Reisetagebuch aus Kurdistan

Reisetagebuch Newroz-Delegation 2012 vom 16.3.12 – 24.3.12

Nach einer so intensiven Woche in Kurdistan, während der leider keine Zeit geblieben ist die Eindrücke tagtäglich aufzuschreiben und auszuwerten, ist es schwierig sich all die hunderten Erfahrungen wieder in Erinnerung zu rufen, die man in dieser Woche erlebt hat. Es ist schon ein komisches Gefühl, an einem Samstag morgen noch in Kurdistan/Amed (türkisch: Diyarbakir) aufzuwachen, einem Kriegsgebiet in dem täglich Menschen verhaftet, verletzt und umgebracht werden und sich am selben Tag nur am Abend wieder im vergleichsweise friedlichen Berlin zu befinden.
Was soll man beschreiben ohne etwas auszulassen? Mit welchen Worten soll man über etwas berichten, um nicht zu emotional aber auch nicht zu formal zu sein? Das ist nicht leicht. Versuchen muss man es trotzdem.

Kerem Schamberger

Eine vorsichtige Bewertung

Eine vorsichtige Bewertung

Eine Woche Kurdistan, eine Woche voller Erlebnisse und Gespräche. Eine abschließende Bewertung kann noch nicht getroffen werden. Natürlich war diese Woche prägend für viele der, meist jungen, Teilnehmer unserer Delegation aus Deutschland. In Kurdistan wird viel offensichtlicher deutlich was Ausbeutung und Unterdrückung im nationalen und kapitalistischen Rahmen bedeuten.

Aber die Frage stellt sich, inwiefern diese Delegationen, die die FreundInnen der BDP viel Anstrengung, Kraft und auch Geld kosten, der kurdischen Sache nützen?

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Die bewusste Blindheit der Medien am Beispiel Cizre

Die bewusste Blindheit der Medien am Beispiel Cizre

22.03.2012: Am Donnerstag, den 22.3., dem letzten politischen Tag in Kurdistan erleben wir ein weiteres Paradebeispiel der verfälschenden und verlogenen Berichterstattung der türkischen Medien. Was war passiert? In der Früh fahren wir nach Cizre und besuchen dort das BDP-Parteibüro. Als wir ankommen, sind wir schockiert. Das komplette Haus ist verwüstet, die Außenmauer von Einschusslöchern übersät und das stählerne Eingangstor eingerammt. An vielen Stellen klebt getrocknetes Blut am Boden. Die Geschichte die wir hier erfahren ist erschreckend und erinnert noch mehr (wie so viel bereits beschriebenes) an die 90er Jahre, als tausende Menschen verschleppt und ermordet wurden. Ein junger Freund namens Zerdest Roni berichtet über die Ereignisse.

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Ruhiges Newroz in Colemerg

Ruhiges Newroz in Colemerg

21.03.2012: Am nächsten Tag wird deutlich, dass sich der türkische Staat mit dem Verbot aller Newroz-Feiern ein politisches Eigentor geschossen hat. In der Stadt Colemerg, die offiziell 60.000 Einwohner hat, strömen die Menschen zu zehntausenden auf den zentralen Platz. Da wir nun den offiziellen Newroztag am 21.3 haben und die Feiern auch von Staatsseite erlaubt sind, bleibt alles ruhig, die Polizei greift niemanden an (Wie wir später erfahren, ist es in den Abendstunden dann doch noch zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bevölkerung gekommen).

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Knapp am Massaker vorbei in Gewer

Knapp am Massaker vorbei in Gewer

20.03.2012: Der Bürgermeister und der Vorsitzende der BDP in Colemerg laden uns ein mit ihnen gemeinsam nach Gewer (türkisch: Yüksekova) zu fahren und dort die verbotenen Newroz-Feiern zu beobachten. Das 60km von Colemerg entfernte Gewer ist komplett in der Hand der kurdischen Bewegung, nur die in der Stadt stationierten Polizisten und Soldaten stellen die Repräsentation des türkischen Staates sicher. Als wir an der Hauptstrasse ankommen ist die Situation unübersichtlich. In einer kleinen Bäckerei drängen sich 20-30 Menschen, auch wir werden hinein gebeten. In der Mitte sitzt der Parlamentsabgeordnete Adil Kurt. Sein Anzug ist komplett durchnässt, bei Temperaturen knapp über Null Grad keine angenehme Sache. Er wärmt sich seine Socken an einem Heizstrahler und beginnt zu berichten, dass sei...

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Auf dem Weg in die Berge

Auf dem Weg in die Berge

19.03.2012: Am nächsten Morgen fahren wir Vormittags los. Ein weiter Weg liegt vor uns. Wir wollen es bis ins 450 km entfernte Colemerg (türkisch: Hakkari) im iranisch-irakischen Grenzgebiet schaffen. Der Tag vergeht hauptsächlich im Bus. Je tiefer wir nach Kurdistan fahren, desto stärker wird die Präsenz des Militärs. Es wird deutlich, dass wir in eine wahnsinnig militarisierte Gegend fahren. Bis wir in der Nacht in Colemerg ankommen, mussten wir mindestens sieben Militärkontrollen, mit Passkontrolle, manchmal Durchsuchung des Busses und Befragung passieren. Kurz vor Colemerg erfolgt die stärkste Kontrolle, diesmal von Sondereinsatzkräften der Polizei. Dazu muss man wissen, dass die meisten türkischen Polizisten sich aus politischen Gründen zum Dienst in Kurdistan melden, viele von ihnen ...

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Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

EL Marseille-Forum PierreLaurent


 

100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71

Hinweis
Mi, 22. November 2017, 20:00 Uhr, Rüsselsheim, Stadtbücherei am Treff
Veranstalter: attac, DGB und Naturfreunden Rüsselsheim


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet
Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Sie kommen im Morgengrauen!

Sie kommen im Morgengrauen!

von Bettina Jürgensen

18.11.2017: Am Montag in aller Frühe kam die Nachricht, dass es bei unserem Genossen Kerem Schamberger aus München eine Hausdurchsuchung gegeben hat! Die erste Frage war: Was wollen DIE schon wieder von Kerem? In letzter Zeit wurde immer häufiger seine Facebookseite gesperrt, vor fast genau einem Jahr sollte die Zulassung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni in München verhindert werden, Kerem kämpfte erfolgreich gegen sein drohendes Berufsverbot. Jetzt musste er bei seiner Hausdurchsuchung zusehen und Handy, Laptop, USB-Sticks wurden beschlagnahmt.

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Marsch ins militärische Kerneuropa

Marsch ins militärische Kerneuropa

Kommentar von Leo Mayer
15.11.2017: Am Montag haben die Außen- und Verteidigungsminister von 23 der 28 EU-Staaten mitgeteilt, eine Militärunion zu gründen. "Ein großer Tag für Europa", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Brüssel dazu. Ein großer Tag vor allem für die Rüstungsindustrie. Denn jeder EU-Staat, der sich an der Militärunion beteiligen will, muss sich verpflichten, die nationalen Rüstungsausgaben regelmäßig zu steigern.

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Walter Baier: "Forum in Marseille ist ein erster Schritt"

Walter Baier:

Frage: Am 10. und 11. November beraten in Marseille Parteien, Initiativen und Organisationen über neue Formen der Zusammenarbeit . Es gibt bereits verschiedene linke Foren und Denkfabriken, transform! ist eine davon. Warum muss jetzt noch ein weiteres Forum entstehen?

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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