Apparat vom Industriellen Manesis zu schützen.

Es bestätigt sich zum wiederholten Mal, dass dieser Staat, die Kapitalisten und ihre Regierungen vereint gegen die Arbeiter, gegen alle um ihr nacktes Überleben kämpfenden Volksschichten vorgehen.

Der Schlag, der in den frühen Morgenstunden nach Gangsterart ausgeführt wurde, zielt nicht nur auf die kämpfenden Stahlarbeiter, die seit 9 Monaten für ihre Elementarrechte streiken. Es ist ein Angriff auf die gesamte Arbeiterklasse, um sie zu bezwingen, die barbarische volksfeindliche Politik zu erdulden.

Die KKE fordert den sofortigen Rückzug der Polizeikräfte aus dem Stahlwerk und die Freilassung aller Festgenommenen.

Die KKE ruft zur Stärkung der Solidarität mit dem Kampf der Stahlarbeiter. Der Terror gegen unser Volk darf nicht durchgehen!

ATHEN, 20.7.2012

Pressebüro des ZK der KKE

Das Ereignis zeigt einmal mehr und unverhüllt die Rolle der Regierungen in Griechenland und in der EU zur Verteidigung des Kapitals und seiner Besitzer und Funktionäre auf. Aber die griechische Bourgeoisie sollte nicht vergessen, dass der Sieg von Xerxes am Thermopylenpass nur ein Scheinsieg war. Die heldenhafte Verteidigung war ein Baustein, ein entscheidender Beitrag zur letztlichen Niederlage des persischen Eroberers und Gewaltherrschers ...

Text: hth  /  Foto: ROAR

 

 

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